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Krešimir Matijević
Krešimir Matijević (* 1. März 1975 in Osnabrück) ist ein deutscher Althistoriker und Epigraphiker. Nach dem Abitur 1994 am Ratsgymnasium Osnabrück studierte …
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Person und Bedeutung
Krešimir Matijević (* 1. März 1975 in Osnabrück) ist ein deutscher Althistoriker und Epigraphiker. Die Althistorie untersucht die Geschichte der Antike; Epigraphik ist die wissenschaftliche Beschäftigung mit Inschriften. Matijević verbindet insbesondere historische, religionsgeschichtliche und inschriftliche Forschung zur griechisch-römischen Antike sowie zur römischen Herrschaft in Germanien.
Ausbildung und akademische Laufbahn
Nach dem Abitur 1994 am Ratsgymnasium Osnabrück studierte Matijević bis 2002 Geschichte mit dem Schwerpunkt Alte Geschichte, Germanistik und Literaturwissenschaft am Boston College und an der Universität Osnabrück. Am 25. April 2002 legte er das erste Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien ab. Am 10. Februar 2005 wurde er an der Universität Osnabrück als Schüler von Rainer Wiegels mit einer Untersuchung zu Marcus Antonius promoviert.
Von 2003 bis 2008 arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter beziehungsweise Assistent im Fach Alte Geschichte in Osnabrück. An der Universität Hamburg hatte er von 2007 bis 2008 einen Lehrauftrag. Von 2008 bis 2015 war er Akademischer Rat am Lehrstuhl von Christoph Schäfer an der Universität Trier; 2015 bis 2016 lehrte er dort als Vertretungsprofessor. 2014 habilitierte er sich mit einer Studie zur griechischen Religionsgeschichte. Von 2016 bis 2024 war Matijević Professor für Alte Geschichte und Geschichtsdidaktik an der Universität Flensburg. 2024 nahm er einen Ruf auf den Lehrstuhl für Alte Geschichte an der Universität Leipzig an.
Forschung und wissenschaftliche Aufgaben
Zu Matijevićs Forschungsschwerpunkten gehören die Jenseitsvorstellungen in griechischer Zeit, die Geschichte der späten römischen Republik und der frühen römischen Kaiserzeit, die lateinische Epigraphik sowie die Geschichte der germanischen Provinzen des Römischen Reiches. Außerdem untersucht er, wie antike Geschichte in Produkten der Geschichtskultur aufgenommen und dargestellt wird.
Matijević ist Mitherausgeber der Zeitschrift Frankfurter elektronische Rundschau zur Altertumskunde, leitender Herausgeber von Digital Classics Online und Mitherausgeber der Reihe Pharos. Studien zur griechisch-römischen Antike. Zudem ist er Vorsitzender der Forschungskommission „Imperium und Barbaricum: Römische Expansion und Präsenz im rechtsrheinischen Germanien“ an der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen.
Ausgewählte Schriften
Zu seinen Monographien zählen gemeinsam mit Rainer Wiegels Inschriften und Weihedenkmäler aus dem römischen Dieburg (2003), Marcus Antonius: Consul – Proconsul – Staatsfeind. Die Politik der Jahre 44 und 43 v. Chr. (2006), Römische und frühchristliche Zeugnisse im Norden Obergermaniens (2010), Ursprung und Charakter der homerischen Jenseitsvorstellungen (2015) sowie Die lex sacra von Selinunt. Totenmanipulation in der Archaik und Klassik (2017).
Als Herausgeber oder Mitherausgeber veröffentlichte Matijević unter anderem Arbeiten zu Rom, Germanien und dem Reich (2005), zur Epigraphik und Militärgeschichte der germanischen Provinzen (2010), zum römischen Auxiliarkastell Abusina/Eining (2012), zur Germanienpolitik in der römischen Kaiserzeit (2016), zu kelto-römischen Gottheiten und ihren Verehrern (2016), zu digitalen Medien in Geschichtswissenschaft und Geschichtsunterricht (2020) sowie zu Wirtschaft und Gesellschaft in der späten Römischen Republik (2020). Weitere Herausgeberschaften sind Miscellanea historica et archaeologica (2021), Kultureller Transfer und religiöse Landschaften (2021), Caesar’s Visions and Impact on the Roman Empire (2025) und Maximinus Thrax in seiner Zeit (2026).