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Krabat-Mühle Schwarzkollm
Der Erlebnishof Krabat-Mühle bildet in der traditionellen Bauweise eines Lausitzer Vierseitenhofes eine Anlage mit 6 Gebäuden und befindet sich auf einem 10.000 …
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Überblick und historische Grundlage
Die Krabat-Mühle Schwarzkollm (obersorbisch Krabatowy młyn Čorny Chołmc) ist ein touristisches Kulturzentrum in Schwarzkollm, einem Ortsteil von Hoyerswerda im Landkreis Bautzen in Sachsen. Sie ist ein Nachbau der sogenannten „Schwarzen Mühle“, des Hauptschauplatzes der Krabat-Sage. Bekannt wurde dieser Ort besonders durch Jurij Brězans Buch „Die schwarze Mühle“, Otfried Preußlers Roman „Krabat“ und den darauf basierenden Film „Krabat“.
Die Anlage ist Teil eines Erlebnishofes in der Bauform eines Lausitzer Vierseitenhofes. Sie umfasst sechs Gebäude auf einem 10.000 m² großen Grundstück im Koselbruch 22. Die Mühle wird als Museum genutzt. Sie veranschaulicht eine Wassermühle mit oberschlächtigem Wasserrad mit 48 Schaufeln; oberschlächtig bedeutet, dass das Wasser von oben auf das Rad geleitet wird.
Die ursprüngliche, als „Schwarze Mühle“ bezeichnete Brösing-Mühle stand nahe dem heutigen Standort. Sie brannte 1868 vollständig ab. Ein späterer Neubau wurde 1972 stillgelegt und zu einem Wohngebäude umgebaut. Von der ursprünglichen Mühle ist nur noch eine private Scheune erhalten.
Ziele des Projekts
Das Projekt dient der Pflege regionalen und besonders sorbischen Brauchtums sowie der sorbischen Sprache. Gleichzeitig soll es den Tourismus im entstehenden Lausitzer Seenland und in der Krabat-Region beleben.
Weitere Ziele sind, die dörfliche Gemeinschaft trotz demographischen Wandels zu stärken, Baukultur zu erhalten und durch touristische Nutzung Infrastruktur zu sichern. Die Krabat-Sage soll vor allem Kindern und Jugendlichen vermittelt werden. Vorgesehen ist außerdem die Vernetzung der Lebensstationen Krabats durch einen 90 Kilometer langen Krabat-Radwanderweg. Thematische Führungen und Veranstaltungen sollen entwickelt und durchgeführt werden. Ein weiteres Ziel ist die Aufnahme der Krabat-Sage in den sächsischen Lehrplan; in den alten Bundesländern war sie laut Artikel bereits länger Bestandteil.
Aufbau der Anlage und Mühlentechnik
Regionale Vereine und Organisationen strebten seit Anfang der 1990er Jahre einen Wiederaufbau oder Neubau der Schwarzen Mühle an. Zunächst fehlten jedoch die finanziellen Mittel. Der 2005 gegründete Verein „Krabatmühle-Schwarzkollm e. V.“ erreichte mit Spenden, Fördergeldern und ehrenamtlicher Arbeit am 10. Juli 2006 die Grundsteinlegung für das Gesindehaus, die Herberge der Wandergesellen. An der Entstehung war insbesondere die frühere Schwarzkollmer Bürgermeisterin Gertrud Winzer beteiligt.
Das Gesindehaus und der Laubengang wurden 2008 fertiggestellt. Mehr als 100 freireisende Wandergesellen wirkten am Bau mit und erhielten dabei nach alten Handwerkstraditionen Kost und Logis. Am 19. Mai 2009 wurde der Grundstein für die Schwarze Mühle gelegt. Dafür wurde eine denkmalgeschützte Scheune aus Dubring abgetragen und am neuen Standort als Kerngebäude wieder aufgebaut. Danach kamen ein Mühlenturm mit historischer Mühlentechnik und das Wasserrad hinzu.
In der Mühle werden die Techniken von Getreide-, Buchweizen-Grütze-, Leinöl- und Hirsemühlen gezeigt. Außerdem sind historische Arbeitsgeräte aus dem Mühlenalltag ausgestellt. Eine denkmalgeschützte Scheune aus Sollschwitz wurde als Mühlenscheune umgesetzt. Die Gebäude enthalten auch Original-Requisiten aus dem Film „Krabat“, die die Produktionsgesellschaft dem Verein zur Verfügung stellte.
Erlebnisangebote und Veranstaltungen
Südlich der Anlage liegt der „Zauberwald“. Auf einem 450 Meter langen Erlebnispfad werden Schlüsselszenen der Krabat-Sage dargestellt, darunter „Wüster Plan“ und „Bäumels Tod“; Infotafeln erläutern sie.
Seit 2012 finden im Juni und Juli die „Krabat-Festspiele“ auf dem Erlebnishof statt. Jährlich wird außerdem ein Open-Air-Kino veranstaltet. Weitere Höhepunkte sind Bauernmärkte, inszenierte traditionelle sorbische Hochzeiten und Aufführungen des Sorbischen National-Ensembles.
Touristische und regionale Bedeutung
Die Besucherzahl stieg von 2.000 im Jahr 2006 auf 33.000 im Jahr 2012. Die Krabat-Mühle beteiligt sich jährlich am Mühlentag am Pfingstmontag.
Wegen ihrer Ausrichtung und Einmaligkeit gilt sie als Schlüsselprojekt mehrerer Regionalentwicklungen: der Regionalentwicklung Oberlausitz (Regionalmanagement, 2002), der Regionalentwicklung „Auf den Spuren von Krabat“ (KRABAT e. V., 2001/2002), des Entwicklungsprozesses „Lausitzer Seenland“ (Zweckverband Elstertal, Mai 2007) und der integrierten ländlichen Entwicklung „Lausitzer Seenland“ (Koordinierungskreis, Mai 2008). Auch Domowina, der Bund Lausitzer Sorben, bestätigte die regionale Bedeutung: das Präsidium am 27. März 2006 und der Bundesvorstand am 8. April 2006.
Geplante Erweiterungen und Finanzierung
Geplant ist die Schauwerkstatt „Jurij Brězan“ in einem ehemaligen Wohnhaus aus Dubring. Dort sollen sorbisches Brauchtum und die sorbische Sprache behandelt werden. Vorgesehen sind Vorführungen und eigene praktische Anwendungen alter Handwerke wie Blaudruck, Glas- und Porzellanmalerei, Weben, Spinnen und Töpfern. Außerdem sind Tanzprojekte, Erlebnispädagogik für Kinder, Workshops, Ausstellungen – besonders Trachtenausstellungen –, Kurse sowie eine Literatur- und Sprachwerkstatt geplant.
Auch die Außenanlagen sollen erweitert werden: mit einer neuen 240 Quadratmeter großen Scheune und einer Naturtribüne. Das Projekt wird ausschließlich durch Spenden und Fördergelder finanziert. Bei der Umsetzung helfen freiwillige Helfer, Bürgerinnen und Bürger aus Schwarzkollm, Firmen, der 2. Arbeitsmarkt und freireisende Wandergesellen Deutschlands.