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Kodominanz

Kodominanz ist das Nebeneinanderbestehen mindestens zweier Faktoren (z. B. Erbmerkmale, Pflanzenarten etc.), deren Einfluss gleichermaßen stark wirksam bzw.

Inhalt3 Abschnitte
  1. 1. Bedeutung von Kodominanz
  2. 2. Kodominanz bei Erbmerkmalen
  3. 3. Kodominanz in Lebensgemeinschaften und bei Bäumen

Bedeutung von Kodominanz

Kodominanz bedeutet, dass mindestens zwei Faktoren nebeneinander bestehen und ihr Einfluss gleich stark wirksam oder bedeutsam ist. Solche Faktoren können zum Beispiel Erbmerkmale oder Pflanzenarten sein. Überwiegt dagegen der Einfluss eines Faktors, spricht man von Prädominanz oder kurz Dominanz.

Je nach Fachgebiet beschreibt Kodominanz unterschiedliche, aber verwandte Situationen: In der Genetik sind zwei Allele gleichzeitig im Erscheinungsbild sichtbar; in Lebensgemeinschaften setzt sich keine von mehreren Arten dauerhaft durch; bei Bäumen bezeichnet das Wort gleich starke Verzweigungen.

Kodominanz bei Erbmerkmalen

In der Genetik beschreibt Kodominanz die phänotypisch, also im Erscheinungsbild, sichtbare Ausprägung von Erbmerkmalen. Voraussetzung ist ein mindestens diploider Organismus mit wenigstens zwei Chromosomensätzen. Außerdem muss er heterozygot sein: Er besitzt dann zwei unterschiedliche Varianten eines Gens, die Allele. Bei Homozygotie, also bei gleichen Allelen, kann Kodominanz nicht auftreten.

Bei Kodominanz wirken die mütterliche und die väterliche Allelvariante im heterozygoten Zustand gleich stark. Die Genprodukte beider Allele werden exprimiert, das heißt gebildet, und die zugehörigen Merkmale treten unabhängig nebeneinander auf. Das ist von einem intermediären Erbgang zu unterscheiden: Dort entsteht eine zwischen den Merkmalen liegende Mischform. Diese Unterscheidung wird allerdings nicht einheitlich gehandhabt.

Ein wichtiges Beispiel ist das AB0-Blutgruppensystem. Wer ein Allel für Blutgruppe A und eines für Blutgruppe B erbt, trägt auf den roten Blutkörperchen sowohl A- als auch B-Antigene und hat die Blutgruppe AB. Die Kombinationen A0 und B0 sind dagegen dominant-rezessiv: Beim Allel 0 werden keine entsprechenden Antigene gebildet. Daher genügt ein A- beziehungsweise B-Allel auf einem Chromosom des Chromosomenpaares, damit die entsprechenden Antigene entstehen. Für die Blutgruppenserologie macht es keinen Unterschied, ob jemand A0 oder AA geerbt hat: In beiden Fällen befinden sich auf allen roten Blutkörperchen A-Antigene. Das ist für mögliche Bluttransfusionen bedeutsam. Ein weiteres Beispiel ist das MN-Blutgruppensystem.

Kodominanz in Lebensgemeinschaften und bei Bäumen

In einer ökologischen Lebensgemeinschaft bedeutet Kodominanz, dass mehrere Arten, Populationen oder Individuen nebeneinander bestehen, ohne einander dauerhaft zu verdrängen. Konkurrenz, etwa um Nahrungsquellen, ist dabei möglich. Keine der beteiligten Arten gewinnt jedoch auf Dauer ein Übergewicht. Dies kann sowohl Tier- als auch Pflanzengemeinschaften betreffen. In einem Wald bedeutet Kodominanz beispielsweise, dass mehrere Baumarten nebeneinander aufwachsen und sich nicht gegenseitig in den Schatten stellen.

In der Dendrologie werden auch gleich starke Verzweigungen eines Baumes als kodominant bezeichnet. Gemeint sind gleich starke Stämmlinge oder Äste; umgangssprachlich heißen solche Vergabelungen Zwiesel.

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