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Knives Out – Mord ist Familiensache

Knives Out – Mord ist Familiensache ist ein US-amerikanischer Kriminalfilm des Autorenfilmers Rian Johnson. Die Hauptrollen spielen Daniel Craig, …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Überblick
  2. 2. Der Todesfall und die Verdächtigen
  3. 3. Aufklärung des Falls
  4. 4. Entstehung und Dreharbeiten
  5. 5. Veröffentlichung, Erfolg und Freigabe
  6. 6. Resonanz und Fortsetzungen

Überblick

Knives Out – Mord ist Familiensache ist ein US-amerikanischer Kriminalfilm von Rian Johnson aus dem Jahr 2019. Johnson führte Regie, schrieb das Drehbuch und produzierte den Film zusammen mit Ram Bergman. Die Hauptrollen spielen Daniel Craig als Privatdetektiv Benoit Blanc, Ana de Armas als Pflegerin Marta Cabrera, Chris Evans als Hugh Ransom Drysdale und Christopher Plummer als Krimiautor Harlan Thrombey.

Der Film ist ein moderner Whodunit: In dieser Krimiform steht die Frage im Mittelpunkt, wer eine Tat begangen hat. Knives Out verbindet diesen klassischen Ermittlungsaufbau mit Rückblenden, Täuschungen und einer starken Perspektive auf Marta Cabrera. Die Weltpremiere fand am 7. September 2019 beim Toronto International Film Festival statt. In Deutschland kam der Film am 2. Januar 2020 in die Kinos. Er dauert 132 Minuten, wurde in englischer Sprache gedreht und erhielt in Deutschland eine FSK-Freigabe ab 12 Jahren.

Der Todesfall und die Verdächtigen

Der erfolgreiche Krimiautor und Messersammler Harlan Thrombey wird am Morgen nach seinem 85. Geburtstag tot in seinem Zimmer gefunden. Zunächst gehen die Behörden von Suizid aus. Trotzdem befragen Detective Lieutenant Elliot und Trooper Wagner die Familie, begleitet vom berühmten Privatdetektiv Benoit Blanc. Blanc wurde anonym beauftragt, den Fall zu untersuchen.

Die befragten Familienmitglieder behaupten zunächst, ihre Beziehungen zu Harlan seien unproblematisch gewesen. Blanc erkennt jedoch, dass fast alle wichtige Konflikte verschweigen. Harlan wollte seiner Tochter Linda mitteilen, dass ihr Mann Richard eine Affäre hat. Er wollte außerdem nicht länger die Studiengebühren seiner Enkelin Meg bezahlen, weil Jonis Umgang mit seinem Geld betrügerisch war. Seinem Sohn Walt wollte er die Kontrolle über den Familienverlag entziehen, weil Walt gegen Harlans Willen die Filmrechte an dessen Büchern verkaufen wollte.

Eine zentrale Rolle spielt Marta Cabrera, Harlans Pflegerin und Freundin. Sie kann nicht lügen, ohne sich zwanghaft zu übergeben. Marta weiß, was in der Todesnacht wirklich geschah: Sie glaubte, Harlan versehentlich eine Überdosis Morphin statt eines Schmerzmittels gespritzt zu haben. Das Gegenmittel Naloxon war verschwunden. Harlan nahm deshalb an, bald zu sterben, und wollte Marta schützen, auch weil ihre Mutter und Schwester keine Aufenthaltserlaubnis hatten. Er instruierte Marta, das Haus zu verlassen, heimlich zurückzukehren und sich kurz als Harlan auszugeben, damit es so wirkte, als habe er nach ihrem Weggang noch gelebt. Danach tötete er sich mit einem Messer.

Aufklärung des Falls

Blanc hält Marta zunächst für eine Nichtverdächtige und macht sie zu seiner Assistentin. Während der Ermittlungen versucht Marta, Spuren zu beseitigen, etwa ein Überwachungsvideo und Fußspuren. Blanc entdeckt dennoch Hinweise auf den Geheimgang zu Harlans Zimmer. Danach wird Harlans Testament eröffnet: Er hat sein gesamtes Vermögen in zweistelliger Millionenhöhe, den Verlag und das Haus Marta vererbt. Die Familie ist enterbt.

Hugh Ransom Drysdale, Harlans Enkel, hilft Marta scheinbar und erfährt von ihr, was sie in der Todesnacht glaubt getan zu haben. Später erhält Marta einen Drohbrief mit einem unvollständigen toxikologischen Bericht. In der Gerichtsmedizin finden Marta und Ransom heraus, dass das Gebäude durch Brandstiftung zerstört wurde. Beim Treffen mit dem Erpresser entdeckt Marta die schwer verletzte Haushälterin Fran, der eine Überdosis Morphin gespritzt wurde. Marta ruft Hilfe und gesteht Blanc schließlich die ganze Geschichte.

Der vollständige toxikologische Bericht zeigt, dass Harlan keine auffälligen Substanzmengen im Blut hatte. Marta hatte die Medikamente trotz vertauschter Beschriftung richtig verabreicht, weil sie die Mittel an Aussehen und Viskosität unterscheiden konnte. Harlan wäre also nicht an einer Überdosis gestorben.

Blanc rekonstruiert den Ablauf: Ransom hatte erfahren, dass Harlan die Familie enterben und Marta alles geben wollte. Um Marta erbunwürdig zu machen, vertauschte er die Inhalte der Medikamentenfläschchen, nahm das Gegenmittel weg und beauftragte Blanc anonym. Später versuchte er, Beweise zu vernichten, und verabreichte Fran Morphin, weil sie ihn verdächtigte. Marta bringt Ransom durch eine Lüge dazu, zu gestehen: Sie behauptet, Fran habe überlebt, obwohl das Krankenhaus ihren Tod gemeldet hat. Ransom versucht Marta mit einem Messer aus Harlans Sammlung anzugreifen, greift aber nur ein Theatermesser. Am Ende wird er abgeführt, und Marta steht als neue Besitzerin auf dem Balkon des Hauses.

Entstehung und Dreharbeiten

Rian Johnson hatte bereits 2010 erklärt, dass er einen altmodischen Kriminalfilm im Stil von Agatha Christie drehen wolle. Nach fast zehn Jahren Vorbereitung schrieb er das Drehbuch von Anfang 2018 bis Ende August 2018. Seine Idee war, einen Hitchcock-Thriller in einen Whodunit einzubauen. Ähnlich wie bei Columbo sollte das Publikum früh vieles erfahren, aber durch Martas Lage trotzdem Spannung empfinden.

Daniel Craig wurde für die Rolle des Benoit Blanc verpflichtet, nachdem sich die Produktion von James Bond 007: Keine Zeit zu sterben verschoben hatte. Craig spielte Blanc mit einem amerikanischen Südstaatenakzent, der vom Historiker Shelby Foote inspiriert war. Lionsgate sicherte sich die nordamerikanischen Vertriebsrechte, Universum Film die deutschen.

Die Besetzung umfasst unter anderem Ana de Armas, Chris Evans, Jamie Lee Curtis, Don Johnson, Michael Shannon, Lakeith Stanfield, Christopher Plummer, Toni Collette und Katherine Langford. Die deutsche Synchronisation entstand nach einem Dialogbuch und unter der Dialogregie von Martin Halm im Auftrag von Scalamedia. Für die Kostüme war Jenny Eagan verantwortlich; Benoit Blancs Kleidung orientierte sich am Südstaatenstil der 1950er Jahre.

Die Dreharbeiten begannen am 30. Oktober 2018 in Boston unter dem Arbeitstitel Morning Bell und endeten am 31. Dezember 2018. Kameramann Steve Yedlin verwendete das 1.85:1-Format, damit der Film älter wirkte und mehr Personen im Bild Platz hatten. Für Innenaufnahmen des Thrombey-Hauses diente das rund hundert Jahre alte Ames Mansion im Borderland State Park südlich von Boston. Weitere Drehorte lagen in Massachusetts, darunter Natick, Wellesley, Lincoln, Marlborough, Berlin, Maynard, Waltham, Medfield und Canton.

Veröffentlichung, Erfolg und Freigabe

Der erste Trailer erschien am 2. Juli 2019. Nach der Weltpremiere beim Toronto International Film Festival lief der Film auf weiteren Festivals, darunter dem London Film Festival, dem Chicago International Film Festival, dem Festival Internacional de Cine de Mar del Plata und dem Internationalen Filmfestival von Stockholm. In Nordamerika startete er am 27. November 2019, in Deutschland am 2. Januar 2020.

Knives Out hatte ein Budget von rund 40 Millionen US-Dollar und spielte weltweit 311,39 Millionen US-Dollar ein. Davon kamen 165,36 Millionen US-Dollar aus Nordamerika. In Deutschland verzeichnete der Film 1.160.141 Kinobesucher und nahm 10,4 Millionen Euro ein. In Nordamerika erschien er am 7. Februar 2020 digital und am 25. Februar 2020 auf DVD und Blu-ray. In Deutschland folgte die digitale Heimkinoveröffentlichung am 1. Mai 2020, DVD, Blu-ray und UHD Blu-ray erschienen am 8. Mai 2020.

In den Vereinigten Staaten wurde der Film von der MPA als PG-13 eingestuft. In Deutschland erhielt er eine FSK-Freigabe ab 12 Jahren. Die Begründung betont, dass der Film ruhig und dialogorientiert inszeniert sei, seine Spannung vor allem aus Ermittlungen und Enthüllungen beziehe und zwei Tötungsszenen kurz sowie wenig blutig dargestellt seien. Für Jugendliche ab 12 Jahren sei außerdem erkennbar, dass es sich um eine ironisch gefärbte Krimigeschichte handelt.

Resonanz und Fortsetzungen

Der Film erhielt ein sehr gutes Presseecho. Rotten Tomatoes verzeichnete 97 % positive Bewertungen und stufte den Film als „Verbrieft Frisch“ ein; gelobt wurde der sorgfältig aufgebaute Spannungsbogen und das Ensemble. Metacritic gab einen Metascore von 82/100 und sprach von „Einhelligem Lob“. CinemaScore ermittelte die Bewertung A–.

Mehrere Kritiken hoben das Drehbuch, die moderne Erneuerung des Kriminalfilms, die Mischung aus Krimi und Komödie, das Ensemble, das Szenenbild, die Kostüme und Nathan Johnsons Musik hervor. David Rooney vom Hollywood Reporter nannte vor allem Rian Johnsons Drehbuch den eigentlichen Star des Films. Peter Debruge von Variety betonte, der Film zeige, dass das Genre im Kino noch lebendig sei. Andreas Schneider bezeichnete den Film in der Neuen Zürcher Zeitung als „grandiosen Kinoschwank über das Trump-Amerika“. Kritisch äußerte sich dagegen Glenn Lovell von CinemaDope.com: Er sah keine neuen Wege im Genre, empfand die Laufzeit als zu lang und die Irreführungen als zu offensichtlich.

Knives Out erhielt zahlreiche Nominierungen und Auszeichnungen. Besonders wichtig sind die Oscar-Nominierung 2020 für das beste Originaldrehbuch, die BAFTA-Nominierung für das beste Originaldrehbuch, drei Golden-Globe-Nominierungen sowie mehrere Auszeichnungen für das Ensemble. Bei der Saturn-Award-Verleihung 2021 wurde der Film unter anderem als bester Thriller ausgezeichnet.

Rian Johnson bestätigte Anfang Januar 2020 die Arbeit an einem weiteren Film mit Benoit Blanc. Netflix sicherte sich Ende März 2021 die Vertriebsrechte für zwei weitere Knives-Out-Filme. Glass Onion: A Knives Out Mystery lief ab dem 23. November 2022 eine Woche in ausgewählten Kinos und erschien am 23. Dezember 2022 bei Netflix. Der dritte Teil Wake Up Dead Man: A Knives Out Mystery wurde im September 2025 beim Toronto International Film Festival uraufgeführt und am 12. Dezember auf Netflix veröffentlicht.

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