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Klaus Bergmann

Klaus Bergmann (* 23. Februar 1938 in Essen; † 18. November 2002 in Gießen) war ein deutscher Historiker und Geschichtsdidaktiker an der Universität Gießen.

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Bedeutung und pädagogischer Ansatz
  2. 2. Zentrale didaktische Prinzipien
  3. 3. Ausbildung und akademische Tätigkeit
  4. 4. Veröffentlichungen und Herausgeberschaft

Bedeutung und pädagogischer Ansatz

Klaus Bergmann (* 23. Februar 1938 in Essen; † 18. November 2002 in Gießen) war ein deutscher Historiker und Geschichtsdidaktiker an der Universität Gießen. Die Geschichtsdidaktik beschäftigt sich mit den Zielen, Inhalten und Methoden des Lehrens und Lernens von Geschichte.

Bergmann gehörte zu den führenden Vertretern einer kritischen Geschichtsdidaktik. Geschichtsunterricht sollte nach seiner Auffassung nicht beim Auswendiglernen von Fakten und Begriffen stehen bleiben, sondern Schülerinnen und Schüler zu eigenständigem und kritischem Denken anregen. Das Fach Geschichte sollte außerdem zur Demokratisierung der Gesellschaft und zur Emanzipation, also zur Selbstständigkeit und Selbstbestimmung, des Einzelnen beitragen.

Zentrale didaktische Prinzipien

Bergmann entwickelte insbesondere die Prinzipien der Personifizierung und der Multiperspektivität weiter. Personifizierung bedeutet im Geschichtsunterricht, historische Zusammenhänge anhand handelnder oder betroffener Menschen zugänglich zu machen. Multiperspektivität bezeichnet die Betrachtung eines historischen Geschehens aus unterschiedlichen zeitgenössischen Sichtweisen. Dadurch sollen Lernende Geschichte nicht nur übernehmen, sondern selbstständig untersuchen, vergleichen und beurteilen.

Ein weiteres Thema seiner Arbeit war der Gegenwartsbezug im Geschichtsunterricht, also die Verbindung historischer Fragen mit der Lebenswelt und den Problemen der Gegenwart. Diese Ansätze entsprechen seinem Ziel, Geschichte als Grundlage für eigenes Denken und begründetes Urteilen zu vermitteln.

Ausbildung und akademische Tätigkeit

Bergmann studierte Geschichte und Philosophie. 1968 promovierte er an der Universität Münster mit Studien zur Großstadtfeindschaft und zur Bekämpfung der „Landflucht“ in Deutschland seit dem Ende des 19. Jahrhunderts. Sein Doktorvater war der Historiker Heinz Gollwitzer.

Seit 1972 war Bergmann Professor an der Universität Gießen. In den 1970er Jahren arbeitete Hans-Jürgen Pandel dort als sein Assistent; Ulrich Mayer war einer seiner Schüler. Bergmann war mit der ebenfalls als Geschichtsdidaktikerin tätigen Susanne Thurn verheiratet, die 2021 starb.

Veröffentlichungen und Herausgeberschaft

Bergmann veröffentlichte mehrere Arbeiten zu seinen zentralen geschichtsdidaktischen Themen. Dazu gehören „Personalisierung im Geschichtsunterricht. Erziehung zu Demokratie?“ (1972), „Multiperspektivität. Geschichte selber denken“ (2000) und „Der Gegenwartsbezug im Geschichtsunterricht“ (2001).

Er war außerdem Mitherausgeber verschiedener Standardwerke, Zeitschriften und Buchreihen. Das von ihm mit herausgegebene „Handbuch der Geschichtsdidaktik“ erschien erstmals 1979; die 5. Auflage folgte 1997. Zu seinen Zeitschriftenprojekten gehörten „Geschichtsdidaktik“ (1976–1987) und „Geschichte lernen“ (seit 1987). Gemeinsam mit Annette Kuhn, Jörn Rüsen und Gerhard Schneider gab er die Buchreihe „Geschichtsdidaktik Studien-Materialien“ heraus. Hinzu kam die Reihe „Methoden historischen Lernens“.

Bergmann wirkte auch an Schulbüchern des Klett-Verlags mit. Er gehörte zu den Verfassern von „erinnern und urteilen (Unterrichtseinheiten Geschichte)“ und „Geschichte und Geschehen“, das vier Bände umfasst und in sieben Ausgaben erschien.

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