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Kaufmann im Einzelhandel

Einzelhandelskaufmann ist ein Ausbildungsberuf, dessen Tätigkeitsbereich dem Berufsfeld Wirtschaft und Verwaltung, Schwerpunkt Absatzwirtschaft und …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Beruf und Aufgaben
  2. 2. Ausbildung in Deutschland
  3. 3. Ausbildung in Österreich
  4. 4. Berufliche Situation und Weiterbildung

Beruf und Aufgaben

Kaufmann im Einzelhandel beziehungsweise Einzelhandelskaufmann ist ein Ausbildungsberuf im Berufsfeld Wirtschaft und Verwaltung mit Schwerpunkt Absatzwirtschaft und Kundenberatung. Kaufleute im Einzelhandel verkaufen vor allem Konsumgüter und übernehmen dabei Aufgaben, die Verkauf, Kundenservice und betriebliche Organisation verbinden.

Sie informieren und beraten Kunden, führen Verkaufs- und Beratungsgespräche, verkaufen Waren, kassieren den Preis und bearbeiten Reklamationen. Weitere Aufgaben sind Warenannahme, Warenkontrolle, Verkaufsvorbereitung und Lagerwirtschaft. Außerdem wirken sie bei Ladendekoration und Sortimentsgestaltung mit und übernehmen betriebswirtschaftliche Tätigkeiten im Personal- und Rechnungswesen.

Arbeitsplätze gibt es besonders in Fachgeschäften, Filialen und Fachmärkten. Je nach Art, Größe und Struktur des Betriebs arbeiten sie im Verkaufsraum, im Lager und im Büro.

Ausbildung in Deutschland

2023 wurden in Deutschland 16.506 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen. Damit lag der Beruf auf Rang 6 der deutschen Rangliste der Ausbildungsberufe nach Neuabschlüssen.

Die Ausbildung erfolgt ohne Spezialisierung in Fachrichtungen oder Handelsschwerpunkte. Wichtige Inhalte sind Warenannahme und -kontrolle, Lagerwirtschaft, Verkaufsvorbereitung, Kundenkommunikation, Reklamationsbearbeitung sowie Personal- und Rechnungswesen. Zunehmend gehören auch Entwicklung und Leitung eines Einzelhandelsbetriebs dazu. Wegen des häufigen Kundenkontakts sind mündliche Kommunikationsstärke, sicheres Auftreten und gepflegte Umgangsformen wichtig.

Die reguläre Ausbildungszeit beträgt drei Jahre. Bis zum zweiten Ausbildungsjahr werden Kaufleute im Einzelhandel gemeinsam mit Verkäufern ausgebildet. Verkäufer können die Ausbildung deshalb direkt fortsetzen, wenn der Ausbildungsbetrieb dies unterstützt. Eine Verkürzung um bis zu einem Jahr ist möglich, etwa bei bereits erworbener höherer Schulbildung wie der allgemeinen Hochschulreife oder wenn das Ausbildungsziel voraussichtlich früher erreicht wird, beispielsweise durch gute Schulnoten. Der Antrag wird im Voraus oder im laufenden Jahr bei der zuständigen Stelle, meist der IHK, gestellt.

Ausbildung in Österreich

In Österreich dauert die Lehre ebenfalls drei Jahre und findet im dualen Ausbildungssystem statt: in Berufsschulen und gewerblichen Lehrbetrieben. Anders als in Deutschland gibt es keine getrennte Ausbildung zum Verkäufer. Der Lehrberuf Einzelhandel wird daher mit 14 Schwerpunkten angeboten: Allgemeiner Einzelhandel, Baustoffhandel, Einrichtungsberatung, Eisen- und Hartwaren, Elektro-Elektronikberatung, Fleischfachhandel, Kraftfahrzeuge und Ersatzteile, Lebensmittelhandel, Parfümerie, Schuhe, Sportartikel, Telekommunikation, Textilhandel sowie Uhren- und Juwelenberatung.

Gesetzlich genügt die Absolvierung der neunjährigen Schulpflicht. Die meisten erfolgreichen Bewerber haben jedoch eine Hauptschule und/oder Polytechnische Schule (Real/Regionale Schule) abgeschlossen. Die allgemeinen Ausbildungsinhalte unterscheiden sich nicht wesentlich von denen in Deutschland; die zusätzlichen Inhalte richten sich nach dem jeweiligen Schwerpunkt.

Die Ausbildung endet mit einer Lehrabschlussprüfung aus schriftlichem und mündlichem Teil. Wer sie besteht, kann die Lehrzeit in verwandten Berufen verkürzen, zum Beispiel als Foto- und Multimediakaufmann, Großhandelskaufmann und Lagerlogistiker, Industriekaufmann oder Bürokaufmann.

Berufliche Situation und Weiterbildung

Im deutschen Einzelhandel ist die Niedriglohnbeschäftigung sowohl in Vollzeit als auch in Teilzeit deutlich gewachsen. Der private Dienstleistungssektor, zu dem der Einzelhandel gehört, hat generell eine niedrigere Tarifabdeckung und mehr atypische Beschäftigung, insbesondere Minijobs und Zeitarbeit.

Von 1999 bis 2009 nahm die Zahl der Teilzeitstellen zu. Im selben Zeitraum sank der Anteil der Beschäftigten mit abgeschlossener Berufsausbildung von 82 auf unter 75 %. Nach der dualen Ausbildung endet das befristete Dienstverhältnis. Die Übernahmequote durch Ausbildungsbetriebe sinkt; in den neuen Bundesländern liegt sie dem allgemeinen Trend folgend unter 40 %.

Nach einem weiteren Jahr Berufspraxis sind Fortbildungen zum Handelsfachwirt, Fachwirt für Vertrieb im Einzelhandel oder Staatl. gepr. Betriebswirt möglich. Mit einem Jahr Berufspraxis im Vertrieb kann außerdem die Fortbildung zum Fachkaufmann für Vertriebsmanagement erfolgen.

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