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Karl-Friedrich Bonhoeffer
Karl-Friedrich Bonhoeffer (* 13. Januar 1899 in Breslau; † 15. Mai 1957 in Göttingen) war ein deutscher Chemiker. Karl-Friedrich Bonhoeffer, Mai 1928 in …
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Person und wissenschaftlicher Schwerpunkt
Karl-Friedrich Bonhoeffer (* 13. Januar 1899 in Breslau; † 15. Mai 1957 in Göttingen) war ein deutscher Chemiker. Sein Fachgebiet war vor allem die physikalische Chemie. In diesem Bereich beschäftigte er sich unter anderem mit spektroskopischen, photochemischen und kinetischen Themen. Spektroskopie untersucht die Wechselwirkung von Materie und Strahlung, Photochemie chemische Vorgänge unter dem Einfluss von Licht und Kinetik den Ablauf und die Geschwindigkeit chemischer Reaktionen.
Besonders bekannt wurde Bonhoeffer durch die Entdeckung der Wasserstoffmodifikationen Ortho- und Parawasserstoff im Jahr 1929, die er gemeinsam mit Paul Harteck machte. Dabei kam es zu einer Prioritätsfrage: Arnold Eucken veröffentlichte seine Publikation wenige Tage zuvor. Ortho- und Parawasserstoff sind zwei unterschiedliche Formen des Wasserstoffmoleküls, die sich durch die Ausrichtung der Kernspins unterscheiden.
Ausbildung und akademische Laufbahn
Bonhoeffer war ein Sohn von Karl Bonhoeffer und Paula von Hase. Er wuchs mit insgesamt sieben Geschwistern in einer Familie des Bildungsbürgertums auf; zu seinen Brüdern gehörten Klaus und Dietrich Bonhoeffer. Nachdem sein Vater einem Ruf an die Charité gefolgt war, zog die Familie 1912 nach Berlin und 1916 nach Berlin-Grunewald. Nach dem Schulabschluss wurde Bonhoeffer 1917 als Freiwilliger zum Militärdienst eingezogen.
Ab 1918 studierte er in Tübingen und Berlin. 1922 promovierte er in Berlin bei Walther Nernst. Von 1923 bis 1930 arbeitete er als Assistent von Fritz Haber am Kaiser-Wilhelm-Institut für Physikalische und Elektrochemie in Berlin-Dahlem. Während dieser Zeit veröffentlichte er mehrere wissenschaftliche Arbeiten zu spektroskopischen, photochemischen und kinetischen Fragen. 1927 habilitierte er sich, ohne eine formale Habilitationsschrift einzureichen, und wurde anschließend Extraordinarius an der Universität Berlin.
1930 erhielt Bonhoeffer eine Professur für physikalische Chemie an der Universität Frankfurt. 1934 wurde er an die Universität Leipzig berufen und leitete dort bis 1947 das Institut für Physikalische Chemie. 1938 wurde er Mitglied der Gelehrtenakademie Leopoldina. 1947 wurde er Professor für physikalische Chemie an der Universität Berlin. Gleichzeitig übernahm er die Leitung des Instituts für physikalische Chemie und Elektrochemie der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften in Berlin-Dahlem, des heutigen Fritz-Haber-Instituts der Max-Planck-Gesellschaft. 1949 wurde er als Direktor des Instituts für Physikalische Chemie der Max-Planck-Gesellschaft nach Göttingen berufen.
Wissenschaftliches Erbe und Einordnung
Aus dem Göttinger Institut, dessen Direktor Bonhoeffer ab 1949 war, ging 1971 das Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen hervor. Es trägt den Ehrennamen „Karl-Friedrich-Bonhoeffer-Institut“.
Die Wissenschaftshistorikerin Ute Deichmann ordnet Bonhoeffer als einen Wissenschaftler ein, der dem Nationalsozialismus kritisch gegenüberstand, sich jedoch widerspruchslos an die herrschenden Verhältnisse anpasste. Bonhoeffer war nie Mitglied der NSDAP. Zugleich verschaffte er einigen als „halbjüdisch“ bezeichneten Wissenschaftlern Arbeitsmöglichkeiten in seinem Institut. Seine Haltung wird deshalb im Zusammenhang mit dem Satz „Mit den Wölfen muss man heulen“ beschrieben. Das nach ihm benannte Max-Planck-Institut stellt in seinem Lebenslauf auch den Widerstand der Familie Bonhoeffer während der NS-Zeit dar.
Bonhoeffer war mit Grete von Dohnanyi verheiratet, einer Schwester von Hans von Dohnanyi. Das Paar hatte vier Kinder, darunter Friedrich Bonhoeffer und Martin Bonhoeffer. Ein weiterer Schwager war der Wissenschaftler Max Delbrück.