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Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Karōshi

Als Karōshi (jap. 過労死 karō shi, Tod durch Überarbeiten, Tod durch Überarbeitung) bezeichnet man in Japan einen plötzlichen berufsbezogenen Tod.

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Definition und Bedeutung
  2. 2. Entwicklung und staatlicher Umgang
  3. 3. Ursachen und gesundheitliche Folgen
  4. 4. Juristische Anerkennung und Entschädigung

Definition und Bedeutung

Karōshi bezeichnet in Japan einen plötzlichen berufsbezogenen Tod durch Überarbeitung. Die Todesursache ist meistens ein durch Stress ausgelöster Herzinfarkt oder Schlaganfall. Umstritten ist, ob auch Suizide infolge arbeitsbedingter psychischer Erkrankungen, auf Japanisch karō jisatsu, unter diese Definition fallen.

Tod durch Überarbeitung entsteht durch angestaute arbeitsbedingte Erschöpfung und den Verbrauch körperlicher oder geistiger Kräfte. Das Phänomen tritt weltweit auf, wird als gesellschaftliches Problem aber besonders häufig im Zusammenhang mit ostasiatischen Ländern diskutiert. In Japan haben sich etwa 40 Kliniken auf gefährdete Fälle spezialisiert.

Entwicklung und staatlicher Umgang

Der erste gemeldete Karōshi-Fall ereignete sich 1969: Ein 29-jähriger verheirateter Arbeiter aus der Versandabteilung der größten japanischen Zeitung starb an einem Schlaganfall.

Größere öffentliche Aufmerksamkeit erhielt das Phänomen erst Ende 1980, nachdem mehrere geschäftsführende Manager mittleren Alters ohne vorherige Krankheitsanzeichen plötzlich gestorben waren. Kurz darauf wurde dafür die Bezeichnung Karōshi verwendet. Wegen wachsender öffentlicher Besorgnis begann das japanische Arbeitsministerium 1987, Karōshi-Statistiken zu veröffentlichen. 2014 ergriff Japan gesetzliche Maßnahmen zur Verhinderung solcher Todesfälle und erfasst sie seitdem sehr genau statistisch.

Ursachen und gesundheitliche Folgen

Als gesellschaftliche Ursache der Karōshi-Fälle gilt der rasante wirtschaftliche Aufstieg Japans nach dem Zweiten Weltkrieg, genauer nach dem Pazifikkrieg. Die damit verbundenen Arbeitsbelastungen konnten extreme Ausmaße erreichen.

Mittlerweile ist anerkannt, dass Erwerbstätige nicht jahrelang sechs bis sieben Tage pro Woche jeweils mehr als zwölf Stunden täglich arbeiten können, ohne körperlich und geistig darunter zu leiden. Die angestaute Erschöpfung und der dauerhafte Stress können schließlich schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie möglicherweise arbeitsbedingte psychische Erkrankungen hervorrufen.

Juristische Anerkennung und Entschädigung

Karōshi ist inzwischen juristisch als haftungspflichtige Todesart anerkannt. Deshalb verklagen immer mehr Angehörige von Opfern die jeweiligen Arbeitgeber auf Entschädigung.

Eine Entschädigung wird jedoch nur zuerkannt, wenn die zuständige Arbeitsüberwachungsbehörde den Todesfall zuvor als berufsbedingt anerkennt.

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