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Kapparot
Sühnungen), Kappores schlagen oder Hühnerschwenken ist ein von einem Teil der Juden begangenes Opfer-Ritual am Vorabend des Versöhnungstages (Jom Kippur) ( …
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Bedeutung und Ablauf
Kapparot (hebräisch für „Sühnungen“), auch Kappores schlagen oder Hühnerschwenken genannt, ist ein Opfer-Ritual, das ein Teil der Juden am Vorabend des Versöhnungstages Jom Kippur begeht. Dabei wird ein lebendes Huhn zur Sühne über dem Kopf einer Person geschwenkt und anschließend geschlachtet.
Je nach Geschlecht der Person wird ein Hahn oder eine Henne verwendet. Eine schwangere Frau nimmt beide. Weiße Hühner gelten als erwünscht, weil sie als Zeichen für die Vergebung von Sünden verstanden werden; der Brauch kann aber auch ohne weiße Hühner durchgeführt werden. Statt Hühnern können auch Münzen an Arme verteilt werden. Auch die für Kapparot verwendeten Hühner werden danach an Arme gegeben.
Religiöse Vorstellung und Spruch
Beim Kapparot-Ritual wird der Hahn oder die Henne als religiös-spiritueller Stellvertreter für einen Menschen verstanden. Der Brauch wird aus einem Satz im jüdischen Gebetbuch hergeleitet, weil das hebräische Wort גבר sowohl „Mensch“ als auch „Hahn“ bedeuten kann.
Während das Tier um den Kopf geschwenkt wird, spricht man dreimal: „Das ist mein Stellvertreter. Das ist mein Auslöser. Das ist meine Sühne. Dieses Huhn / oder dieser Hahn / geht dem Tode entgegen, ich aber gehe einem guten Leben und Frieden entgegen.“ Für eine ganze Familie können zwei Hühner ausreichen: ein Hahn für alle männlichen Familienmitglieder und eine Henne für alle weiblichen.
Herkunft und Bewertung
Der Brauch stammt aus der jüdischen Diaspora im mittelalterlichen Persien des siebenten Jahrhunderts. Innerhalb des Judentums wurde Kapparot unterschiedlich bewertet.
Jüdische Gelehrte wie Maimonides sowie der Schulchan Aruch untersagten die Sitte, weil sie als heidnischen Ursprungs galt und Aberglauben stärken könne. Andere Gelehrte, darunter Moses Isserles, befürworteten Kapparot. Die Praxis wurde von den aschkenasischen Juden Osteuropas weitgehend akzeptiert und wird auch in neuerer Zeit bei ultraorthodoxen Juden weiter gepflegt.