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Johannes-Peter Timm

Johannes-Peter Timm (* 7. November 1942 in Baden-Baden), Alternativname: Hannespeter Timm, ist ein deutscher Sprachwissenschaftler (Anglistik) und …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Überblick
  2. 2. Lernorientierter Fremdsprachenunterricht
  3. 3. Forschungsthemen und Fachverständnis
  4. 4. Werdegang und Schriften

Überblick

Johannes-Peter Timm, auch Hannespeter Timm genannt, wurde am 7. November 1942 in Baden-Baden geboren. Er ist ein deutscher Sprachwissenschaftler der Anglistik und Fachdidaktiker für moderne Fremdsprachen, besonders für Englisch. Bis zu seiner Emeritierung im Herbst 2000 war er Professor für Angewandte Linguistik und Fremdsprachendidaktik an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg.

Seine Bedeutung liegt vor allem in der Entwicklung einer Fremdsprachendidaktik, die Lernen im Unterricht in den Mittelpunkt stellt. Fremdsprachendidaktik untersucht und gestaltet das Lehren und Lernen von Fremdsprachen. Angewandte Linguistik befasst sich mit der Anwendung sprachwissenschaftlicher Erkenntnisse auf praktische Bereiche wie Sprachunterricht.

Lernorientierter Fremdsprachenunterricht

Timm entwickelte sich in seinen Veröffentlichungen von einer formalen Linguistik zu einer sprachverwendungsorientierten Linguistik. Dabei steht nicht nur die Form von Sprache, etwa Regeln der Grammatik, im Vordergrund, sondern ihre Verwendung in konkreten Situationen.

Auch in der Fremdsprachendidaktik verlagerte er den Schwerpunkt: Statt vor allem unterrichtliche Lehrverfahren zu betrachten, richtete er die Aufmerksamkeit auf die Förderung von Lernprozessen der Schülerinnen und Schüler. Dafür führte er den Begriff der Lernorientierung in die Fremdsprachendidaktik ein. Lernorientierung bedeutet hier, dass Unterricht vom Lernen der Lernenden her gedacht wird.

Timm setzte sich für ganzheitlichen und handlungsorientierten Fremdsprachenunterricht ein. Ganzheitlichkeit berücksichtigt verschiedene Seiten des Lernens. Handlungsorientierung bedeutet, dass Lernende Sprache in Handlungen und bedeutsamen Situationen verwenden. Seine Bücher zu diesen Ansätzen gelten als Standardliteratur für die Aus- und Fortbildung von Fremdsprachenlehrkräften.

Forschungsthemen und Fachverständnis

Zu Timms Forschungsschwerpunkten gehören der Grammatikunterricht, Ganzheitlichkeit, Handlungsorientierung, Interlanguage und der Umgang mit Schülerfehlern. Interlanguage bezeichnet die sich entwickelnde Sprache von Lernenden, die Merkmale der Erstsprache und der zu lernenden Fremdsprache haben kann.

Zusammen mit Helmut Johannes Vollmer erarbeitete Timm eine systematische Konzeption der Fremdsprachenforschung. Fremdsprachenforschung dient dabei als Oberbegriff für drei Disziplinen: Fremdsprachendidaktik, Sprachlehrforschung und Zweitsprachenerwerbsforschung. Die Sprachlehrforschung untersucht das Lehren und Lernen von Sprachen; die Zweitsprachenerwerbsforschung untersucht, wie eine weitere Sprache erworben wird.

Werdegang und Schriften

Timm besuchte in Villingen im Schwarzwald das Gymnasium, später Gymnasium am Romäusring, und legte 1962 das Abitur ab. Er studierte Anglistik, Romanistik, Philosophie und Pädagogik an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau sowie an der University of Bristol in England. Nach dem 1. und 2. Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien 1967 beziehungsweise 1969 war er Hochschulassistent und wurde 1970 Dozent für Englisch an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg. 1974 wurde er dort Professor für Sprachwissenschaft, Angewandte Sprachwissenschaft und Fremdsprachendidaktik. 1979 promovierte er an der Universität-Gesamthochschule Essen bei Werner Hüllen zum Dr. phil. Seit Herbst 2000 ist er im Ruhestand und lebt in Regensburg.

Zu seinen zentralen Schriften zählen „Strukturalistische und transformationelle Syntax: Möglichkeiten und Probleme im Englischunterricht“ (1972), „Pragmatisch-kommunikative Grammatik im Englischunterricht. Theorie und Praxis der Unterrichtsplanung“ (1979) sowie die mit Gerhard Bach herausgegebenen Werke „Fremdsprachenunterricht im Wandel“ (1989) und „Englischunterricht. Grundlagen und Methoden einer handlungsorientierten Unterrichtspraxis“. Letzteres erschien erstmals 1989, in einer 4., vollständig überarbeiteten und erweiterten Auflage 2009 sowie in einer 5., aktualisierten Auflage 2013. Darüber hinaus gab er unter anderem „Ganzheitlicher Fremdsprachenunterricht“ (1995) und „Englisch lernen und lehren. Didaktik des Englischunterrichts“ (1998) heraus und veröffentlichte etwa 60 Aufsätze in Sammelwerken und wissenschaftlichen Zeitschriften.

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