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Jürgen Bähr

Er war von 1977 bis 2006 ordentlicher Professor für Stadt- und Bevölkerungsgeographie an der Universität Kiel. Beachtung fand vor allem Bährs Entwicklung eines …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Person und Bedeutung
  2. 2. Ausbildung und akademische Laufbahn
  3. 3. Forschung und Modell der lateinamerikanischen Stadt
  4. 4. Ausgewählte Veröffentlichungen

Person und Bedeutung

Jürgen Bähr (* 31. Oktober 1940 in Kassel; † 26. Februar 2014) war ein deutscher Geograph. Er war von 1977 bis 2006 ordentlicher Professor für Stadt- und Bevölkerungsgeographie an der Universität Kiel. Besonders wichtig ist er für die Geographie, weil er ein Modell der lateinamerikanischen Stadt entwickelte. Ein solches Modell beschreibt typische räumliche und soziale Strukturen von Großstädten in Lateinamerika und hilft, Stadtentwicklung vergleichend zu untersuchen.

Ausbildung und akademische Laufbahn

Bähr studierte Geographie und Mathematik an der Philipps-Universität Marburg. 1967 promovierte er dort mit der Arbeit „Kulturgeographische Wandlungen in der Farmzone Südwestafrikas“ zum Dr. rer. nat. Außerdem erwarb er das Staatsexamen für das Höhere Lehramt in Geographie und Mathematik.

Von 1967 bis 1973 arbeitete er am Geographischen Institut der Universität Bonn als wissenschaftlicher Assistent, Akademischer Rat beziehungsweise Oberrat. 1973 habilitierte er sich dort bei Wilhelm Lauer, einem Schüler Carl Trolls, für das Fach Geographie. Seine Habilitationsschrift trug den Titel „Migration im Großen Norden Chiles“.

Von 1973 bis 1975 war Bähr Privatdozent am Geographischen Institut der Universität Bonn. Ab 1975 arbeitete er als Professor für Wirtschaftsgeographie an der Universität Mannheim. 1977 wechselte er an die Universität Kiel, wo er Professor für Geographie wurde und den Lehrstuhl für Stadt- und Bevölkerungsgeographie übernahm. 2006 wurde er emeritiert. Er starb im Februar 2014.

Forschung und Modell der lateinamerikanischen Stadt

Bährs bekanntester Beitrag ist die Entwicklung eines Modells der lateinamerikanischen Stadt. Die im Artikel genannten Veröffentlichungen zeigen, dass er sich besonders mit neueren Entwicklungstendenzen lateinamerikanischer Großstädte, ihrer sozialräumlichen Differenzierung und den Grundstrukturen moderner Großstädte in Lateinamerika beschäftigte.

„Sozialräumliche Differenzierung“ bedeutet, dass verschiedene soziale Gruppen und Funktionen einer Stadt räumlich unterschiedlich verteilt sind. Bähr veröffentlichte dazu unter anderem 1981 zusammen mit Günter Mertins das „Idealschema der sozialräumlichen Differenzierung lateinamerikanischer Großstädte“ in der „Geographischen Zeitschrift“. Später arbeitete er auch mit Axel Borsdorf und Michael Janoschka zur Dynamik des stadtstrukturellen Wandels in Lateinamerika.

Ausgewählte Veröffentlichungen

Zu Bährs ausgewählten Schriften gehören Arbeiten zur Landschafts-, Bevölkerungs- und Stadtgeographie. 1974 veröffentlichte er zusammen mit Winfried Golte „Der niederrheinische Höhenzug von Xanten bis Kleve“. 1983 erschien „Bevölkerungsgeographie: Verteilung und Dynamik der Bevölkerung in globaler, nationaler und regionaler Sicht“ in der Reihe UTB; die 5., völlig neu bearbeitete Auflage erschien 2010 mit der ISBN 978-3-8252-1249-0.

2005 veröffentlichte er gemeinsam mit Ulrich Jürgens „Stadtgeographie 2. Regionale Stadtgeographie. Stadtstrukturen und Stadttypen“. Diese Titel zeigen die Schwerpunkte seiner Arbeit: Bevölkerung, Stadtstrukturen und regionale Unterschiede in der Geographie.

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