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Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Iris (Auge)

Der innere Irisrand bildet die Pupille, das Sehloch, und liegt als Margo pupillaris auf der Vorderfläche der Linse. Die glatte Irismuskulatur reguliert durch …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Aufbau und Aufgabe der Iris
  2. 2. Steuerung der Pupillenweite
  3. 3. Schichten, Farbe und Erkennung
  4. 4. Erkrankungen und Behandlungsmöglichkeiten

Aufbau und Aufgabe der Iris

Die Iris oder Regenbogenhaut ist die pigmentierte Blende des Auges. Sie bildet den vorderen Teil der Uvea, der zweiten Gewebsschicht des Auges. Sie liegt am Übergang von Hornhaut und weißer Augenhaut, trennt die vordere von der hinteren Augenkammer und hat einen Durchmesser von etwa 12 Millimetern.

Ihr innerer Rand umschließt die Pupille, das Sehloch. Die Pupille liegt vor der Linse. Durch Veränderungen ihres Durchmessers regelt die glatte Muskulatur der Iris, wie viel Licht in das Auge fällt. Diese unwillkürliche Anpassung an die Lichtverhältnisse heißt Adaptation.

Steuerung der Pupillenweite

Die Iris ist mit ihrer Iriswurzel am Ziliarkörper befestigt und lässt in ihrer Mitte die Pupille frei. Diese wirkt wie eine optische Blende. Zwei Muskeln verändern ihre Weite:

  • Der Musculus sphincter pupillae ist ringförmig um die Pupille angeordnet und wird parasympathisch innerviert. Bei seiner Kontraktion wird die Pupille enger; dies heißt Miosis.
  • Der Musculus dilatator pupillae verläuft fächerförmig an der Hinterseite der Iris und wird sympathisch innerviert. Bei seiner Kontraktion wird die Pupille weiter; dies heißt Mydriasis.

Das Zusammenwirken beider Muskeln ermöglicht das Pupillenspiel. Es passt die Pupillenweite unwillkürlich an unterschiedliche Lichtverhältnisse an und reagiert auch auf einen erhöhten Sympathikotonus, etwa beim Erschrecken.

Schichten, Farbe und Erkennung

Die Iris besteht aus zwei Schichten. Der vordere Teil heißt Stroma und stammt – außer den enthaltenen Pigmentzellen – aus dem Mesoderm. Der hintere Teil heißt Pigmentblatt oder Pars iridica retinae; ebenso stammen die Pigmentzellen des Stromas aus dem Ektoderm.

Das Pigmentblatt filtert Streulicht, reguliert die Intensität des einfallenden Lichts und verbessert dadurch die Optik des Auges. Das Pigment im Stroma bestimmt die Augenfarbe: Ein hoher Pigmentanteil führt zu einer braunen Iris, ein niedrigerer Anteil zu grünen, blauen oder grauen Farbtönen.

Die Struktur des Irisstromas ist bei jedem Menschen unterschiedlich. Daher kann die Iris-Erkennung, ähnlich wie ein Fingerabdruck, zur Personenidentifizierung in der Biometrie genutzt werden. Bei Pferden können entsprechend die individuell gestalteten Traubenkörner zur Identitätsfeststellung dienen.

Auch die beiden Iris-Muskeln gehen aus dem Neuroektoderm hervor und gehören zur glatten Muskulatur. Der Sphinctermuskel liegt im pupillennahen Drittel des Stromas und besteht aus kreisförmig angeordneten glatten Muskelzellen. Der Dilatatormuskel wird von myofilamentreichen, radiär angeordneten basalen Fortsätzen des Pigmentblattes gebildet.

Die Iridologie oder Irisdiagnostik behauptet, aus dem sichtbaren Irisgewebe Aussagen über Erkrankungen oder körperliche Prädispositionen ableiten zu können. Für ihre Wirksamkeit gibt es keinerlei empirische Belege.

Erkrankungen und Behandlungsmöglichkeiten

Bei Albinismus fehlt das Pigment vollständig. Die Iris erscheint dann durchscheinend und wegen der Blutgefäße des ebenfalls pigmentarmen Augenhintergrundes rötlich. Weil die Iris ihre Blendenfunktion nicht ausreichend erfüllen kann, dringt Licht auch durch sie selbst auf die für geringe Helligkeiten gebauten Stäbchen. Dies führt zu Blendung und kann die Entwicklung der Sehfunktion im Säuglings- und Kleinkindesalter stören. Bei vielen Formen des Albinismus besteht zusätzlich eine Netzhautfehlbildung mit fehlender Fovea.

Ein angeborenes oder erworbenes Fehlen der Iris heißt Aniridie, Defekte der Iris heißen Kolobome. Eine Iridozyklitis ist eine Entzündung von Iris und Ziliarkörper. Sie kann bei rheumatischen Erkrankungen wie Morbus Bechterew auftreten, aber auch eigenständig vorkommen. Eine Irisatrophie kann als Essentielle Irisatrophie beim seltenen iridokornealen endothelialen Syndrom auftreten. Als Iridodialyse bezeichnet man den traumatischen teilweisen oder vollständigen Abriss der Iris vom Ziliarkörper.

Bei angeborenen oder erworbenen Irisdefekten können künstliche Intraokularlinsen mit aufgemalter Iris oder künstliche Iris-Implantate gegen Blendempfindlichkeit und Einschränkungen eingesetzt werden. Bei ausgedehnten Irisdefekten und gleichzeitig benötigter Kunstlinse kann eine Aniridie-Intraokularlinse implantiert werden. Neurologische Erkrankungen können sich auch durch Störungen der Pupillomotorik zeigen. Zu Eingriffen an der Iris gehören Iridodesis, Iridektomie, Iridotomie, Laser-Iridotomie sowie rekonstruktive oder ästhetische Iris-Implantate.

Lernvideos zu Iris (Auge)

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