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Lederhaut (Auge)

Aufgrund ihrer weißlichen Farbe wird sie auch weiße Augenhaut genannt. Sie umschließt den Augapfel fast vollständig und schützt ihn vor äußeren Einwirkungen.

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Bedeutung und Lage der Lederhaut
  2. 2. Schichten, Übergänge und Sehnervdurchtritt
  3. 3. Blutversorgung und Kammerwasserabfluss
  4. 4. Erkrankungen und Hinweise bei der Untersuchung

Bedeutung und Lage der Lederhaut

Die Lederhaut, lateinisch Sclera oder Sklera, ist die undurchsichtige äußere Schicht des Auges. Wegen ihrer weißlichen Farbe heißt sie auch weiße Augenhaut. Sie umschließt den Augapfel fast vollständig, schützt ihn vor äußeren Einwirkungen und reicht von der Eintrittsstelle des Sehnervs bis zur Hornhaut. Zusammen mit der durchsichtigen Hornhaut (Cornea) bildet sie die äußere Augenhaut, die Tunica externa bulbi. Außen wird die Sklera von der Tenon-Kapsel umschlossen, einer elastischen Membran.

Beim Menschen ist der sichtbare Teil der Sklera etwa dreimal so groß wie bei den mehr als 200 Arten nichtmenschlicher Primaten. Dadurch lassen sich Augenbewegung und Blickrichtung beim Menschen besonders gut erkennen. Die sichtbare Sklera ist daher auch für die nonverbale Kommunikation wichtig.

Schichten, Übergänge und Sehnervdurchtritt

Die Sklera besitzt eine gefäßarme Eigenschicht aus kollagenem Bindegewebe, die Substantia propria. Der Augeninnendruck spannt diese Schicht. Außen liegt die gefäßreiche Lamina episcleralis. Im Übergangsbereich zur Hornhaut ist die Außenseite der Sklera von der Tunica conjunctiva bulbi bedeckt, einem Abschnitt der Bindehaut (Konjunktiva).

Der Übergang zwischen Cornea und Sklera heißt Limbus oder Saum. Dort überdacht die Sklera die Hornhaut dachziegelartig; dieser Bereich wird Korneoskleralfalz genannt. Ein innen anliegender Bindegewebsring, der Anulus sclerae, verdickt die Sklera zum Skleralwulst. In diesem Bereich ist auch der Ziliarmuskel (Musculus ciliaris) verankert.

Am hinteren Pol des Auges befindet sich eine beim Menschen etwa 3,5 mm große Öffnung, durch die der Sehnerv in das Auge eintritt. Sie liegt etwa 3 mm nach innen und 1 mm unterhalb der Fovea centralis. Eine durchlöcherte Siebplatte, die Lamina cribrosa sclerae, bedeckt diese Öffnung. An ihr geht die Lederhaut in die harte Hirnhaut des Sehnervs über.

Blutversorgung und Kammerwasserabfluss

Die Blutversorgung der Sklera erfolgt überwiegend über die Lamina episcleralis. Im Skleralwulst liegt ein Venengeflecht, der Plexus venosus sclerae oder Schlemm-Kanal. Dieses dient dem Abfluss des Kammerwassers.

Die Endäste der Blutgefäße in der Bindehaut am Saum bilden das Randschlingennetz. Es hilft bei der Versorgung der normalerweise gefäßlosen Hornhaut. Bei einer Hornhautentzündung können Blutgefäße aus diesem Randschlingennetz in die Cornea einsprossen.

Erkrankungen und Hinweise bei der Untersuchung

Erkrankungen der Sklera sind vor allem Entzündungen. Sie entstehen selten durch eine örtliche Infektion, häufiger jedoch durch systemische Autoimmunerkrankungen wie Rheuma oder durch Gicht. Seltener sind Infektionskrankheiten wie Syphilis, Borreliose oder Herpes Zoster die Ursache. Dies gilt besonders für die tiefe Skleritis, im Unterschied zur Episkleritis. Auch Verletzungen der Sklera sind in der Augenheilkunde wichtig.

Bei Gelbsucht (Ikterus) verfärbt sich zunächst die Sklera gelb; dies heißt Sklerenikterus. Er tritt auf, wenn das Gesamtbilirubin im Serum auf über 2 mg/dl beziehungsweise über 34 µmol/l steigt. Danach können auch Haut und Schleimhäute gelb werden. Blaue Skleren kommen bei Neugeborenen sowie bei zahlreichen Erkrankungen vor.

Der Blick auf die Sklera kann außerdem diagnostische Hinweise geben:

  • Bei Entzündungen ist sie gerötet. Eine Konjunktivitis ist oberflächlich und deshalb verschieblich. Eine Episkleritis ist häufig linsenförmig begrenzt und druckschmerzhaft. Eine Skleritis ist diffus und schon ohne Druck schmerzhaft, besonders nachts.
  • Eine bläuliche Sklera kann auf eine abgelaufene Entzündung oder auf Osteogenesis imperfecta hinweisen. Bei Säuglingen oder bei sehr dünner Sklera kann sie jedoch normal sein.
  • Eine Gelbfärbung weist auf erhöhtes Bilirubin hin, etwa infolge einer Lebererkrankung oder Ähnlichem.
  • Eine schwärzliche Sklera weist auf Alkaptonurie hin.

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