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Integralsinus

Der Integralsinus ist ein Begriff aus der Mathematik und bezeichnet eine durch ein Integral gegebene Funktion. Joseph Liouville (1809–1882) bewies, dass der …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Definition und Bedeutung
  2. 2. Eigenschaften und Reihenentwicklung
  3. 3. Spezielle Werte und verwandte Grenzwerte
  4. 4. Weitere Integralidentitäten

Definition und Bedeutung

Der Integralsinus ist eine durch ein Integral definierte mathematische Funktion. Er entsteht als Integral der Sinc-Funktion:

Si(x) := ∫₀ˣ si(t) dt = ∫₀ˣ (sin t)/t dt.

Dabei wird der Integrand an der Stelle t = 0 über seinen Grenzwert verstanden. Der Integralsinus ist wichtig, weil die Sinc-Funktion zwar eine einfache Darstellung besitzt, ihre Stammfunktion aber nicht durch elementare Funktionen ausgedrückt werden kann.

Eigenschaften und Reihenentwicklung

Für den Grenzwert des Integralsinus gilt:

limₓ→∞ Si(x) = ∫₀∞ sin(x)/x dx = π/2.

Eine im Artikel angegebene Herleitung schreibt sin(x)/x mithilfe der Exponentialfunktion als Doppelintegral und vertauscht anschließend die Integrationsreihenfolge:

∫₀∞∫₀∞ sin(x) exp(−xy) dy dx = ∫₀∞∫₀∞ sin(x) exp(−xy) dx dy = ∫₀∞ 1/(y² + 1) dy = π/2.

Mit der Darstellung

sin x = (1/(2i))(eⁱˣ − e⁻ⁱˣ)

und der Integralexponentialfunktion Ei folgt:

Si(x) = (1/(2i))(Ei(ix) − Ei(−ix)) + π/2.

Die Taylorreihe um x = 0 konvergiert kompakt und lautet:

Si(x) = x − x³/(3!·3) + x⁵/(5!·5) − x⁷/(7!·7) + ⋯ = Σₖ₌₀∞ [ (−1)ᵏ / ((2k+1)!·(2k+1)) ] x²ᵏ⁺¹.

Eng verwandt ist der Integralkosinus Ci(x). Zusammen bilden Si(x) und Ci(x) in parametrischer Darstellung eine Klothoide.

Spezielle Werte und verwandte Grenzwerte

Ein spezieller Funktionswert ist

Si(π) = 1,851937… .

Dieser Wert wird als Wilbraham-Gibbs-Konstante bezeichnet.

Weitere Grenzwerte verwandter Integrale sind:

  • limₓ→∞ ∫₀ˣ sin²(t)/t² dt = π/2
  • limₓ→∞ ∫₀ˣ sin³(t)/t³ dt = 3π/8
  • limₓ→∞ ∫₀ˣ sin⁴(t)/t⁴ dt = π/3
  • limₓ→∞ ∫₀ˣ sin⁶(t)/t⁶ dt = 11π/40.

Weitere Integralidentitäten

Weitere, auf der Exponentialfunktion basierende Integraldarstellungen für Integralsinus und Integralkosinus lassen sich in folgende Formen bringen:

∫₀∞ exp(−xy)/(y²+1) dy = (π/2) cos(x) − Si(x) cos(x) + Ci(x) sin(x),

∫₀∞ y exp(−xy)/(y²+1) dy = (π/2) sin(x) − Si(x) sin(x) − Ci(x) cos(x).

Durch Linearkombinationen und die Identität sin²(x) + cos²(x) = 1 erhält man:

Si(x) = π/2 − cos(x)∫₀∞ exp(−xy)/(y²+1) dy − sin(x)∫₀∞ y exp(−xy)/(y²+1) dy,

Ci(x) = sin(x)∫₀∞ exp(−xy)/(y²+1) dy − cos(x)∫₀∞ y exp(−xy)/(y²+1) dy.

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