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Integralexponentialfunktion
In der Mathematik ist die Integralexponentialfunktion beziehungsweise das Exponentialintegral eine nicht-elementare infinitesimalanalytische Funktion.
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Wesen und Bedeutung
Die Integralexponentialfunktion, auch Exponentialintegral genannt, ist eine nicht-elementare infinitesimalanalytische Funktion. Ihre Ableitung ist die kardinalische Exponentialkehrwertfunktion und damit elementar darstellbar. Die Funktion beschreibt insbesondere Stammfunktionen von Produkten aus Exponentialfunktionen und gebrochen rationalen Funktionen sowie Stammfunktionen der Kehrwerte einiger Logarithmusfunktionen.
Definition und grundlegende Beziehungen
Das Exponentialintegral Ei(x) ist definiert durch
Ei(x) = ∫₋∞ˣ eᵗ/t dt = −∫₋ˣ^∞ e⁻ᵗ/t dt.
Da 1/t bei t = 0 divergiert, ist dieses Integral für x > 0 als cauchyscher Hauptwert zu verstehen. Eine wichtige Reihendarstellung lautet
Ei(x) = γ + ln|x| + Σₖ₌₁^∞ xᵏ/(k! · k),
wobei ln den natürlichen Logarithmus und γ die Euler-Mascheroni-Konstante bezeichnet.
Eng verwandt ist der Integrallogarithmus li(x). Für 0 < x ≠ 1 gilt
li(x) = Ei(ln x).
Abgewandelte Integralexponentialfunktionen
Die Funktion E₁(x) verwendet einen anderen Integrationsbereich und kann in mehreren gleichwertigen Formen geschrieben werden:
E₁(x) = exp(−x) ∫₀^∞ exp(−tx)/(t+1) dt = ∫₁^∞ e⁻ᵗˣ/t dt = ∫ₓ^∞ e⁻ᵗ/t dt.
Sie kann als Erweiterung der Integralexponentialfunktion auf negative reelle Werte aufgefasst werden, denn Ei(−x) = −E₁(x).
Eine weitere verwandte Funktion ist Ein(x). Sie ist eine ganze Funktion und erfüllt
Ein(x) = ∫₀¹ [1 − exp(−tx)]/t dt = ∫₀ˣ (1 − e⁻ᵗ)/t dt.
Ihre Reihendarstellungen sind
Ein(x) = Σₙ₌₁^∞ [x²ⁿ⁻¹/((2n−1)!(2n−1)) − x²ⁿ/((2n)!(2n))]
und gleichwertig
Ein(x) = Σₖ₌₁^∞ (−1)ᵏ⁺¹xᵏ/(k!k).
Zwischen den Funktionen bestehen die Beziehungen
Ei(x) = γ + ln|x| − Ein(−x)
und
E₁(x) = −γ − ln|x| + Ein(x).
Verallgemeinerung mit der unvollständigen Gammafunktion
Das Integralexponential ist ein Spezialfall der unvollständigen Gammafunktion. Die verallgemeinerte Funktion Eₙ(x) wird durch
Eₙ(x) = xⁿ⁻¹ Γ(1−n,x)
definiert. Alternativ gilt für Re(x) > 0
Eₙ(x) = ∫₁^∞ e⁻ˣᵗ/tⁿ dt.
Damit werden die genannten Integralexponentialausdrücke in eine Familie von Funktionen mit dem Parameter n eingeordnet.
Integralhyperbelfunktionen
Durch arithmetische Mittelungen von Exponentialintegralausdrücken entstehen die Integralhyperbelfunktionen Shi(x) und Chi(x). Für Shi gilt
Shi(x) = ½ Ein(x) − ½ Ein(−x)
sowie die Integraldefinition
Shi(x) = ∫₀¹ sinh(tx)/t dt = ∫₀ˣ sinh(t)/t dt.
Für Chi gelten die Beziehungen
Chi(x) = ½ Ei(x) + ½ Ei(−x)
und
Chi(x) = γ + ln|x| − ½ Ein(x) − ½ Ein(−x).
Die Integraldefinition von Chi lautet
Chi(x) = γ + ln|x| + ∫₀¹ [cosh(tx) − 1]/t dt
= γ + ln|x| + ∫₀ˣ [cosh(t) − 1]/t dt.