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Informationsfluss
Als Informationsfluss (auch: Informationsstrom) wird in der Betriebswirtschaftslehre und der Informatik der Austausch von Informationen zwischen Absender …
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Grundidee und Definition
Als Informationsfluss, auch Informationsstrom genannt, bezeichnet man in der Betriebswirtschaftslehre und der Informatik den Austausch von Informationen zwischen Absender und Empfänger. Informationen sind in der Informationstheorie das Wissen, das ein oder mehrere Absender einem oder mehreren Empfängern über einen Informationskanal vermitteln. Dadurch erhalten die Empfänger einen Wissenszuwachs.
Nach dem Sender-Empfänger-Modell ist die Austauschbeziehung über einen Informationskanal Kommunikation. Der Informationsfluss ist dabei eine Strömungsgröße, also etwas, das sich bewegt oder übertragen wird. Wissen ist dagegen eine Bestandsgröße, also etwas, das bei einem Empfänger vorhanden ist.
Informationsträger können zum Beispiel Schrift, Sprache, Bildträger, Datenträger oder Tonträger sein. Zu schriftlichen Trägern zählen etwa Aktenvermerk, Brief, Plakat, Prospekt, Werbung oder Zeitung; zur Sprache gehören unter anderem Besprechung, Gespräch, Diskussion, Fernsehen und Rundfunk. Durch die Aktivierung des Informationsprozesses entsteht der Informationsfluss. Er umfasst die Gesamtheit der Informationen, die den Empfänger auf Informationswegen und über Informationskanäle erreichen.
Formen des Informationsflusses
Nach Erich Kosiol kann der Informationsfluss in mehrere Schritte gegliedert werden: Informationsaufnahme, Informationsvorspeicherung, Informationsverarbeitung, Informationsnachspeicherung und Informationsabgabe. Diese Vorgänge laufen in einem Informationssystem ab. Ein Informationssystem nimmt Informationen auf, gibt sie ab, transformiert sie und speichert sie.
Man unterscheidet außerdem einseitigen, zweiseitigen und wechselseitigen Informationsfluss. Einseitig bedeutet, dass Informationen nur in eine Richtung fließen, wie bei einem Monolog. Zweiseitig bedeutet, dass Austausch in beiden Richtungen möglich ist, wie bei einem Dialog. Wechselseitig bedeutet, dass der Austausch abwechselnd in beide Richtungen erfolgt; dies wird als Interaktivität bezeichnet. Für solche Formen des Austauschs werden Kommunikationsmittel eingesetzt.
Rolle in Organisationen
In Personenvereinigungen wie Unternehmen, Behörden oder anderen Institutionen ist der Informationsfluss ein Teil der Informationslogistik. Er wird durch den Kommunikationsweg oder Informationsweg vorgegeben. Gemeint ist eine organisatorisch festgelegte Kommunikationsbeziehung zwischen mindestens zwei Aufgabenträgern, die dem Austausch von Informationen dient.
Das betriebliche Informationswesen ist so organisiert, dass Informationen auf verschiedenen Informationsträgern gespeichert werden. Ihre Weitergabe wird durch den Informationsfluss geregelt. Ein Informationsrecht bedeutet, dass ein Aufgabenträger das Recht hat, seinen Informationsbedarf regelmäßig oder unregelmäßig durch bestimmte Informationen erfüllt zu bekommen. Eine Informationspflicht entsteht aus der allgemeinen Weisung eines Aufgabenträgers an einen anderen, bestimmte Informationen regelmäßig oder unregelmäßig zu erteilen.
In Hierarchien unterscheidet man vertikale und horizontale Informationswege. Reinhard Höhn unterschied drei Informationswege: Informationen von Mitarbeitern an Vorgesetzte, Informationen von Vorgesetzten an Mitarbeiter sowie Querinformation zwischen Mitarbeitern verschiedener Ebenen und Bereiche. Nach Querinformationen sollen Mitarbeiter ihre Vorgesetzten nachträglich informieren, damit kein Informationsaustausch „hinter ihrem Rücken“ vermutet wird.
Ziel eines formalen Kommunikationssystems ist ein in quantitativer und qualitativer Hinsicht optimaler Informationsfluss der relevanten Informationen. Wichtige Grundsätze sind, dass Informationen vollständig, rechtzeitig und möglichst adressatengerecht den Empfänger erreichen. Störungen können zu Fehlentscheidungen, verspäteten Entscheidungen oder Missverständnissen führen. Ein Beispiel ist ein Mitarbeiter, der eine Konferenz verpasst, weil ihn niemand über den Termin informiert hat. Nicht funktionierende Informationsflüsse können Informationsverluste und Fehlerfolgekosten verursachen.
Technische Betrachtung
Technisch lässt sich ein Informationsfluss durch den Datendurchsatz messen und beziffern. Der Informationsfluss sollte nicht größer sein als die maximale Datenmenge, die durch die Bandbreite vorgegeben ist. Andernfalls entsteht ein Bottleneck, also ein Engpass. Dadurch verlängert sich die Übertragungsdauer oder die Qualität der Übertragung verschlechtert sich.
Das Konzept des Informationsflusses kann auch zum Debuggen übermittelnder Systeme genutzt werden. Eine Störung ist im zeitlichen Abschnitt vor dem Fehler nicht erkennbar; danach findet keine oder nur noch eine fehlerhafte Übertragung statt.
Informationsflüsse sind oft Vorstufen von Synchronisierungsprozessen. Dabei werden Daten aus verschiedenen Quellen zu einem Datenbestand zusammengeführt, was als Merge bezeichnet wird. Im Datenschutz kann die kontrollierte Übermittlung wie eine Schleuse zwischen Sender und Empfänger verstanden werden. Diese Schleuse kann geöffnet oder verschlossen sein, etwa durch ein Genehmigungsverfahren.
Bei Optimierungen von Synchronisierungen können nur Unterschiede, also Änderungen zum Beispiel zum letzten validen Zustand, übertragen werden. Dadurch ist laut Artikel eine Komprimierung des Streams auf 20 % erreichbar.
Informationsprozesse und Datenverarbeitung
Der Informationsprozess besteht aus Informationsbeschaffung, Informationsspeicherung, Informationsübermittlung und Informationsverarbeitung. In der Kosten- und Leistungsrechnung anfallende Daten werden zum Beispiel in der Bilanz und in der Gewinn- und Verlustrechnung verdichtet. Andere Informationsprozesse regeln den Ablauf von Finanzierungs-, Produktions- und Vertriebsprozessen, indem sie Güter- und Zahlungsströme überlagern. Ein weiterer Informationsprozess unterstützt Entscheidungen zur Steuerung der übrigen Prozesse.
In der Datenverarbeitung bezeichnet Informationsfluss die Menge der Informationen, die je Zeitspanne durch einen Informationskanal übertragen werden. Die Kanalkapazität ist dabei der maximal mögliche Informationsfluss.
Datenfluss in der Informatik
In der Informatik spricht man häufig vom Datenfluss. Dieser Begriff ist enger, weil er auf digitale Daten beschränkt ist. Die Sendung eines UDP- oder TCP-Paketes kann mithilfe des Informationsflusses modelliert werden. Das Medium ist dabei die Leitung beziehungsweise das Ethernet. Das Paket durchläuft zwischen Sender und Empfänger viele Stationen.
Auch in neuronalen Netzwerken gibt es Informationsflüsse, zum Beispiel vom Auge zum Sehzentrum. Allerdings sind viele Bereiche nicht stromähnlich, sondern verteilend. Dadurch können bestimmte Konzepteffekte nicht genutzt werden. Ein Läsionsort, also der Ort einer Schädigung, lässt sich auf diese Weise nur teilweise feststellen.