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ISO-3166-1-Kodierliste
Die 1974 erstmals eingeführte ISO-3166-1-Kodierliste (Ländercodeliste) der Internationalen Organisation für Normung gliedert sich, nach Ländern sortiert, …
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Zweck und Bedeutung
Die ISO-3166-1-Kodierliste ist eine international standardisierte Ländercodeliste der Internationalen Organisation für Normung. Sie gehört zum ersten Teil der Norm ISO 3166 und trägt den Titel „Codes für die Namen von Ländern und deren Untereinheiten – Teil 1: Codes für Ländernamen“. Die Liste wurde 1974 erstmals eingeführt. Die im Artikel genannte letzte Ausgabe stammt von 2020-08; die entsprechende deutsche Norm ist DIN EN ISO 3166-1:2020-12.
Die Codes ermöglichen es, Staaten und bestimmte Gebiete in Datenbanken, Dokumenten und internationalen Informationssystemen eindeutig und einheitlich zu kennzeichnen. Verwendet wird jeweils der offizielle Name des Staates in deutscher Sprache. Die Tabelle hatte am 8. März 2021 insgesamt 269 Einträge.
Die drei ISO-Codearten
Für jeden erfassten Staat oder jedes Gebiet enthält ISO 3166-1 grundsätzlich drei verschiedene Codes:
- ALPHA-2 besteht aus zwei Buchstaben. Beispiele sind DE für Deutschland, AT für Österreich, CH für die Schweiz und FR für Frankreich.
- ALPHA-3 besteht aus drei Buchstaben und ist dadurch häufig leichter mit dem Ländernamen zu verbinden. Beispiele sind DEU für Deutschland, AUT für Österreich, CHE für die Schweiz und FRA für Frankreich.
- Der numerische Code besteht aus drei Ziffern. Deutschland hat 276, Österreich 040, die Schweiz 756 und Frankreich 250.
Die drei Codes bezeichnen jeweils dasselbe Land, sind aber für unterschiedliche technische oder organisatorische Anwendungen geeignet. Führende Nullen gehören zum numerischen Code: Afghanistan hat beispielsweise den Code 004 und Albanien 008.
Zusätzliche Vergleichscodes
Neben den drei eigentlichen ISO-3166-1-Spalten stellt die Tabelle weitere Kennzeichnungen zum Vergleich gegenüber:
- Die Top Level Domain (TLD) ist die länderbezogene Endung einer Internetadresse, etwa .de für Deutschland, .at für Österreich oder .jp für Japan.
- Der IOC-Code ist der Ländercode des Internationalen Olympischen Komitees. Er kann vom ISO-ALPHA-3-Code abweichen. Deutschland besitzt beispielsweise den ISO-Code DEU, aber den IOC-Code GER; die Schweiz hat CHE beziehungsweise SUI.
- Die Spalte zu ISO 3166-2 verweist auf Codes für Staaten und Gebiete mit subnationalen Einheiten, also beispielsweise Bundesländer, Provinzen oder Regionen. Für Deutschland lautet der übergeordnete Code DE.
- UN/LOCODE bezeichnet Ortscodes der Vereinten Nationen. Die Tabelle nennt dafür jeweils das zugehörige Länderpräfix, beispielsweise DE für Deutschland oder US für die Vereinigten Staaten.
Nicht jeder Eintrag besitzt Werte in allen Spalten. Besonders bei abhängigen Gebieten, reservierten Codes oder nicht allgemein standardisierten politischen Einheiten können einzelne Angaben fehlen.
Typische Beispiele und Abweichungen
Die Codes verschiedener Systeme müssen nicht identisch sein. Für die Vereinigten Staaten lauten die ISO-Codes US, USA und 840; hinzu kommen die TLD .us, der IOC-Code USA, der ISO-3166-2-Code US und das UN/LOCODE-Präfix US. Beim Vereinigten Königreich führt die Tabelle GB (und UK) als ALPHA-2-Angabe, GBR als ALPHA-3-Code und 826 als numerischen Code. Als Internetendungen erscheinen .uk und .gb, während IOC, ISO 3166-2 und UN/LOCODE jeweils GB beziehungsweise GBR verwenden.
Auch Gebiete, die keine selbstständigen Staaten sind, können eigene Einträge besitzen. Beispiele sind Åland mit AX, ALA und 248, Hongkong mit HK, HKG und 344 sowie Grönland mit GL, GRL und 304. Für die Antarktis gelten AQ, ATA und 010; ihr Sonderstatus beruht laut Tabelle auf dem Antarktisvertrag.
Einige Codes sind ausdrücklich für internationale Organisationen reserviert. Ascension besitzt AC und ASC und ist für den Weltpostverein (UPU) und die Internationale Fernmeldeunion (ITU) reserviert. Clipperton mit CP und CPT sowie Diego Garcia mit DG und DGA sind für die ITU reserviert. Tristan da Cunha wird mit TA und TAA geführt und ist für die UPU reserviert.
Historische und besondere Einträge
Ehemalige Staaten stehen in der Tabelle nur noch zu Informationszwecken. Sie wurden aus ISO 3166-1 gestrichen und gehören nun zu ISO 3166-3, das frühere Ländernamen und Codes dokumentiert. Beispiele sind die Deutsche Demokratische Republik mit DD, DDR und 278, die Sowjetunion mit SU, SUN und 810, Jugoslawien mit YU, YUG und 891 sowie die Tschechoslowakei mit CS, CSK und 200. Auch Zaire wird mit ZR, ZAR und 180 historisch aufgeführt; der heutige Staat Demokratische Republik Kongo verwendet CD, COD und 180.
Namens- und Staatsänderungen können alte und neue Codes nebeneinander erklären. Burma ist historisch mit BU, BUR und 104 verzeichnet, während Myanmar MM, MMR und ebenfalls 104 verwendet. Für Osttimor nennt die Tabelle TL (früher TP), TLS (früher TMP), 626 sowie .tl und die frühere Endung .tp.
Manche politischen oder geografischen Einträge besitzen keine vollständige ISO-3166-1-Zuordnung. Beim Kosovo fehlen in der Tabelle ISO-ALPHA-2-, ISO-ALPHA-3- und numerischer Code; angegeben sind jedoch der IOC-Code KOS und vorläufig RS-KM im Zusammenhang mit ISO 3166-2. Für die Türkische Republik Nordzypern sind keine Codes eingetragen. Die Europäische Union erscheint mit EU und der TLD .eu, ist aber kein regulärer Staatseintrag mit vollständigem dreiteiligem ISO-3166-1-Codesatz.