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Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Hui (Interjektion)

Hui (auch Huj oder seltener Huy) ist eine Interjektion in der deutschen Sprache, die mehrere Bedeutungen hat. Daneben ist es auch eine Bezeichnung zur …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Grundbedeutung und Verwendung
  2. 2. Bedeutungen im Deutschen
  3. 3. Besondere deutsche Verwendungen
  4. 4. Verwendung in der Bibel
  5. 5. Verwandte Formen in anderen Sprachen
  6. 6. Sprichwörter und feste Wendungen

Grundbedeutung und Verwendung

Hui, auch Huj und seltener Huy, ist eine deutsche Interjektion, also ein Ausruf oder Zwischenwort. Das Wort kann vor allem eine große Geschwindigkeit oder einen sehr kurzen Zeitraum ausdrücken. Außerdem dient es als aufmunternder Zuruf und kann Freude vermitteln.

Daneben kommt Hui auch als Bezeichnung zur Identifikation von Menschen, Personengruppen, Sprachen und Einrichtungen vor, beispielsweise als Nachname sowie in den Bezeichnungen Hui-Chinesen und Hui-Chinesisch. Im Mittelpunkt steht hier jedoch seine Verwendung als Interjektion.

Bedeutungen im Deutschen

Nach Johann Christoph Adelung drücken Hui! beziehungsweise Huy! sowie die verwandten Ausrufe Hurr! und Husch Geschwindigkeit, einen kurzen Zeitraum oder einen Augenblick aus. Jäger rufen Hui sowohl Hunden zu, damit sie anfallen, als auch wilden Schweinen, damit sie loslaufen.

Im Oberdeutschen wurde huj nach Adelung auch als Bei- und Nebenwort mit der Bedeutung „schnell“ oder „hurtig“ gebraucht. Beispiele sind „ein hujer Mensch“ und „er ist in allen seinen Sachen zu huj“. Das Zeitwort hujen erscheint außerdem in dem zusammengesetzten Verb überhujen im Sinne von „übereilen“. Als Zwischenwort aufmunternder Freude wird Hui mit ey! in Verbindung gebracht.

Besondere deutsche Verwendungen

Richard Wagner verwendete im Ring des Nibelungen das von ihm erfundene Substantiv Huien. In der betreffenden Stelle fragt eine Figur: „Wie führ’ ich den Huien zu Fafners Nest?“ Im Sinne von hui bezeichnet Huien dort Siegfried als den Schnelltuenden.

Im Westerwald gehört Hui! zum Gruß „Hui! Wäller – Allemol“. Dieser Gruß wurde 1913 geschaffen, nachdem die Ortsgruppe Bonn des Westerwaldvereins einen Wettbewerb für einen passenden Gruß der Westerwälder veranstaltet hatte.

Überschneidungen bestehen mit der Interjektion hoi, die möglicherweise auf dasselbe Wort zurückgeht. Im alemannischen Raum und in Südtirol, in weiten Teilen der deutschsprachigen Schweiz, in Südbaden, Liechtenstein und Vorarlberg dient hoi als Begrüßung im Sinne von „hallo“. Hirten und Fuhrleute verwenden es außerdem als Zuruf an das Vieh, um es in Ordnung zu halten oder anzutreiben. Menschen gegenüber kann es „auf!“ oder „vorwärts!“ bedeuten; zudem kann es Erstaunen oder Verwunderung ausdrücken. Es wird angenommen, dass hoi auf einen Treiberruf zurückgeht.

Verwendung in der Bibel

Je nach Übersetzung steht Hui oder Huj in mehreren Bibelstellen. Seine jeweilige Funktion ergibt sich aus dem Zusammenhang: Es kann als Aufforderung zum Aufbruch erscheinen, etwa „Hui, Moab, mache dich nun auf zur Ausbeute!“, oder als Warn- und Fluchtruf, etwa „Huj, huj, fliehet aus dem Mitternacht Land!“ und „Hui! entrinne, Zion“.

An anderer Stelle leitet der Ausruf eine Aufforderung zur Anklage ein: „Hui, verklagt ihn!“ Beim Klang der Trompete erscheint „Hui!“ außerdem als Reaktion auf den wahrgenommenen Kampf. Die Beispiele zeigen, dass der Ausdruck sowohl antreiben und warnen als auch eine erregte Stimmung wiedergeben kann.

Verwandte Formen in anderen Sprachen

Adelung nennt ähnliche Formen in mehreren Sprachen: Im Schwedischen finde sich hui, im Französischen und Italienischen uh. Außerdem stellt er eine Verwandtschaft mit dem angelsächsischen higan im Sinne von „eilen“ her; als altenglische Entsprechung wird „to hye“ angegeben.

Sprichwörter und feste Wendungen

Hui kommt in zahlreichen Sprichwörtern und festen Wendungen vor. Besonders bekannt sind Gegensatzpaare mit pfui, darunter „Heute hui, morgen pfui“, „Außen hui und innen pfui“, „Hinten hui, vorn pfui“ und „Oben hui, unten pfui“. Sie stellen einen positiven, schnellen oder glänzenden Eindruck einem negativen Zustand oder einer späteren Enttäuschung gegenüber.

Weitere Redensarten verbinden Hui mit Schnelligkeit oder Kürze: „Im ersten Hui“, „alle hui“ im Sinne von „alle Augenblicke“, „Er ist hui in allem“ und „Es ist in einem Hui geschehen“. Sprüche wie „Es soll keiner huy sagen, ehe er über den Graben, Bach oder Berg kommt“ warnen sinngemäß davor, sich zu früh über einen Erfolg zu freuen. Auch die Wendungen „Mit hui fängt’s an, mit pfui hört’s auf“ und „Hui und Pfui der Welt“ beruhen auf dem Gegensatz der beiden Ausrufe.

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