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Horst Haitzinger

Horst Haitzinger (* 19. Juni 1939 in Eferding) ist ein österreichischer Karikaturist. Er hat bisher über 16.000 Karikaturen veröffentlicht und zählt zu den …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ausbildung und beruflicher Weg
  3. 3. Politische Karikaturen
  4. 4. Ölmalerei, spätere Jahre und Veröffentlichungen
  5. 5. Auszeichnungen

Überblick

Horst Haitzinger (* 19. Juni 1939 in Eferding) ist ein österreichischer Karikaturist und Maler. Er gehört zu den bekanntesten politischen Karikaturisten im deutschsprachigen Raum. Seine politischen Zeichnungen kommentieren vor allem aktuelle politische Ereignisse mit Ironie; außerdem schafft er Ölbilder im Phantastischen Realismus. Seine Werke werden im In- und Ausland ausgestellt.

Der Artikel nennt mehr als 16.000 veröffentlichte Karikaturen; im Abschnitt über die Karikaturen ist von über 15.000 Zeichnungen die Rede.

Ausbildung und beruflicher Weg

Haitzinger studierte vier Jahre Gebrauchsgrafik an der damaligen Kunstgewerbeschule Linz. Danach folgten zwölf Semester Malerei und Grafik an der Akademie der Bildenden Künste München. Nach dem Abschluss arbeitete er freiberuflich für zahlreiche Tageszeitungen und Zeitschriften.

Zu seinen Vorbildern zählt er Wilhelm Busch. Für seine Karikaturen nutzt er Kenntnisse literarischer und bildnerischer Vorlagen.

Politische Karikaturen

1958 veröffentlichte Haitzinger als Student erste Karikaturen in der Satirezeitschrift Simplicissimus und wurde dort ständiger Mitarbeiter. Seit 1963 arbeitet er freiberuflich. Zu seinen Auftraggebern gehörten unter anderem tz, Nürnberger Nachrichten, Oberösterreichische Nachrichten, Rhein-Zeitung und weitere vor allem süddeutsche Zeitungen und Zeitschriften. Er arbeitete 27 Jahre für Bunte; Der Spiegel verwendete mehrfach seine Karikaturen als Titelbild.

Kennzeichnend sind ein unverwechselbarer, „deftiger“ Strich sowie beißende Ironie über das politische Geschehen in der Bundesrepublik. Täglich entstand mindestens eine Karikatur. Ein Beispiel für Kontroversen ist sein Plakatentwurf zur Europawahl 1994: Einige Europa-Parlamentarier lehnten die Werbung mit einer leichtbekleideten Europa ab. Im Dezember 2013 führte das Simon Wiesenthal Center eine in der Badischen Zeitung veröffentlichte Karikatur unter den Top 10 antisemitischer, antiisraelischer Schmähungen 2013; die Badische Zeitung wies diesen Vorwurf zurück.

Ölmalerei, spätere Jahre und Veröffentlichungen

Die Ölmalerei beschäftigte Haitzinger schon früh; zunächst prägten surrealistische Landschaften seine Werke. Von 1968 an widmete er sich rund fünf Jahrzehnte ausschließlich der politischen Karikatur, bevor er 2001 wieder mit Ölmalerei begann. Naturerlebnisse, Eindrücke und Vorstellungen aus seiner Jugend verbinden sich dabei zu einer fantastischen, oft märchenhaften Welt.

Die Bilder sind nach seinen Aussagen vollständig gegenständlich, also mit erkennbaren Dingen und Figuren gestaltet. Formale Strenge, viele Details und dichte Stimmungen sind wichtig; ihre Bedeutung sollen Betrachtende frei deuten. Mehrere großformatige Originale sind unverkäuflich und werden als Leihgaben ausgestellt. Sechs Ölgemälde erschienen als limitierte Kunstdrucke mit Zertifikat.

Seit 1972 erscheint jährlich ein Sammelband mit seinen besten politischen Karikaturen, zunächst im Bruckmann Verlag, heute im Stiebner Verlag. Daneben veröffentlichte er farbig bebilderte Bände. Am 30. November 2019 zog er sich aus dem politischen Alltagsgeschäft zurück, ging in den Ruhestand und widmet sich hauptsächlich der Malerei. Haitzinger lebt in München, ist verheiratet, Vater zweier Töchter und engagiert sich für Naturschutz.

Auszeichnungen

Zu seinen Auszeichnungen gehören die Ludwig-Thoma-Medaille der Stadt München (1973), der Schwabinger Kunstpreis (1981), das Bundesverdienstkreuz (2004), die Bayerische Verfassungsmedaille in Gold (2006), die Bayerische Naturschutzmedaille (2019) und der UmweltMedienpreis der Deutschen Umwelthilfe für sein Lebenswerk (2020). Beim Deutschen Preis für die politische Karikatur Mit spitzer Feder erhielt er 1995, 2007, 2008, 2010 und 2014 eine „Auszeichnung“; 1996 war er Preisträger des Wettbewerbs Rückblende.

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