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Henry Briggs
ALTERNATIVNAMEN, Briggius, Henricus (latinisiert); Bridge, Henry; Brigs, Henry ; KURZBESCHREIBUNG, englischer Mathematiker ; GEBURTSDATUM, 1556 oder Februar 1561.
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Bedeutung und wissenschaftlicher Kontext
Henry Briggs (auch Bridge oder Brigs; Februar 1561–26. Januar 1630) war ein englischer Mathematiker. Er gehört zu den wichtigen Vermittlern moderner mathematischer Wissenschaft in England. Besonders bedeutend ist sein Beitrag zur Entwicklung und Verbreitung der Logarithmen zur Basis 10, die nach ihm Briggssche oder dekadische Logarithmen heißen.
Zu Briggs’ Zeit hatten Oxford und Cambridge ihre frühere wissenschaftliche Bedeutung weitgehend verloren und orientierten sich noch an mittelalterlichen Vorstellungen, etwa an Aristoteles und Galen. England benötigte als aufstrebende Seemacht jedoch moderne mathematische Verfahren für die Navigation. Thomas Gresham gründete deshalb ein College, an dem moderne Themen öffentlich und in englischer Sprache behandelt wurden. Das Gresham College wurde zu einem Zentrum neuer wissenschaftlicher Ideen.
Ausbildung und akademische Laufbahn
Briggs studierte ab 1577 in Cambridge. 1581 erwarb er den Bachelor of Arts, 1585 den Master of Arts und wurde 1588 Fellow des St John’s College.
1592 wurde er Examinator für Mathematik. Kurz danach hielt er am Royal College of Physicians of London medizinische Vorlesungen als „Reader of the Physic Lecture founded by Dr Linacre“. 1597 wurde er erster Professor der Geometrie am Gresham College in London.
Am Gresham College bildete Briggs den Mittelpunkt eines Kreises moderner Copernicaner. Dazu gehörten unter anderem der Navigator und angewandte Mathematiker Edward Wright, der Naturphilosoph William Gilbert und der Vermittler wissenschaftlicher Ideen Thomas Blundeville. Briggs arbeitete an Gilberts Werk De Magnete mit und beschäftigte sich intensiv mit Navigation. Ergebnisse seiner Arbeiten erschienen auch in Wrights On Certain Errors in Navigation und in Blundevilles Büchern.
Logarithmen und mathematische Leistungen
Als John Napier 1614 ein Werk über Logarithmen veröffentlichte, erkannte Briggs sofort deren Bedeutung. Bei einem Besuch bei Napier in Schottland im Jahr 1615 schlug er vor, die Basis 10 zu verwenden. Diese Wahl wurde zur Grundlage der Briggsschen beziehungsweise dekadischen Logarithmen.
Briggs widmete sich anschließend intensiv der Berechnung von Logarithmen. In weniger als sieben Jahren bestimmte er 30.000 Logarithmen auf 14 Dezimalstellen. Seine wichtigste Leistung war eine neue Berechnungsmethode, die auf fortgesetztem Wurzelziehen beruhte. Nach dem Artikel begründete er dabei auch die Differenzenrechnung; die Zuschreibung ist im Artikel mit einem Hinweis auf Jost Bürgi versehen. Außerdem entdeckte Briggs das Newtonsche Binomialtheorem für den Spezialfall des Exponenten 0,5.
1619 wurde Briggs erster Savilian Professor of Geometry am Merton College in Oxford. Neben den Logarithmen arbeitete er an der Kartographie Nordamerikas, an Schiffbauplänen und am Bau eines Kanals.
Tod und Ehrungen
Henry Briggs starb am 26. Januar 1630 in Oxford und wurde in der Kapelle des Merton College beigesetzt. Seine schmucklose Grabplatte trägt lediglich die Inschrift „Henricus Briggius“.
Nach ihm sind der Briggs Peak, ein Berg in der Antarktis, und der Mondkrater Briggs benannt.
Schriften und Tafeln
Briggs’ Arbeiten stehen besonders mit Navigation, Trigonometrie und Logarithmen in Verbindung:
- In Thomas Blundevilles The Theoriques of the seuen Planets (London 1602) finden sich eine Briggs’sche Polhöhentafel sowie seine Beschreibung und Berechnung eines von Gilbert entwickelten Geräts zur Bestimmung der magnetischen Neigung.
- Edward Wrights Certaine Errors in Navigation Detected and Corrected (London 1602) enthält weitere von Briggs berechnete Navigationstafeln.
- Logarithmorum chilias prima (1617) stellte sein neues Logarithmensystem erstmals vor.
- Arithmetica logarithmica sive Logarithmorum chiliades triginta (London 1624) enthält eine Logarithmentafel für die Zahlen von 1 bis 20.000 und von 90.000 bis 100.000, jeweils mit 14 Dezimalstellen. Eine zweite Auflage erschien 1628 in Gouda und wurde von Adriaan Vlacq herausgegeben.
- Trigonometria Britannica, sive De doctrina triangulorum libri duo (Gouda 1633) enthält Logarithmentafeln der Sinus und Tangenten für alle Hundertteile eines Grades mit 14 Dezimalstellen sowie Tafeln der Sinus, Tangenten und Sekanten.