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Haussegnung

Haussegnung, auch Haussegen, bezeichnet in der katholischen Tradition die bei einem Wohnungswechsel oder Einzug in ein neues Haus stattfindende Segnung.

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Definition und Zweck
  2. 2. Durchführung
  3. 3. Jährlicher Haussegen durch die Sternsinger
  4. 4. Rauhnächte und Volksbrauchtum

Definition und Zweck

Die Haussegnung, auch Haussegen genannt, ist in der katholischen Tradition die Segnung einer Wohnung oder eines Hauses, meist bei einem Wohnungswechsel oder Einzug. Sie stellt das Haus oder die Wohnräume unter den Schutz und den Herrschaftsanspruch Jesu Christi. Auch in evangelischen Gemeinden findet dieser altkirchliche Brauch in jüngerer Vergangenheit wieder Zuspruch.

Der Ritus ist im Benediktionale, dem liturgischen Buch für Segnungen, festgelegt. Er umfasst eine Schriftlesung und ein Segensgebet. Feste Bestandteile sind das Kreuzzeichen und die Besprengung mit Weihwasser. Zusätzlich kann eine Inzens, also eine Beräucherung mit Weihrauch, stattfinden. Die biblische Grundlage für die Verwendung von Weihrauch bildet Psalm 141.

Durchführung

In der Regel vollzieht ein Priester oder Diakon die Haussegnung. Sie kann jedoch auch von Laien gestaltet werden. Eine solche Andacht umfasst eine Segensbitte, das Vaterunser und die Aussprengung von Weihwasser.

Der Brauch ist erstmals im Sakramentar Gelasianum Vetus bezeugt. Dort war die Haussegnung mit einer häuslichen Feier der Eucharistie verbunden.

Jährlicher Haussegen durch die Sternsinger

Neben der Segnung beim Einzug ist im deutschsprachigen Raum der jährliche Haussegen durch die Sternsinger verbreitet. Sie ziehen am Dreikönigsfest, der Epiphanie am 6. Januar, von Tür zu Tür. Dabei verwenden sie Weihrauch und schreiben mit geweihter Kreide die Segensbitte „C+M+B +Jahr“ an die Tür.

Die Buchstaben C+M+B werden unterschiedlich erklärt: Sie können für die Namen der Heiligen Drei Könige Caspar, Melchior und Balthasar stehen. Häufiger werden sie als Abkürzung der lateinischen Segensbitte „Christus mansionem benedicat“ verstanden, auf Deutsch: „Christus segne dieses Haus“. Hausinschriften an Tür und Türstock gehen auf alte Bräuche zum Schutz und zur Kennzeichnung von Eigentum zurück.

Rauhnächte und Volksbrauchtum

Das Sternsingersegnen knüpft auch an das Brauchtum der Rauhnächte an. Je nach Region umfassen diese zwischen der Thomasnacht am 21. Dezember und dem Dreikönigstag bis zu zwölf Nächte. In dieser Zeit werden Haus, Hof, Einwohner und Vieh durch Gebete, Räucherwerk und weitere Bräuche gesegnet.

Solche Volksbräuche sind in ganz Europa verbreitet. Haussegensrituale kommen außerdem in weiteren Formen des Brauchtums vor, darunter der Haussegen im eigentlichen Sinne.

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