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Haus der Demokratie und Menschenrechte
Das Projekthaus im Bötzowviertel beherbergt knapp 60 humanistische, linksliberale und linksradikale Organisationen, darunter auch bekannte NGOs. Haus der …
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Überblick und Bedeutung
Das Haus der Demokratie und Menschenrechte ist ein Projekthaus in der Greifswalder Straße im Berliner Ortsteil Prenzlauer Berg, genauer im Bötzowviertel. Es beherbergt knapp 60 Organisationen aus den Bereichen Humanismus, linksliberale Politik, linksradikale Politik, Menschenrechte, Umwelt, Bildung, Frieden, Migration und Demokratiearbeit. Darunter sind auch bekannte Nichtregierungsorganisationen, also NGOs.
Getragen wird das Haus von einer Stiftung. In ihrem sechsköpfigen Kuratorium sitzt jeweils ein Vertreter von Amnesty International, der Bibliothek der Freien, der Grünen Liga, der Humanistischen Union, der Interventionistischen Linken und des Vereins Haus der Demokratie. Das Haus ist damit nicht nur ein Bürostandort, sondern ein gemeinsamer Ort für zivilgesellschaftliche Gruppen, die politisch und gesellschaftlich arbeiten.
Entstehung nach der politischen Wende
Das ursprüngliche Haus der Demokratie befand sich in der Friedrichstraße 165 in Berlin-Mitte. Im Dezember 1989 übergab der Zentrale Runde Tisch der DDR dieses Haus aus dem SED-Parteivermögen an die ostdeutschen Bürgerbewegungen. Der Zentrale Runde Tisch war ein wichtiges Verhandlungsgremium in der Zeit der politischen Wende in der DDR.
Nach der Übergabe zogen fast alle unabhängigen Gruppen und Bewegungen der Wendezeit mit ihren Büros in das Haus ein. Zu den Gründungsorganisationen und ersten Nutzern gehörten unter anderem die Initiative für unabhängige Gewerkschaften (IUG), die Vereinigte Linke (VL), der Demokratische Aufbruch (DA), die Initiative für Frieden und Menschenrechte (IFM), der Unabhängige Frauenverband (UFV), das Neue Forum (NF), die Grüne Partei in der DDR und die Grüne Liga. Das Haus war dadurch eng mit der demokratischen Umbruchzeit in der DDR verbunden.
Umzug und neuer Name
Seit Mitte der 1990er Jahre gab es einen Streit über die ungeklärten Eigentumsverhältnisse an der Immobilie in der Friedrichstraße. Nachdem die Parteivermögenskommission gegen die Nutzung des Hauses durch die politischen Bewegungen entschieden hatte, zog das Haus im Herbst 1999 in die Greifswalder Straße 4 um.
Das neue Gebäude war doppelt so groß, lag aber etwas weniger zentral. Im Zusammenhang mit dem Umzug und dem Hinzukommen von Amnesty International als größtem Mieter wurde der Name von Haus der Demokratie in Haus der Demokratie und Menschenrechte geändert. Die Bundeszentrale von Amnesty International hat inzwischen eine andere Adresse, aber die Amnesty-International-Sektion des Bezirks Berlin-Brandenburg und das Regionalbüro Ost befinden sich weiterhin im Haus.
Weitere Ereignisse und Einordnung
Im November 2024 war das Haus der Demokratie und Menschenrechte Austragungsort der Good COP. Diese Veranstaltung wurde als Alternative zur UN-Klimakonferenz in Baku, der COP29, genannt.
Neben dem Berliner Haus der Demokratie gibt es auch ein Haus der Demokratie in Leipzig. Der Artikel stellt das Berliner Haus vor allem als Ort dar, der aus den Bürgerbewegungen der DDR-Wendezeit hervorgegangen ist und bis heute vielen zivilgesellschaftlichen Organisationen Raum bietet.
Organisationen im Haus
Die Liste der Organisationen im Haus hat den Stand vom 17. April 2023. Sie zeigt die thematische Breite des Hauses: vertreten sind Menschenrechtsorganisationen, Umweltverbände, Bildungsinitiativen, Friedensgruppen, Medien- und Rechercheprojekte, juristische und politische Vereinigungen sowie Organisationen für Migration, internationale Zusammenarbeit und demokratische Beteiligung.
Genannt werden unter anderem Amnesty International / Bezirk Berlin-Brandenburg, Amnesty International / Regionalbüro Ost, die Bibliothek der Freien. Anarchistische Bücherei, die Grüne Liga e. V., HateAid, die Humanistische Union, der Informationsverbund Asyl & Migration e. V., Ingenieure ohne Grenzen e. V., Mehr Demokratie e. V., Memorial Deutschland e. V., Netzwerk Recherche e. V., openPetition, PowerShift, Survival-International Deutschland e. V., die Tibet Initiative Deutschland e. V. und das Unabhängige Institut für Umweltfragen e. V. (UfU). Außerdem ist die Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte selbst im Haus vertreten.