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Globaler Wandel
Unter dem Begriff globaler Wandel werden verschiedene globale Veränderungsprozesse zusammengefasst, die sich zu einem erheblichen Teil gegenseitig …
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Begriff und zentrale Veränderungen
Globaler Wandel bezeichnet verschiedene Veränderungsprozesse auf der Erde, die weltweit wirken und sich zu einem erheblichen Teil gegenseitig beeinflussen. Der Begriff ist wichtig, weil Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft dabei nicht getrennt betrachtet werden können.
Zu den globalen Umweltveränderungen gehören die globale Erwärmung, Entwaldung, steigende Müllmengen – besonders Plastikmüll in den Ozeanen –, der Verlust der Biodiversität, die Versauerung der Meere, die Ausbreitung von Wüsten sowie die Umwandlung von Wäldern und Steppen in Agrarflächen. Biodiversität bedeutet die Vielfalt von Lebewesen und Lebensräumen.
Weitere Bestandteile sind die Auswirkungen der Globalisierung sowie demographische Veränderungen. Dazu zählen Bevölkerungswachstum, Alterung und Migration.
Ziele und Themen der Forschung
Die Forschung zum globalen Wandel untersucht vor allem, wie mit den Veränderungen umgegangen werden kann. Sie ist meist anwendungsorientiert, also auf praktische Lösungen gerichtet, und interdisziplinär: Fachleute aus unterschiedlichen Wissenschaften arbeiten zusammen.
Wichtige Forschungsfelder sind Landnutzungssysteme unter dem Einfluss des Klimawandels, Wassermanagement bei zukünftigen Nutzeransprüchen, ein nachhaltiger Umgang mit ökosystemaren Dienstleistungen sowie zukünftige Energie- und Kohlenstoffmanagementkonzepte. Ökosystemare Dienstleistungen sind Leistungen der Natur, die Menschen nutzen können.
Weitere Themen sind urbane Entwicklung, Veränderungen der Ozeane, Küstenschutz und Küstenzonenmanagement. Hinzu kommen Vermeidungs- und Anpassungsstrategien für sich ändernde Klimabedingungen. Vermeidung soll Ursachen und Folgen begrenzen; Anpassung bereitet Menschen und Gesellschaften auf nicht mehr vermeidbare Veränderungen vor.
Koordination in Deutschland und Europa
In Deutschland koordinierte unter anderem das Nationale Komitee für Global Change Forschung (NKGCF) die Forschung zum globalen Wandel. Es löste sich im März 2013 auf.
Anfang 2013 rief die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) als Nachfolger das Deutsche Komitee für Nachhaltigkeitsforschung in Future Earth (German Committee Future Earth) ins Leben. Es ist nationale Kontaktstelle für internationale Zusammenarbeit und zugleich deutsches Beratungsgremium und Forum.
Auf europäischer Ebene gründeten die nationalen Komitees der internationalen Global Environmental Change Programme 2008 den Verbund European Alliance of Global Change Research Committees.
Internationale Programme und Nachhaltigkeit
Zur globalen Koordination der Forschung wurden vor rund 15 Jahren vier internationale Global Environmental Change (GEC) Programme eingerichtet:
- Das International Human Dimensions Programme konzentrierte sich auf sozial- und politikwissenschaftliche Interessen, Kommunikation und Capacity Building.
- Das International Geo-Biosphere Programme befasste sich vor allem mit biogeochemischen Prozessen und Interaktionen.
- Das World Climate Research Programme hatte Klimasystem-Verständnis und Klimaprojektion als Schwerpunkt.
- Diversitas-International arbeitete vor allem zu Biodiversitätsforschung und Science Policy Dialogue.
Die internationale Forschung vollzieht einen Paradigmenwechsel: Statt hauptsächlich das Erdsystem verstehen zu wollen, richtet sie sich stärker auf die Lösung von Nachhaltigkeitsproblemen. Damit verändern sich auch internationale Forschungsstrukturen. Das Programm „Future Earth: research for global sustainability“ wurde 2015 etabliert.
Studienangebote
In den letzten Jahren wurden zunehmend Studiengänge zum globalen Wandel eingerichtet. Sie verbinden je nach Schwerpunkt Umweltveränderungen, Nachhaltigkeit, Geographie, Management, Wasserwirtschaft oder Global Studies.
Beispiele sind der Masterstudiengang „Global Change Ecology (GCE)“ an der Universität Bayreuth, der alle genannten Teilgebiete behandelt, jedoch Umweltveränderungen und ihren Einfluss auf Menschen betont. Weitere Angebote sind „Global Change Management (GCM)“ an der FH Eberswalde, „Geographie des Globalen Wandels“ an der Universität Freiburg, „International Area Studies - Global Change Geography“ an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und „Globaler Wandel – regionale Nachhaltigkeit“ an der Universität Innsbruck.
Hinzu kommen „Wasserwirtschaft im globalen Wandel“ an der Ostfalia Hochschule, Campus Suderburg, sowie „Global Studies“ an der Karl-Franzens Universität Graz.