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Gideonbund
Der Internationale Gideonbund (engl. Gideons International) ist eine internationale Vereinigung evangelischer und freikirchlicher Christen in beruflicher …
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Gegenstand und weltweite Bedeutung
Der Internationale Gideonbund, englisch Gideons International, ist eine internationale Vereinigung evangelischer und freikirchlicher Christen in beruflicher Verantwortung. Bekannt ist er vor allem für mehrsprachige, dunkelblaue Bibeln, die kostenlos in Hotelzimmern ausgelegt werden. Der Bund möchte Menschen mit den Grundlagen des Christentums bekannt machen und sie zum Lesen der Bibel anregen.
Gegründet wurde der Gideonbund 1899 in den USA. Der deutsche Zweig heißt „Internationaler Gideonbund in Deutschland e. V.“. In den Angaben des Artikels finden sich unterschiedliche Zahlen: Einerseits werden für 2018 insgesamt 267.000 ehrenamtliche Gideonmitglieder in 199 Ländern und für Deutschland etwa 4.800 Christen in 220 Ortsgruppen genannt. An anderer Stelle ist von inzwischen 280.000 Mitgliedern in über 190 Ländern und von 4.800 Mitgliedern in 219 deutschen Ortsgruppen die Rede. In einer Übersicht werden außerdem 267.000 Mitglieder und 12.212 lokale Gruppen weltweit, 4.800 Mitglieder und 219 Gruppen in Deutschland, 270 Mitglieder und 12 Gruppen in Österreich sowie 1.250 Mitglieder und 37 Gruppen in der Schweiz angegeben.
Die internationale Geschäftsstelle befindet sich in Nashville im US-Bundesstaat Tennessee, die deutsche Geschäftsstelle in Wetzlar. Der deutsche Zweig wird als eingetragener Verein geführt.
Entstehung und internationale Entwicklung
Die Gründungsidee entstand 1898 während einer Geschäftsreise des US-amerikanischen Geschäftsmanns John H. Nicholson. Weil ein Hotel in Boscobel, Wisconsin, überfüllt war, teilte er sich ein Doppelzimmer mit Samuel E. Hill. Beide stellten fest, dass sie Christen waren. Später beschrieben sie diese Begegnung als Ausgangspunkt für die Idee einer Vereinigung christlicher Geschäftsleute.
Am 31. Mai 1899 gründeten Nicholson, Hill und der Kaufmann Will J. Knights diese Vereinigung. Als Namensgeber wählten sie den alttestamentlichen Richter Gideon. Das Logo zeigt einen Krug mit einer Flamme und erinnert an die biblische Erzählung aus Richter 7 LUT84: Gideons Kämpfer trugen dort Widderhörner und leere Krüge mit Fackeln.
In den Anfangsjahren entstand der Plan, in jedem Hotel am Empfang eine Bibel auszulegen. Später wurden Bibeln kostenlos in den Hotelzimmern bereitgelegt. Diese Praxis machte den Gideonbund weltweit bekannt. Der erste Gideon-Dienst außerhalb der USA wurde 1911 in Kanada organisiert. 1950 folgten Japan als erstes fernöstliches Land und Südafrika als erstes afrikanisches Land. 1989 entstanden die ersten Gruppen im ehemaligen Ostblock.
Bis 2016 wurden weltweit über 2 Milliarden Bibeln weitergegeben, davon über 24 Millionen in Deutschland. Nach den späteren Angaben des Artikels verteilen ehrenamtliche Gideonmitglieder Bibeln in über 100 Sprachen.
Entwicklung im deutschsprachigen Raum
Für die Gründung des deutschen Zweigs nennt der Artikel zwei unterschiedliche Jahresangaben: In den einleitenden Angaben wird 1956 genannt, im Abschnitt zur Geschichte des deutschsprachigen Raums die Gründung 1958 als gemeinnütziger Verein in Wuppertal. Zunächst wurde die deutsche Niederlassung aus den USA unterstützt. 1980 wurde sie als „selbständige nationale Vereinigung“ finanziell und organisatorisch eigenständig.
In Österreich sind die Gideons seit 1957 aktiv, in der Schweiz seit 1961. Die Weitergabe von Bibeln wurde mehrfach mit der Übergabe besonderer Exemplare an staatliche Repräsentanten verbunden: 2006 erhielt Bundespräsident Horst Köhler die 16-millionste in Deutschland weitergegebene Bibel. Zuvor waren Bibeln an Johannes Rau, Roman Herzog, Richard von Weizsäcker und Karl Carstens überreicht worden. 2010 wurde die 20-millionste Bibel an Bundestagspräsident Norbert Lammert übergeben, 2019 die 25-millionste an Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble.
Für das Jahr 2025 nennt der Artikel mehr als 600.000 in Deutschland verschenkte Bibeln.
Ziel, Finanzierung und Mitgliedschaft
Der Gideonbund will Menschen mit den Grundlagen des Christentums vertraut machen. Dazu legt er kostenlos Bibeln in Hotels, Krankenhäusern und Altenheimen aus. Außerdem gibt er Bibeln an Schulen, in Justizvollzugsanstalten, Polizeistationen und Kasernen weiter. Die Bibeln sollen zum Bibellesen anregen und Neugier auf die Bibel wecken.
Bei den ausgelegten und weitergegebenen Ausgaben handelt es sich grundsätzlich um das Neue Testament mit Psalmen und Sprüchen. Die Herstellung wird durch Spenden von Mitgliedern und privaten Unterstützern finanziert. Nach eigenen Angaben verwendet der Gideonbund 100 % der zweckgebunden gespendeten Gelder für Beschaffung und Druck der Bibeln. Die administrativen Ausgaben werden von den Mitgliedern selbst getragen.
Mitglied können Christen in beruflicher Verantwortung werden. Wegen ihrer hervorgehobenen beruflichen und gesellschaftlichen Stellung sollen sie als Multiplikatoren für den christlichen Glauben wirken. Auch ihre Frauen können dem Gideon-Frauendienst angehören. Voraussetzung ist für beide Gruppen die Zugehörigkeit zu einer evangelischen Kirche, Freikirche, Gemeinschaft oder Versammlung. Im Freundeskreis kann sich jeder registrieren, der sich mit der Zielsetzung des Gideonbundes verbunden fühlt.
Ausgaben und Einsatzbereiche der Bibeln
In Deutschland gibt der Gideonbund das Neue Testament mit Psalmen und Sprüchen in unterschiedlichen Farben und Formaten für verschiedene Einsatzbereiche weiter. Die sogenannte „Zeugnis-Bibel“ mit braunem Einband ist für die persönliche Weitergabe durch Gideon-Mitglieder bestimmt. Diese Taschenbibeln werden von den Mitgliedern selbst gekauft und nicht aus Spenden finanziert.
Für Schülerinnen und Schüler gibt es Ausgaben in Jeansoptik, für Studierende grüne Bibeln. Taschenbibeln mit grauem Einband werden an Beschäftigte im medizinischen Bereich weitergegeben. Die dreisprachige Ausgabe auf Deutsch, Englisch und Französisch hat einen dunkelblauen Einband und wird häufig in Hotels ausgelegt. Großdruckausgaben sind vor allem für Arztpraxen, Krankenhäuser und Altenheime vorgesehen.
Im deutschsprachigen Raum wird überwiegend die Übersetzung „NeueLuther“ verschenkt. Für die Jeansoptik-Bibeln wird die moderne Übersetzung „bibel.heute“ verwendet. Ihre klare und prägnante Ausdrucksweise soll sie besonders für junge Menschen zugänglich machen. Seit 2019 wird außerdem „luther.heute“ weitergegeben. Diese Fassung beruht auf der urheberrechtsfreien Luther-Übersetzung von 1912, wurde von Theologen des Bibelseminars Bonn wissenschaftlich und sprachlich überarbeitet und an ein heute verständliches Deutsch angepasst. Die Rechte an dieser Ausgabe gehören dem Gideonbund.