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Verwaltungsinformatik

Die Verwaltungsinformatik ist ein Teilgebiet der Wirtschaftsinformatik. Als Angewandte Informatik beschäftigt sie sich mit dem Einsatz der Elektronischen …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Einordnung und Bedeutung
  2. 2. Aufgaben und digitale Verwaltung
  3. 3. Studium und Studienangebote
  4. 4. Studieninhalte und Kompetenzen
  5. 5. Berufsfelder und Einsatzorte

Einordnung und Bedeutung

Die Verwaltungsinformatik ist ein Teilgebiet der Wirtschaftsinformatik und gehört zur Angewandten Informatik. Sie untersucht und gestaltet den Einsatz elektronischer Datenverarbeitung in der öffentlichen Verwaltung sowie deren digitale Transformation. Ihr Ziel ist eine Verwaltung, deren Aufgaben und Entscheidungen wirksam durch Informationstechnik unterstützt werden.

Anders als die stärker betriebswirtschaftlich ausgerichtete Wirtschaftsinformatik ist die Verwaltungsinformatik eng mit den Rechtswissenschaften verbunden. Besonders wichtig sind das Öffentliche Recht und das Verwaltungsrecht sowie die Rechtsinformatik, die sich mit den Beziehungen zwischen Recht und Informationstechnik beschäftigt. Verwaltungsinformatik verbindet damit technische, rechtliche, verwaltungswissenschaftliche und wirtschaftliche Kenntnisse.

Aufgaben und digitale Verwaltung

Zu den zentralen Aufgaben gehören der Aufbau und Betrieb von Systemen und Prozessen der IT-Infrastruktur sowie die Entwicklung von Web-Technologien, Datenbanken und Portallösungen. Weitere Arbeitsbereiche sind Datenschutz, Qualitätssicherung und die Evaluation, also die systematische Bewertung, von IT-Projekten in Bundes-, Landes- und Kommunalverwaltungen.

Ein wachsender Bestandteil ist der Einsatz datengetriebener Komponenten der Künstlichen Intelligenz. Dazu zählen Robotic-Process-Automation, also die softwaregestützte Automatisierung wiederkehrender Abläufe, und Large-Language-Models zur automatisierten Vorprüfung von Anträgen.

Die praktische Bedeutung zeigt sich an staatlichen Digitalisierungsprojekten im deutschsprachigen Raum. In Deutschland verpflichtete das Onlinezugangsgesetz Bund, Länder und Gemeinden, ihre Verwaltungsleistungen bis spätestens Ende 2022 auch elektronisch über Verwaltungsportale in einem Portalverbund anzubieten. In Österreich wird die Umsetzung der Plattform oesterreich.gv.at von einer mobilen Agenda begleitet. In der Schweiz bauen Bund, Kantone, Gemeinden und Städte ihre Zusammenarbeit beim Aufbau und bei der Steuerung der digitalen Verwaltung aus.

Studium und Studienangebote

Studiengänge der Verwaltungsinformatik bereiten auf Tätigkeiten in der Entwicklung und im Betrieb von IT-Systemen, in IT-Services, im Projektmanagement und in Schnittstellenfunktionen zwischen Informationstechnik und Verwaltung vor. Sie verbinden die klassische Verwaltungsausbildung mit Informatikinhalten. Absolventinnen und Absolventen sollen sowohl in der öffentlichen Verwaltung als auch in Unternehmen arbeiten können, die Aufträge des öffentlichen Sektors übernehmen.

In den D-A-CH-Ländern werden im Bereich Wirtschaftsinformatik insgesamt 273 Bachelor-, 169 Master- und 77 duale Studiengänge angeboten. Spezielle Studiengänge für Verwaltungsinformatik gibt es laut Artikel jedoch nur in Deutschland. Das älteste genannte Angebot besteht seit 2001 an der Hochschule für den öffentlichen Dienst in Bayern und führt zum Diplom. Seit 2007 werden unter anderem Verwaltungsinformatik an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin und Informatik / E-Administration an der Hochschule Harz angeboten. Weitere Angebote kamen seit 2009 hinzu und tragen Bezeichnungen wie Verwaltungsinformatik, E-Government, Digitale Verwaltung, Digitales Verwaltungsmanagement, Public Governance oder Public Sector Innovation and eGovernance.

Die Studienabschlüsse reichen vom Bachelor of Arts und Bachelor of Science über Masterabschlüsse bis zum Diplom. Zu den jüngsten im Artikel genannten Angeboten gehören seit 2022 E-Government an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und Digitales Verwaltungsmanagement an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Landshut sowie seit 2023 E-Government an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg.

Studieninhalte und Kompetenzen

Das interdisziplinäre Studium vermittelt informations- und kommunikationstechnisches Fachwissen, Kenntnisse der Verwaltung und Betriebswirtschaft sowie soziale, kommunikative und organisatorische Kompetenzen.

Typische technische Inhalte sind Einführung in die Informatik und Betriebssysteme, IT-Infrastruktur und Netze, Programmierung und Softwareentwicklung, Datenbanken sowie Datenschutz und IT-Sicherheit. Hinzu kommen Verwaltungswissenschaft, E-Government, Fachverfahren der Verwaltung, Geschäftsprozessmanagement und Projektmanagement. Rechtliche und wirtschaftliche Grundlagen umfassen Öffentliches Recht, Zivilrecht, BWL und Rechnungswesen sowie Haushaltswesen und Kostenleistungsrechnung. Projekte, soziale Kompetenzen und die Fremdsprache Englisch ergänzen die Ausbildung.

Für die praktische Anwendung erwerben Studierende unter anderem Programmiererfahrung und Kenntnisse im Umgang mit Datenbank- und Workflowmanagementsystemen. Ein Workflowmanagementsystem unterstützt die Planung, Steuerung und Bearbeitung festgelegter Arbeitsabläufe. Die Ausbildung soll außerdem dazu befähigen, Prozesse neu zu planen sowie computergestützte Entscheidungen vorzubereiten und durchzuführen. Technische Lösungen sollen dabei auf einer betriebswirtschaftlich fundierten Grundlage umgesetzt werden.

Berufsfelder und Einsatzorte

Absolventinnen und Absolventen können in allen Einrichtungen des öffentlichen Sektors sowie bei externen Institutionen und Dienstleistern mit Verwaltungsbezug arbeiten. Dazu gehören Verwaltungen auf den Ebenen der EU, des Bundes, der Länder und der Kommunen. Weitere mögliche Arbeitgeber sind öffentliche Unternehmen wie Stadtwerke, Entsorgungs- und Verkehrsunternehmen oder Gesundheitseinrichtungen sowie Stiftungen, Vereine und Verbände.

Auch private Unternehmen im Rahmen von Public-Private-Partnership, also der Zusammenarbeit öffentlicher Stellen mit privaten Unternehmen, kommen als Arbeitgeber infrage. Hinzu treten Beratungs- und Softwareunternehmen, deren Kunden hauptsächlich aus dem öffentlichen Sektor stammen.

Mögliche Fachbereiche sind Anwendungsentwicklung und System-Administration. Eine weitere Aufgabe ist die Tätigkeit als DV-Beauftragte oder DV-Beauftragter. Diese Personen bilden eine Schnittstelle zwischen der System-Administration und den Benutzerinnen und Benutzern. In IT-, Organisations- und Fachabteilungen verbinden Verwaltungsinformatikerinnen und Verwaltungsinformatiker technisches Fachwissen mit Kenntnissen der Verwaltung und der Betriebswirtschaft.

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