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Mensch-Computer-Interaktion
Forscher auf dem Gebiet der Mensch-Computer-Interaktion beschäftigen sich mit der Art und Weise, wie Menschen mit Computern und deren Benutzeroberflächen und …
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Gegenstand und Bedeutung
Mensch-Computer-Interaktion, häufig HCI (Human-Computer Interaction) genannt, untersucht das Design und die Anwendung von Computertechnologien an der Schnittstelle zwischen Menschen und Computern. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Anwender mit Computern, ihren Benutzeroberflächen und ihren Bedienelementen umgehen.
Das Forschungsgebiet betrachtet dabei nicht nur die technische Seite. Es verbindet Erkenntnisse der Informatik mit Beiträgen aus Psychologie, insbesondere Medienpsychologie, Informationswissenschaft, Arbeitswissenschaft, Kognitionswissenschaft, Ergonomie, Soziologie und Design. Ziel ist damit ein Verständnis der Interaktion zwischen dem Menschen als Anwender, der Schnittstelle und dem dahinterliegenden technischen System.
Einordnung in Mensch-Maschine-Systeme
Das übergeordnete Gebiet ist die Mensch-Maschine-Interaktion beziehungsweise Mensch-Maschine-Kommunikation. Sie beschäftigt sich mit ähnlichen Fragestellungen, verallgemeinert den Interaktionspartner des Menschen jedoch von einem Computer zu einer Maschine.
Das Gesamtsystem aus Mensch, Schnittstelle und technischem System wird als Mensch-Maschine-System bezeichnet. Durch den Einzug von Computertechnik in den Alltag, auch als Ubiquitous Computing bezeichnet, verschmelzen Maschine und Computer zunehmend. Viele moderne Maschinen verwenden Computertechnik, sodass eine klare Trennung zwischen Mensch-Maschine-Interaktion und Mensch-Computer-Interaktion häufig nicht mehr möglich ist.
Interdisziplinäre Grundlagen
Als Forschungsgebiet liegt die Mensch-Computer-Interaktion an der Schnittstelle von Informatik, Verhaltenswissenschaften, Design, Medienwissenschaften und weiteren Studienrichtungen. Die Verbindung dieser Fachgebiete ist notwendig, weil sowohl technische Systeme als auch menschliches Verhalten, Wahrnehmung und Gestaltung berücksichtigt werden.
Ein Computer unterscheidet sich dabei von einem Werkzeug mit nur begrenzten Verwendungsmöglichkeiten, etwa einem Hammer, der vor allem zum Einschlagen von Nägeln dient. Ein Computer kann für viele verschiedene Zwecke eingesetzt werden. Die Interaktion wird deshalb als offener Dialog zwischen Benutzer und Computer verstanden. Der Begriff des Dialogs stellt eine Analogie zur Kommunikation zwischen Menschen her. Diese Analogie ist für theoretische Überlegungen in der Mensch-Computer-Interaktion von besonderer Bedeutung.
Konferenzen und Forschungsschwerpunkte
Die wichtigste internationale Konferenzserie des Fachgebiets ist die ACM-Konferenz Human Factors in Computing Systems (CHI). Sie wird von der Special Interest Group on Computer-Human Interaction organisiert, einer Themengruppe der Association for Computing Machinery (ACM).
Daneben gibt es zahlreiche internationale Konferenzen mit unterschiedlichen Schwerpunkten:
- ACM UIST (Symposium on User Interface Software and Technology) behandelt innovative Benutzerschnittstellen und deren Evaluation.
- ACM MobileHCI konzentriert sich auf die Interaktion mit mobilen Endgeräten.
- ACM TEI (Tangible, Embedded and Embodied Interaction) untersucht physische und am Körper tragbare Interaktionsformate.
- ACM DIS (Designing Interactive Systems) befasst sich mit erfahrbaren Prototypen und der Einbeziehung künstlerischer Arbeiten.
- ACM CSCW (Computer Supported Cooperative Work) hat computerunterstützte Zusammenarbeit zum Schwerpunkt.
Die nationale Tagung Mensch und Computer wird seit 2001 jährlich vom Fachbereich „Mensch-Computer-Interaktion“ der Gesellschaft für Informatik organisiert.
Studium und Forschungseinrichtungen
Als Studienfach ist Mensch-Computer-Interaktion stark interdisziplinär und meistens interfakultär ausgerichtet. Das Studium verbindet theoretische Grundlagen der Informatik und Psychologie mit anwendungsorientierten Themen. Dazu gehören Softwareentwicklung, Informationssysteme und Gestaltungswissenschaften. In Deutschland ist das Fach sowohl als Bachelorstudium als auch als vertiefendes Masterstudium studierbar.
Genannte Forschungseinrichtungen und Arbeitsbereiche sind:
- die Forschungsgruppe Human-Computer Interaction und Visual Analytics (VIS) an der Hochschule Darmstadt,
- Human-Computer Interaction an der TU Darmstadt,
- das Human-Computer Interaction Center (HCIC) der RWTH Aachen,
- der Kernbereich „Human-Centered Computing“ mit dem Schwerpunkt Mensch-Computer-Interaktion (MCI) an der Universität Hamburg.