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Geographie Somalias
Die Geographie Somalias ist die Geographie des östlichsten Landes Afrikas. ... Überweidung und die Abholzung für den Holzkohleexport führen zur Desertifikation.
Inhalt6 Abschnitte
Überblick und Lage
Somalia ist das östlichste Land Afrikas. Es liegt in Ostafrika am Horn von Afrika und größtenteils auf der Somali-Halbinsel. Seine Fläche beträgt 637.657 km²; ein großer Teil des Landes besteht aus Wüste. Somalia erstreckt sich zwischen 2° südlicher und 12° nördlicher Breite sowie zwischen 41° und 51° östlicher Länge.
Im Osten grenzt Somalia an den Indischen Ozean, in dessen Nähe die Inselgruppe Sokotra liegt. Im Norden befindet sich der Golf von Aden. Die Landnachbarn sind Dschibuti im Nordwesten, Äthiopien mit dem Ogaden beziehungsweise der Somali-Region im Westen und Kenia im Süden.
Vor allem die Grenze zu Äthiopien ist wegen somalischer Gebietsansprüche im Zusammenhang mit der Vorstellung eines Groß-Somalia umstritten. Auch die staatliche Gliederung ist nicht einheitlich: Somaliland im Norden ist de facto unabhängig, Puntland erklärte sich für autonom und Galmudug für unabhängig. Die Unabhängigkeit von Jubaland beziehungsweise Südwestsomalia wurde mehrfach ausgerufen.
Tektonik und Gesteinsaufbau
Somalia liegt auf einem Teil der Afrikanischen Platte, der gelegentlich als Somalische Platte bezeichnet wird. Dieser Teil bewegt sich nach Osten von der übrigen Afrikanischen Platte weg. In einigen Millionen Jahren wird Somalia deshalb zusammen mit weiteren Gebieten Ostafrikas östlich des Großen Afrikanischen Grabenbruchs von der Afrikanischen Platte abgetrennt sein.
An der Oberfläche bestehen die Gesteine Somalias größtenteils aus mesozoischen und rezenten Sedimenten. Sedimente sind abgelagerte Materialien; „mesozoisch“ bezeichnet hier Ablagerungen aus dem Erdmittelalter, während „rezent“ geologisch junge beziehungsweise gegenwärtige Ablagerungen meint. Daneben gibt es isolierte und angehobene Gesteinskomplexe aus dem Neoproterozoikum und frühen Kambrium. Sie liegen im Buur-Massiv westlich von Mogadischu sowie im Norden des Landes parallel zum Golf von Aden.
Relief und Landschaft
Der Norden wird vom östlichen Somali-Hochland geprägt. Es erreicht durchschnittlich Höhen von 900 bis 2100 m und senkt sich nach Osten hin ab. Dort liegen die höchsten Berge des Landes. Für den Shimbiris nennt der Artikel zwei voneinander abweichende Höhen: im Überblick 2460 m und im Abschnitt zum Relief 2450 m. Der zweithöchste Berg ist der Bahaya mit 2200 m. Der Süden ist wesentlich flacher und liegt durchschnittlich nur 180 m hoch. Nördlich des Somali-Hochlandes erstreckt sich zwischen Saylac und Berbera die Küstenebene Guban.
Einen großen Teil Zentral- und Nordsomalias nimmt die Somali-Wüste oder Danakil-Somalia ein. Überweidung und die Abholzung von Bäumen für den Holzkohleexport fördern die Desertifikation, also die fortschreitende Verödung und wüstenähnliche Veränderung des Bodens.
Klima und Jahreszeiten
Somalia besitzt ein insgesamt heißes und trockenes Monsunklima. Das Jahr gliedert sich in zwei Regen- und zwei Trockenzeiten. Die große Regenzeit Gu dauert von April bis Juni. Darauf folgt von Juli bis September die Hagaa- oder Xagaa-Trockenzeit. Im Oktober und November bringen die Day- oder Dayr-Regenfälle eine zweite Regenzeit. Von Dezember bis März herrscht die lange Jilaal-Trockenzeit. Die beiden Regenzeiten werden zusammen auch Tangambili genannt.
Zeitpunkt und Gesamtmenge der Niederschläge können stark schwanken. Das beeinflusst besonders die Landwirtschaft und kann sowohl Dürren als auch Überschwemmungen in den Flusstälern verursachen. Während der Dayr-Regenfälle von 2023 ereigneten sich besonders schwere Überschwemmungen. Zuvor hatte das Horn von Afrika die schwerste Dürre seit Beginn der Aufzeichnungen erlebt. Sie führte zwischen 2020 und 2023 bei Millionen von Menschen zu Ernährungsunsicherheit.
Flüsse und Wasserführung
Die wichtigsten Flüsse Somalias sind Jubba und Shabeelle. Beide entspringen in Äthiopien und durchziehen den Süden und das Zentrum Somalias. Der Shabeelle erreicht seine Mündung in den Jubba allerdings nur bei reichlichen Regenfällen.
Alle anderen Flüsse führen nicht während des gesamten Jahres Wasser. Dazu gehört insbesondere der Nugaal, auch Nogal genannt, im Norden. Die wechselnde Wasserführung steht im Zusammenhang mit den ausgeprägten Regen- und Trockenzeiten.
Küste und Meeresströmung
Somalia besitzt am Indischen Ozean eine 2720 km lange, weitgehend flache Küstenlinie. Vor dem Küstenabschnitt zwischen Kismaayo und dem Raas Kiyaambo liegt die Korallenriffkette der Bajuni-Inseln. Das Ras Hafun ist der östlichste Punkt Afrikas. Ein weiterer bedeutender Landvorsprung ist das Raas Kaambooni.
Von Dezember bis März verläuft vor der Küste die Somaliströmung. Sie ist in diesem Zeitraum eine warme, nach Süden gerichtete Meeresströmung.