Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand
Franglais
Als Franglais wird eine Form der französischen Sprache beschrieben, die viele Anglizismen enthält. Der Begriff Franglais ist ein Kunstwort aus den Wörtern …
Inhalt3 Abschnitte
Begriff und Sprachgebrauch
Franglais bezeichnet eine Form der französischen Sprache, die viele Anglizismen enthält, also Wörter oder Ausdrücke aus dem Englischen. Das Kunstwort setzt sich aus français und anglais zusammen, den französischen Wörtern für „französisch“ und „englisch“.
In Frankreich und Québec wird versucht, englische Spracheinflüsse zu begrenzen. Für Begriffe wie Computer oder Walkman werden eigene französische Wörter verwendet: ordinateur beziehungsweise baladeur. Dennoch kommen im Alltag häufig englische Ausdrücke vor, etwa le weekend oder le match. Ein vergleichbares Phänomen im Deutschen heißt Denglisch.
Sprachpolitische Regeln
In bestimmten Bereichen von Verwaltung und Wirtschaft ist der alleinige Gebrauch des Französischen vorgeschrieben oder die Verwendung englischer Einsprengsel untersagt. In Frankreich gilt dafür das Loi Toubon von 1994, in Québec das Loi 101.
Diese Regeln zeigen den Versuch, französische Bezeichnungen zu erhalten oder neue Wörter zu bilden. Der alltägliche Sprachgebrauch folgt solchen Vorgaben jedoch nicht immer: Englische Ausdrücke werden weiterhin in französische Sätze eingebaut und dabei oft mit französischem Artikel verwendet, beispielsweise le weekend.
Rückentlehnungen
Les réemprunts sind eine Sonderform des Franglais. Dabei wurden ursprünglich englische Gallizismen – französische Wörter, die ins Englische übernommen wurden – im Englischen in Bedeutung, Lautung oder Schreibung verändert. Anschließend wurden sie mit dieser neuen Form oder Bedeutung ins Französische „rückentlehnt“.
Rückentlehnungen machen deutlich, dass Fremdwörter, Lehnwörter und Erbwörter in der Praxis schwer eindeutig zu trennen sind. Das Englische enthält viele französische Lehnwörter, besonders aus der Normandie des 11. und 12. Jahrhunderts. Deshalb kann unklar sein, ob ein Wort als englisches Lehnwort, als französisches Wort oder als Rückentlehnung gilt.
Beispiele sind bacon aus altfranzösisch bacon („Schinken“), challenge aus altfranzösisch chalenge („einen Rivalen herausfordern“) und budget aus altfranzösisch bougette („Geldbeutel“). Auch marketing geht über englisch market auf altnordfranzösisch market, marquet und französisch marché zurück. Tennis stammt von französisch tenez: Dies wurde beim Jeu de Paume, dem Vorgänger des Tennis aus Frankreich, dem Gegner vor einem Aufschlag zugerufen.
Weitere Rückentlehnungen sind etwa management aus ménagement, rosbif aus roastbeef, rally aus altfranzösisch ralier und poney aus altfranzösisch poulenet. Denim bezeichnet einen Stoff aus Baumwolle oder Hanffaser aus der französischen Stadt Nîmes, also de Nîmes.