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Gallizismus
Ein Gallizismus (gelegentlich auch Gallismus) ist eine aus dem Französischen übernommene Spracheigenheit, meistens ein Wort, aber manchmal auch ganze Sätze …
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Begriff und grundlegende Formen
Ein Gallizismus, gelegentlich auch Gallismus genannt, ist eine aus dem Französischen übernommene Spracheigenheit. Meist handelt es sich um ein einzelnes Wort, manchmal aber auch um einen ganzen Satz oder eine feste Wendung. Gallizismen können den Wortschatz und den Ausdruck einer Sprache beeinflussen.
Nicht jedes französisch vermittelte Wort stammt ursprünglich aus dem Französischen. Das Französische kann auch als Vermittlersprache wirken: Ein Wort gelangt dann aus einer anderen Sprache über das Französische in eine weitere Sprache. Eine besondere Gruppe bilden Scheingallizismen oder „französisierende Bildungen“. Diese Wörter sehen so aus, als stammten sie direkt aus dem Französischen, sind im französischen Sprachraum aber unbekannt.
Daneben gibt es Mischformen, die französische und deutsche Bestandteile oder Bedeutungen verbinden. Ein Beispiel ist „jemandem die Cour machen“. Die Wendung steht für „jemandem den Hof machen“ und geht auf „faire la cour“ zurück.
Gallizismen im Deutschen
Gallizismen bilden im Deutschen nach den Latinismen die zweitgrößte Gruppe der Entlehnungen. Sie haben den deutschen Wortschatz erheblich beeinflusst. Allerdings ist häufig umstritten, ob ein Wort über das Französische als Vermittlersprache oder unmittelbar aus dem Lateinischen übernommen wurde. Je nach Zählung kann das Französische deshalb auch an erster und das Lateinische an dritter Stelle stehen. Die Entwicklung der Gallizismen folgt dem Piotrowski-Gesetz, das auch als Sprachwandelgesetz bezeichnet wird.
Der Artikel nennt verschiedene Beispiele für französische Spracheinflüsse, darunter die Wendungen „L’art pour l’art“, „Honi soit qui mal y pense“, „Rien ne va plus“ und „à propos“. Zu den einzelnen Wörtern gehören „Engagement“, „Ingenieur“ und „Journalist“. Ein österreichischer Ausdruck ist „Pompfüneberer“, der auf „pompe funèbre“ zurückgeht und einen Bestatter bezeichnet.
Ein Beispiel für eine Entlehnung mit französischer Vermittlung ist „Café/Kaffee“. Nach Kluge stammt das Wort letztlich aus dem Arabischen und gelangte über das Türkische, Italienische und Französische ins Deutsche. Das Französische ist hier also nicht die ursprüngliche Herkunftssprache, sondern eine der beteiligten Vermittlersprachen.
Scheingallizismen beziehungsweise „französisierende Bildungen“ sind Wörter, die französisch wirken, im Französischen aber nicht verwendet werden. Genannt werden „Blamage“, „Friseur“, „Gardine“, „Staffage“ und „Takelage“.
Pluralbildung französischer Entlehnungen
Die Pluralbildung von Gallizismen hängt unter anderem vom Genus, von der Silbenzahl und vom Auslaut des Wortes ab. Bei einsilbigen maskulinen und sächlichen Substantiven, also Maskulina und Neutra, kommen vor allem die Pluralmarkierungen „-s“ und „-(Umlaut) + -e“ vor. Das Pluralmorphem „-s“ tritt bei diesen Maskulina und Neutra häufiger auf als die Bildung mit Umlaut und „-e“.
Eine Umlautung des Stammvokals zusammen mit dem Pluralmorphem „-e“ findet laut Artikel nur in vier Fällen statt: „der Ball – die Bälle“, „der Marsch – die Märsche“, „der Platz – die Plätze“ und „der Rang – die Ränge“. Diese vier Substantive sind phonotaktisch, also in ihrer Lautstruktur, an das System der deutschen Sprache angepasst. Als weiteres Beispiel wird „der Marsch – die Märsche“ angegeben.
Mehrsilbige maskuline und sächliche Entlehnungen mit einem stammauslautenden Pseudosuffix bilden den Plural mit Nullmarkierung. Das bedeutet, dass am Wort keine sichtbare Pluralendung erscheint. Eine Umlautung des Stammvokals kommt bei dieser Gruppe in keinem Fall vor.
Mehrsilbige Maskulina auf Schwa mit einem Derivationssuffix, die männliche Personen bezeichnen und auf „-ant“ oder „-ist“ enden, können die schwache Deklination mit „-(e)n“ verwenden. Beispiele sind „der Rivale – die Rivalen“, „der Journalist – die Journalisten“ und „der Astronaut – die Astronauten“.
Fast alle femininen Entlehnungen bilden den Plural mit „-(e)n“. Bei einigen wenigen Feminina mit „-s“ gibt es konkurrierende Formen mit „-(e)n“: „die Creme – die Cremes oder die Cremen“ sowie „die Chaiselongue – die Chaiselongues oder die Chaiselonguen“. Andere wenige Feminina bilden den Plural mit „-s“, etwa „die Bouillon – die Bouillons“.
Zusammenfassend nennt der Artikel für einsilbige französische Maskulina und Neutra ungefähr 70 Prozent Pluralbildungen mit „-s“ und ungefähr 30 Prozent mit „-e“. Für mehrsilbige maskuline und sächliche Entlehnungen auf Pseudosuffix gilt die Nullmarkierung. Die meisten femininen Entlehnungen verwenden „-(e)n“. Die abschließende Aussage, die Pluralbildung mit dem Suffix „-s“ sei bei französisch übernommenen Nomina „ganz ausgeschlossen“, widerspricht jedoch den zuvor genannten Beispielen und der Angabe von etwa 70 Prozent; der Artikel enthält an dieser Stelle somit eine interne Unstimmigkeit.