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Flachküste

Als Küstenschutz vor Erosion dienen Buhnen, Steinmauern, oder Tetrapoden aus Beton, die als Wellenbrecher wirken sollen. Auf den Dünen siedeln sich erste …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Merkmale und Entstehung
  2. 2. Typische räumliche Abfolge
  3. 3. Rücken und Rinnen im Flachwasser
  4. 4. Wassernahe Küstenbereiche
  5. 5. Ablagerungen am Ufer
  6. 6. Abtragung, Landgewinn und Schutz

Merkmale und Entstehung

Eine Flachküste ist eine Küste, an der das Land allmählich in das Meer übergeht. Sie kann entstehen, wenn das Meer auf flach ansteigendes Land vordringt oder wenn lockere Gesteine durch Abrasion, also die abtragende Wirkung von Wasser und mitgeführtem Material, erodiert werden. Grundsätzlich gliedert sich eine Flachküste in die ständig oder regelmäßig vom Wasser beeinflusste Schorre und den weiter landwärts gelegenen Strand.

Flachküsten bestehen aus lockerem Material wie Sand und Kies. Wellen spülen Geröll und Sand an einer Stelle ab, transportieren das Material und lagern es an anderer Stelle wieder ab. Feine Sandkörner können außerdem vom Wind über die Dünen ins Landesinnere getragen werden. Dadurch verändert sich die Gestalt einer Flachküste fortlaufend.

Typische räumliche Abfolge

Die typische räumliche Anordnung der vom Meer geschaffenen Küstenformen wird als Litorale Serie bezeichnet. Sie reicht vom dauerhaft überfluteten Flachwasserbereich über die regelmäßig von den Gezeiten beeinflussten Flächen bis zum höher gelegenen Strand und zum Dünengürtel.

Die einzelnen Formen entstehen vor allem dadurch, dass Wellen, Strömungen, Gezeiten und Wind lockeres Material abtragen, transportieren und wieder ablagern. Ihre genaue Lage und Ausprägung können sich deshalb mit dem Wellengang und den Jahreszeiten verändern.

Rücken und Rinnen im Flachwasser

Bereits im dauerhaft überfluteten Flachwasserbereich kann ein Sand- oder Kiesriff liegen, das auch Barre genannt wird. Eine Barre ist ein länglicher, meist aus Sand oder Kies bestehender Rücken in der Wellenauflaufzone unterhalb der Schorre. Sie verläuft parallel zum Ufer, und ihre Flanken fallen auf beiden Seiten flach ab.

Die Barre zeigt, dass die Wellenbewegung schon am Meeresboden Material transportiert und umlagert. An einer Küste können mehrere solcher Rücken vorkommen. Ihre Längsachsen verlaufen strandparallel; voneinander getrennt werden sie durch ebenfalls uferparallele Rinnen oder Priele. Priele sind Rinnen, durch die Wasser abfließt. In Wattengebieten können diese Entwässerungsrinnen auch quer zur Küste verlaufen.

Wassernahe Küstenbereiche

Im engeren Sinn umfasst die Unterwasserschorre den Bereich, der ständig der Wirkung des bewegten Wassers ausgesetzt ist. Ihre landseitige Grenze zum Strand liegt dann an der Linie des mittleren Niedrigwassers. Diese Einteilung ist jedoch nicht allgemeingültig und wird in der Literatur unterschiedlich verwendet.

Nach einer Definition reicht der Strand als landseitiger Übergang von der Schorre bis zur obersten Hochwassergrenze. Dazu gehört auch die Zone, die nur periodisch oder bei einer Sturmflut überspült wird. Andere Autoren verwenden den Begriff Strand für diesen Bereich nicht. Sie nennen die Fläche zwischen mittlerem Niedrigwasser und mittlerem Hochwasser Gezeitenschorre. Der Bereich oberhalb der mittleren Hochwasserlinie heißt dann Hochschorre und wird nur bei Stürmen unmittelbar vom Wasser erreicht.

Die Hochschorre ist wesentlich flacher als die deutlich zum Meer geneigte Gezeitenschorre. Deshalb wird sie häufig als Strandplattform bezeichnet und kann als eigentlicher Strand aufgefasst werden. Der am weitesten landeinwärts von Sturmfluten erreichte Abschnitt wird durch den Dünengürtel begrenzt. Sturmfluten können dort ein Sandkliff, also eine steile Abbruchkante aus Sand, bilden.

Ablagerungen am Ufer

Auf der Strandplattform liegt häufig ein langer, uferparalleler Sand- oder Kiesrücken, der meist nur einige Dezimeter hoch ist. An seiner Landseite befindet sich stellenweise eine flache Strandrinne. Bleibt in dieser Rinne dauerhaft Wasser stehen, wird sie als Strandlagune bezeichnet.

Der Rücken entsteht durch Material, das von auflaufenden Wellen über den mittleren Wasserspiegel hinausgetragen wird. Grobkörniges Material, das der Rückstrom nicht wieder ins Meer befördern kann, bleibt liegen. Lage und Mächtigkeit dieser Ablagerung verändern sich mit den Jahreszeiten. Der durch winterliche Sturmfluten gebildete Winterstrandwall ist meist deutlich stärker ausgeprägt und liegt höher am Strand als die von Sommerhochwassern geschaffenen Strandwälle.

Abtragung, Landgewinn und Schutz

Während Sturmfluten werden Strände teilweise stark erodiert, also abgetragen. Dabei wird das Strandprofil steiler. Bei normalem Wellengang besteht an Flachküsten dagegen eher die Tendenz, dass Material abgelagert und der Strand erhöht wird.

Mitunter entstehen ganze Serien parallel hintereinanderliegender Strandwälle. Durch die allmähliche Erhöhung des Geländes verschiebt sich die Uferlinie mit der Zeit in Richtung Meer. Ein deutliches Beispiel für ein solches landbildendes System ist Skagen Odde an der Nordspitze von Vendsyssel im äußersten Norden Dänemarks. Diese Landspitze wächst bis heute durch neu hinzukommende Strandwälle weiter.

Zum Schutz vor Küstenerosion werden Buhnen, Steinmauern oder Tetrapoden aus Beton eingesetzt. Sie sollen als Wellenbrecher wirken. Auf den Dünen siedeln sich außerdem erste Pflanzen wie Sanddorn oder Strandhafer an. Diese Pflanzen halten den Sand fest und vermindern seine Abtragung durch den Wind.

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