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Fanny Gates

Sie leistete Beiträge zur Erforschung radioaktiver Stoffe und stellte fest, dass Radioaktivität nicht durch Hitze oder Ionisation aufgrund chemischer Reaktionen …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Überblick und Forschung
  2. 2. Ausbildung und wissenschaftliche Laufbahn
  3. 3. Hochschul- und Schularbeit
  4. 4. Auszeichnungen und Veröffentlichung

Überblick und Forschung

Fanny Cook Gates (* 26. April 1872 in Waterloo, Iowa; † 24. Februar 1931 in Chicago) war eine US-amerikanische Physikerin und Hochschullehrerin. Sie leitete die Physikabteilung am Goucher College, war Professorin für Physik und Dekanin der Frauen am Grinnell College sowie Dekanin der Frauen an der University of Illinois.

Ihre Forschung befasste sich mit Radioaktivität, also der Strahlung radioaktiver Stoffe. Gates zeigte, dass Radioaktivität weder durch Hitze noch durch Ionisation infolge chemischer Reaktionen zerstört werden kann. Außerdem unterschied sie radioaktive Stoffe von phosphoreszierenden Stoffen qualitativ und quantitativ. Phosphoreszenz bezeichnet dabei das Nachleuchten eines Stoffes nach einer vorherigen Anregung.

Am Beispiel von Chinin wies sie nach, dass die Emission blauen Lichts temperaturabhängig ist. Dies lieferte den Beweis, dass dieses Licht durch Phosphoreszenz und nicht durch radioaktiven Zerfall entsteht.

Ausbildung und wissenschaftliche Laufbahn

Nach dem Abschluss an der East Waterloo High School studierte Gates Mathematik an der Northwestern University in Illinois. Dort erwarb sie 1894 den Bachelor of Letters und 1895 den Master of Letters. Anschließend war sie Fellow und Dozentin für Mathematik an der Northwestern University beziehungsweise an der Northwestern Academy.

Am Bryn Mawr College war sie zwei Jahre Scholar und Fellow für Mathematik. Im zweiten Jahr erhielt sie wie Harriet Brooks ein President’s European Fellowship. Im Herbst 1897 studierte sie Mathematik und Physik an der Universität Göttingen, im Winter 1898 am Polytechnischen Institut in Zürich.

Von 1897 bis 1911 leitete Gates die Physikabteilung des Goucher College. Für Forschungsaufenthalte wurde sie beurlaubt. Von 1902 bis 1903 forschte sie mit Ernest Rutherford und Harriet Brooks im McDonald Laboratory der McGill University in Montreal. Dort setzte sie ihre Arbeiten zur Radioaktivität fort und wies nach, dass radioaktive Phänomene keine einfachen chemischen oder physikalischen Prozesse sind. Von 1904 bis 1906 arbeitete sie im Cavendish Laboratory der Universität Cambridge bei Joseph John Thomson. 1909 promovierte sie an der University of Pennsylvania mit der Dissertation The Conductivity of Gases Causes by certain Chemical Changes.

Hochschul- und Schularbeit

1911 erhielt Gates eine Forschungsstelle an der University of Chicago. Zwei Jahre später wurde sie Professorin für Physik und Dekanin des Frauenkollegiums am Grinnell College in Iowa.

Von 1916 bis 1918 war sie außerordentliche Professorin für Physik und Dekanin der Frauen an der University of Illinois. Dort plante und organisierte sie die Einführung eines Studentenwohnheimprogramms und der ersten Wohngemeinschaften für Studentinnen.

Danach arbeitete sie von 1918 bis 1922 als Generalsekretärin des YMCA in New York und unterrichtete Physik an den Lincoln und Brealey Schools. Sie war 1922 bis 1923 Schulleiterin der Phoebe Ann Thorne School in Bryn Mawr und von 1928 bis 1931 Physiklehrerin an der Roycenmore School in Evanson, Illinois. Gates starb im Alter von 58 Jahren; sie wurde in Waterloo bestattet.

Auszeichnungen und Veröffentlichung

Gates war Fellow der American Physical Society und der American Mathematical Society. Außerdem war sie 1896–97 Fellow in Mathematics am Bryn Mawr College und erhielt ein European Fellowship der Association of Collegiate Alumnae für ihr Studium in Göttingen und am Polytechnischen Institut in Zürich.

Zu ihren Veröffentlichungen zählt: „On the Nature of Certain Radiations from the Sulphate of Quinine“, Physical Review 18, 3, S. 135–145, 1904, DOI: 10.1103/PHYSREVSERIESI.18.135.

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