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Fake
Das Wort Fake (Aussprache [fɛɪ̯k], englisch für Fälschung) ist ein Anglizismus, das im Deutschen häufig als Vorsilbe gebraucht wird.
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Grundbedeutung und Sprachgebrauch
Fake ist ein Anglizismus für „Fälschung“ und wird im Deutschen häufig als Vorsilbe verwendet. Die Sprachwissenschaftlerin Susanne Flach unterscheidet sechs Bedeutungsgruppen: Fake kann ein Imitat bezeichnen, etwa eine Fake-Rolex; etwas, das nur zum Schein eine bestimmte Eigenschaft besitzt, etwa einen Fake-Demokraten; einen Troll als Fake-User oder Fake-Schreiber; erfundene Dinge; etwas Gestelltes, etwa eine Fake-Doku; oder eine Person mit unaufrichtigem Charakter.
Seit Mitte der 2000er Jahre hat sich das Wort im deutschen Sprachgebrauch stärker etabliert. Personen, die Fakes verbreiten, heißen Faker. Dazu gehören auch das Verb faken und das Partizip gefakt; gefakte Daten sind manipulierte Daten. Je nach Zusammenhang kann Fake somit eine Täuschung, eine Nachahmung, eine erfundene Darstellung oder eine bewusst inszenierte Sache meinen.
Fälschungen in Medien und sozialen Netzwerken
Im Medienkontext sind Fakes Fälschungen, darunter manipulierte Videos im Internet, die ein wirkliches Geschehen vortäuschen, tatsächlich aber elektronisch retuschiert sind. Besonders wichtig sind Fakes in sozialen Medien, weil sie dort schnell verbreitet werden und Aufmerksamkeit oder Einfluss erzeugen können.
Ein Fake-Account oder Realfake ist ein Social-Media-Profil, dessen Inhaber eine falsche Identität vortäuscht. Häufig werden dafür Bilder anderer Personen heruntergeladen. Solche Accounts können auf Follower und Likes zielen, aber auch Drohungen und Hasskommentare verbreiten oder betrügerischen Zwecken dienen, beispielsweise in der Findom.
Die Diskussion über Fake News, ihren Gebrauch und ihre Wirkung gewann mit der Wahl Donald Trumps zum 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten besonders an Gewicht. Dabei ging es vor allem um soziale Medien, mögliche Wahlbeeinflussungen sowie um ein mögliches Verbot, Ahndung, Kontrolle und Löschung.
Deepfakes
Deepfakes sind Videos, die mit realen Gesichtern oder Fotos hergestellt oder manipuliert werden. Dafür wird Software eingesetzt, die mithilfe „selbstlernender Algorithmen“, also Künstlicher Intelligenz (KI), entwickelt wird. Der Ausdruck bedeutet eine „tiefe, weitgehende Fälschung“.
Ein Deepfake unterscheidet sich damit von einer allgemeinen elektronischen Retusche dadurch, dass reale Gesichter beziehungsweise Fotos mithilfe KI-basierter Anwendungen gezielt in Videos erzeugt oder verändert werden.
Fake als künstlerische Methode
Im Kunstkontext hat Fake eine eigene Bedeutung. Seit die bildende Kunst im 20. Jahrhundert ihre Mittel analysiert und die Authentizität von Kunstwerken hinterfragt, werden Original und Kopie neu betrachtet. Marcel Duchamp überführte mit Readymades manufakturierte Alltagswaren in den Kunstkontext. Andy Warhol und Sigmar Polke hinterfragten ebenfalls das Verhältnis von Original und Kopie. Richard Prince und Sherrie Levine stellten bereits bestehende Bilder erneut aus und erklärten damit die Fälschungen selbst zu Kunstwerken.
Nach Stefan Römer ist ein Fake „eine mimetische Nachahmung eines anderen Kunstwerks“, die sich im Unterschied zur Fälschung selbst als gefälscht zu erkennen gibt. Als Beispiel gelten Sherrie Levines Fotografien nach Walker Evans: Der Titel „Sherrie Levine After Walker Evans“ weist die Arbeit als Aneignung aus. Die Reproduktion soll dadurch nicht moralisch als Fälschung verurteilt werden, sondern wird als Kritik an der Institution Kunst und an ihrer Ideologie des Originals verstanden.
Carol Duncan veröffentlichte mit The Fake as More, by Cheryl Bernstein die fiktive Geschichte über eine Kunsthistorikerin und gab die Fiktion erst 13 Jahre später zu erkennen. Die angebliche Kunsthistorikerin beschrieb eine Ausstellung, die nie stattgefunden hatte. Für die Wirkung dieses Fakes war kein materiell erzeugtes Bild nötig: Der Text rief bei Lesern Bilder und Bedeutungen hervor. Ob die Ausstellung tatsächlich stattgefunden hatte, war für die Kunstdiskussion unerheblich. Das Fake kann daher einen Institutionswandel und eine Umorientierung der Kunstgeschichte verlangen. Die Ausstellung X für U – Bilder, die lügen versammelte Beispiele dafür, wie Bildverfälschungen Tatsachen und Ereignisse manipulieren können.
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