Zum Inhalt springen
L

Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Eve-Marie Engels

deutsche Philosophin; Expertin für Bioethik ... Von 1996 bis 2017 war sie Inhaberin des Lehrstuhls für Ethik in den Biowissenschaften an der Fakultät für Biologie …

Inhalt3 Abschnitte
  1. 1. Eve-Marie Engels: Philosophin und Bioethikerin
  2. 2. Ausbildung und beruflicher Weg
  3. 3. Schwerpunkte ihrer Veröffentlichungen

Eve-Marie Engels: Philosophin und Bioethikerin

Eve-Marie Engels (* 23. Februar 1951 in Düsseldorf) ist eine deutsche Philosophin und Wissenschaftshistorikerin. Ihre Arbeit verbindet Philosophie, Wissenschaftstheorie und Wissenschaftsgeschichte mit ethischen Fragen der Biowissenschaften. Besonders befasste sie sich mit Themen wie Evolution, Medizin, Embryonenforschung, Stammzellen, Transplantation und dem Verhältnis von Menschen zu Tieren.

Von 1996 bis 2017 hatte sie an der Eberhard Karls Universität Tübingen den Lehrstuhl für Ethik in den Biowissenschaften an der Fakultät für Biologie inne. Damit arbeitete sie an der Schnittstelle von Philosophie und biologischer Forschung: Sie untersuchte, welche moralischen Fragen durch neue biologische und medizinische Möglichkeiten entstehen.

Ausbildung und beruflicher Weg

Engels studierte Philosophie, Romanistik sowie Anglistik/Amerikanistik an der Ruhr-Universität Bochum. Bis 1977 erhielt sie ein Promotions- und Forschungsstipendium der Konrad-Adenauer-Stiftung. Von 1976 bis 1977 war sie als Research Associate an der State University of New York at Stony Brook tätig.

An der Universität Bochum arbeitete sie zunächst als wissenschaftliche Hilfskraft und danach bis 1989 als Wissenschaftliche Assistentin am Institut für Philosophie. Dort beschäftigte sie sich bei Gert König mit Wissenschaftstheorie und Wissenschaftsgeschichte. Wissenschaftstheorie untersucht Voraussetzungen, Methoden und Grenzen wissenschaftlicher Erkenntnis; Wissenschaftsgeschichte befasst sich mit der Entwicklung von Wissenschaften. Engels wurde 1981 promoviert und habilitierte sich 1988.

Von 1988 bis 1989 leitete sie das DFG-Forschungsprojekt „Möglichkeiten und Grenzen einer Evolutionären Ethik“. Evolutionäre Ethik versucht, moralisches Verhalten oder moralische Vorstellungen mit der Evolution zu erklären oder zu begründen. Danach vertrat sie Professuren in Bielefeld, Göttingen und Hamburg. Von 1991 bis 1993 erhielt sie ein Heisenberg-Stipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft; 1992 war sie Visiting Scholar am „Center for the Study of Science in Society“ in Blacksburg, Virginia.

1993 wurde sie Professorin für Philosophie mit dem Schwerpunkt „Theoretische Philosophie“ an der Universität Kassel. Dort lagen ihre Arbeitsfelder vor allem in der Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie sowie in der Naturphilosophie. Naturphilosophie untersucht grundlegende philosophische Fragen über Natur und Lebewesen.

Neben ihrer Tübinger Professur übernahm Engels Funktionen in wissenschaftlichen und ethischen Institutionen. Sie war von 1997 bis 2001 Vorstandsmitglied und von 1999 bis 2001 Erste Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Geschichte und Theorie der Biologie. 2001 wurde sie Mitglied des Nationalen Ethikrates. Außerdem war sie von 2001 bis 2011 Sprecherin des Internationalen Zentrums für Ethik in den Wissenschaften (IZEW) der Universität Tübingen.

Schwerpunkte ihrer Veröffentlichungen

Engels veröffentlichte Arbeiten zu zentralen Fragen der Philosophie der Biologie und der Bioethik. Ihre Monografie Die Teleologie des Lebendigen erschien 1982. Teleologie bezeichnet die Erklärung von Vorgängen oder Lebewesen über Zwecke oder Zielgerichtetheit. In Erkenntnis als Anpassung? Eine Studie zur Evolutionären Erkenntnistheorie (1989) setzte sie sich mit evolutionärer Erkenntnistheorie auseinander, also mit der Frage, ob menschliche Erkenntnis als Ergebnis evolutionärer Anpassung verstanden werden kann.

Ein weiterer Schwerpunkt sind medizinethische Themen. Gemeinsam mit anderen gab sie 2000 den Band Neue Perspektiven der Transplantationsmedizin im interdisziplinären Dialog heraus. Außerdem wirkte sie an Studien zur zellulären Xenotransplantation (2001) und zu menschlichen Stammzellen (2003) mit. Xenotransplantation bedeutet die Übertragung von Zellen, Geweben oder Organen zwischen verschiedenen Arten.

Ihre Aufsätze behandeln unter anderem den moralischen Status von Embryonen und Feten, ethische Fragen bei humanen embryonalen Stamm- und Keimzellen, Risiken der Xenotransplantation sowie die Ethik der Mensch-Tier-Beziehung. Der Aufsatz Human embryonic stem cells. The German Debate. erschien 2002 in Nature Reviews Genetics. 2007 veröffentlichte sie bei C.H. Beck eine Monografie über Charles Darwin. 2011 erschien die Festschrift Darwin und die Bioethik. Eve-Marie Engels zum 60. Geburtstag.

Weiterlesen