Zum Inhalt springen
L

Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Erde/Daten und Zahlen

Geschwindigkeit der Erdrotation, am Äquator, 0,463 km/s ; Dauer einer Erdrotation, mittlerer Siderischer Tag, 23 Stunden, 56 Minuten und 4,09 Sekunden ; Dauer …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Erde im Sonnensystem und Grundaufbau
  2. 2. Atmosphäre und Erdoberfläche
  3. 3. Ozeane, Binnengewässer und Rekorde
  4. 4. Kontinente, Inseln und Relief
  5. 5. Klima und menschliche Verteilung
  6. 6. Weitere geographische Rekorde

Erde im Sonnensystem und Grundaufbau

Die Erde ist der fünftgrößte und der Sonne drittnächste Planet des Sonnensystems. Sie umkreist die Sonne auf einer Ellipse: Das Perihel, der sonnennächste Punkt, liegt um den 3. Januar bei 147,09 Mio. km; das Aphel, der sonnenfernste Punkt, um den 5. Juli bei 152,10 Mio. km. Die große Halbachse, also der mittlere Abstand beider Werte, beträgt 149,60 Mio. km = 1 AE. Die mittlere Orbitalgeschwindigkeit beträgt 29,78 km/s, im Perihel 30,29 km/s und im Aphel 29,29 km/s.

Ein siderisches Jahr, der Umlauf bezogen auf ferne Sterne, dauert 365 Tage, 6 Stunden, 9 Minuten und 9,54 Sekunden beziehungsweise 365,256 Tage; die dabei zurückgelegte Strecke beträgt 939.800.765,952 km. Das tropische Jahr dauert 365 Tage, 5 Stunden, 48 Minuten und 45,26 Sekunden. Am Äquator beträgt die Rotationsgeschwindigkeit 0,463 km/s. Ein mittlerer siderischer Tag dauert 23 Stunden, 56 Minuten und 4,09 Sekunden, ein mittlerer Sonnentag genau 24 Stunden.

Die Erde ist wegen der Zentrifugalkraft ihrer Rotation abgeplattet und keine ideale Kugel. Beim Referenzellipsoid GRS 80D ist der Äquatorumfang etwa 67 km länger als der Umfang über die Pole. Die gegen die senkrechte Achse der Ekliptik geneigte Erdachse führt zu den klimawirksamen Jahreszeiten.

Das Erdinnere besteht aus Schalen. Eisen, Sauerstoff, Silicium und Magnesium machen zusammen etwa 93 % der Erdmasse aus. Der feste innere Kern hat etwa 1250 km Radius und besteht hauptsächlich aus Eisen (86,3 %) und Nickel (7,3 %). Ihn umgibt ein rund 2200 km mächtiger äußerer Kern aus Eisen mit 10–15 % Schwefel und/oder Sauerstoff. Darüber liegt ein 2900 km mächtiger Mantel aus zähplastischem Gestein, vor allem Silikaten und Oxiden, sowie die dünne harte Kruste. Die Kruste enthält zusätzlich Elemente, die im Mantel nicht vorkommen. Massenanteile der Erde ohne Atmosphäre sind unter anderem Eisen 35,0 %, Sauerstoff 30,0 %, Silicium 15,0 %, Magnesium 13,0 %, Nickel 2,4 % und Schwefel 1,9 %.

Atmosphäre und Erdoberfläche

Die Atmosphäre gliedert sich von unten nach oben in Troposphäre (8 bis 18 km Höhe), Stratosphäre (bis 50 km), Mesosphäre (80 bis 90 km) und Thermosphäre. Die bodennahen Schichten bis ungefähr 90 km sind in ihrer Zusammensetzung weitgehend gleichförmig; sie heißen Homosphäre. Zwischen Atmosphäre und Weltraum gibt es keinen scharfen Rand, sondern einen kontinuierlichen Übergang.

Die Atmosphäre hat eine Masse von 5.15e^{18} kg. Auf Nullniveau betragen mittlerer Luftdruck 1013,25 hPa und mittlere Luftdichte 1,217 kg/m³. Trockene bodennahe Luft besteht nach Volumen aus 78,1 % Stickstoff, 20,9 % Sauerstoff, 0,9 % Argon und weniger als 0,1 % weiteren Gasen. Je nach Luftfeuchtigkeit kommen bis zu vier Volumenprozent Wasserdampf hinzu; in Bodennähe liegt der Mittelwert bei 1,3 %.

Die Erdoberfläche ist die Grenzschicht zwischen der ozeanischen oder kontinentalen Erdkruste und der Atmosphäre. Von insgesamt 510.000.000 km² sind 360.570.000 km² beziehungsweise 70,7 % Wasserfläche und 149.430.000 km² beziehungsweise 29,3 % Landfläche. Daher lassen sich eine landreiche Landhemisphäre und eine von Ozeanen dominierte Wasserhemisphäre unterscheiden. Ohne Antarktis umfasste die Landfläche 2011 135.281.639 km²: 49.116.226 km² (36,31 %) waren landwirtschaftlich genutzt, 40.274.680 km² (29,77 %) Wald, 41.313.584 km² (30,54 %) sonstige Flächen wie Wüsten, Brachland, Gebirge und bebaute Flächen sowie 4.577.149 km² (3,38 %) Binnengewässer.

Zu den weiteren Rekorden gehören die Arabische Halbinsel als größte Halbinsel mit 3 Mio. km² und der Mittelozeanische Rücken als längste Gebirgskette mit 7000–8000 km Länge, 1500 km Breite und 6000 m Höhe.

Ozeane, Binnengewässer und Rekorde

Gewässer sind Meere und Binnengewässer. Meere werden in fünf Ozeane einschließlich der Nebenmeere gegliedert; Binnengewässer sind alle fließenden und stehenden Gewässer innerhalb der Festlandsgrenzen. Nach Fläche ohne Nebenmeere ist der Pazifische Ozean mit 166.240.000 km² der größte, vor Atlantischem Ozean mit 84.110.000 km², Indischem Ozean mit 73.430.000 km² und Arktischem Ozean mit 12.260.000 km². Mit Nebenmeeren werden für den Pazifik 181.340.000 km², den Atlantik 89.758.000 km², den Antarktischen Ozean 20.327.000 km² und den Arktischen Ozean 14.090.000 km² angegeben. Nebenmeere ist der Oberbegriff für Binnen-, Mittel- und Randmeere; das Australasiatische Mittelmeer umfasst 9.080.000 km², das Amerikanische Mittelmeer 4.354.000 km² und das Europäische Mittelmeer 2.500.000 km².

Die mittlere Meerestiefe beträgt 3.800 m, etwa das Fünffache der mittleren Kontinentalhöhe von 800 m. Die tiefste Stelle des Meeresbodens liegt im Marianengraben bei etwa 11.000 m unter dem Meeresspiegel. Als Witjastief werden 11.034 m angegeben, darunter 11.022 m bei Drahtlotung; das Challengertief ist mit 10.984 ±25 m, bei Drahtlotung 10.863 m, aufgeführt. Die Messungen von 1957 sind umstritten.

Größter natürlicher See ist das Kaspische Meer mit 386.400 km², vor Oberem See mit 82.414 km² und Viktoriasee mit 68.894 km². Der Baikalsee ist mit 1642 m der tiefste See, vor Tanganjikasee mit 1470 m und Kaspischem Meer mit 1025 m. Die längsten Flüsse sind Amazonas mit 6992 km, Nil mit 6852 km und Jangtsekiang mit 6380 km. Die höchsten Wasserfälle sind Salto Ángel in Venezuela mit 979 m, Tugela Falls in Südafrika mit 948 m und Yumbilla in Peru mit 870 m.

Kontinente, Inseln und Relief

Etwa 148,9 Mio. km² beziehungsweise 29 % der 510 Mio. km² großen Erdoberfläche sind Land. Dieses verteilt sich auf Kontinente und Inseln. Je nach Zählweise werden bis zu sieben Kontinente unterschieden: Asien, Afrika, Nordamerika, Südamerika, Antarktika, Australien/Ozeanien und Europa. Europa ist geologisch als große westliche Halbinsel Asiens wahrscheinlich nie eine selbstständige Einheit gewesen. Auch die Abgrenzung zwischen Australien als kleinstem Erdteil und Grönland als größter Insel ist konventionell.

Nach den angegebenen Großräumen ist Eurasien ohne Polarinseln mit 54,5 Mio. km² am größten, gefolgt von Amerika ohne Polargebiete mit 38,3 Mio. km², Afrika mit 29,3 Mio. km², Antarktis mit 13,2 Mio. km² und Ozeanien mit 7,7 Mio. km². Die größten Inseln sind Grönland (2.130.800 km²), Neuguinea (785.753 km²) und Borneo (743.330 km²). Java ist mit 131,193 Mio. Einwohnern die einwohnerreichste Insel. Santa Cruz del Islote in Kolumbien hat mit etwa 100.000 Menschen/km² die höchste Bevölkerungsdichte einer Insel. Größte Flussinsel ist Ilha do Bananal mit 19.162 km², größte Binnenseeinsel Manitoulin in Kanada mit 2.766 km².

Die tiefste Landsenke ist der Denman-Canyon in Antarktika mit 3500 m unter dem Meeresspiegel. Es folgen das Ufer des Toten Meeres mit 420 m und das Ufer des See Genezareth mit 212 m unter dem Meeresspiegel. Höchster Berg ist der Mount Everest mit 8848 m vor K2 mit 8611 m und Kangchendzönga mit 8586 m. Die höchste Erhebung auf der Äquatorlinie befindet sich an der Südflanke des Cayambe in Ecuador. Höchste Vulkane sind Nevado Ojos del Salado (6893 m), Tupungato (6550 m) und Guallatiri (6071 m). Die flächengrößten Wüsten sind Antarktis mit 13.200.000 km², Sahara mit 8.700.000 km² und Grönland mit 2.160.000 km².

Klima und menschliche Verteilung

Die mittlere Temperatur in Bodennähe beträgt 15 °C; die Schallgeschwindigkeit in Luft auf Meeresniveau liegt bei dieser Temperatur bei etwa 340 m/s. Als höchste gemessene Lufttemperatur nennt der Artikel +56,7 °C am 10. Juli 1913 im Death Valley, das 54 m unter dem Meeresspiegel liegt. Die niedrigste beträgt −89,2 °C, gemessen am 21. Juli 1983 in der Wostok-Station in der Antarktis auf 3420 m Höhe. Der niederschlagsreichste Ort ist Cherrapunji in Indien mit 26.470 mm innerhalb von 12 Monaten; Arica in Chile ist mit durchschnittlich 0,8 mm pro Jahr der niederschlagsärmste Ort.

Unter den Staaten ist Vatikanstadt mit 829 Einwohnern im März 2011 der einwohnerärmste und mit 0,44 km² der flächenkleinste Staat. Grönland hat mit 0,026 Einwohnern/km² (2013) die geringste Bevölkerungsdichte. Die längste Grenze zwischen zwei Ländern verläuft mit 8890 km zwischen USA und Kanada; Kanada hat mit etwa 200.000 km die längste Küste eines Landes. Die flächengrößten Länder sind Russland mit 17.098.242 km², Kanada mit 9.984.670 km² und die Vereinigten Staaten mit 9.826.675 km².

Die einwohnerreichsten Länder sind Indien mit 1428 Mio. Einwohnern, China mit 1408 Mio. und die Vereinigten Staaten mit 340 Mio. Die höchste Bevölkerungsdichte haben Monaco mit 15.250 Einwohnern/km², Singapur mit 6.744 und Vatikanstadt mit 1.884; zum Vergleich werden für Deutschland 230 Einwohner/km² genannt. Die größten Metropolregionen nach Einwohnerzahl im Jahr 2020 sind Tokio mit 38 Mio., Jakarta mit 35 Mio. und Delhi mit 30 Mio. Die höchstgelegenen Städte sind La Rinconada in Peru (5099 m), Wenzhuan in Tibet, China (5019 m), und El Aguilar in Argentinien (4895 m).

Die meistgesprochenen Sprachen sind Englisch mit 1500 Mio. Sprechern, davon 375 Mio. Muttersprachlern, Hochchinesisch mit 1100 Mio., davon 982 Mio. Muttersprachlern, und Hindi mit 650 Mio., davon 460 Mio. Muttersprachlern. Die größten Religionsgruppen sind Christentum mit 2200 Mio. Anhängern, Islam mit 1387 Mio. und Hinduismus mit 1050 Mio.

Weitere geographische Rekorde

Weitere Rekorde sind der Geysir Andernach bei Andernach in Deutschland als höchster natürlicher Kaltwassergeysir mit 60 m sowie der Titicacasee in Peru und Bolivien als höchstgelegener schiffbarer See mit 3812 m. Die Werjowkina-Höhle in Georgien erreicht eine Niveaudifferenz von 2212 m und ist die tiefste Höhle. Die schmalste Meerenge ist der Euripos-Kanal auf Euböa in Griechenland mit 40 m.

Als größte Schlucht gelten die Dihangschluchten in Tibet in der Volksrepublik China: etwa 500 km lang, etwa 21 km breit und maximal 6000 m tief; die Breitenangabe ist mit einem Fragezeichen versehen. Mammoth Cave in den Vereinigten Staaten hat mit 590 km die größte Ganglänge, während die Sarawak-Kammer in Malaysia mit 600 m × 400 m × 100 m der größte Höhlenraum ist. Weitere Rekorde sind Mount Augustus in Australien als größter Monolith (92 km²), das Great Barrier Reef in Australien als größtes Korallenriff (etwa 2000 km lang, 260.000 km²) und die Bay of Fundy in Kanada mit einem Tidenhub von über 16 m.

Lernvideos zu Erde/Daten und Zahlen

Weiterlesen

Erde Die Erde ist der dichteste, fünftgrößte und der Sonne drittnächste Planet des Sonnensystems. Bisher konnte auf keinem anderen Planeten unseres Sonnensystems … Geographie Weitere sozialwissenschaftlich orientierte Bereiche der Geographie stellen die Bevölkerungsgeographie, die Bildungsgeographie und die Religionsgeographie dar. Klima Das Klima ist der mit meteorologischen Methoden ermittelte Durchschnitt der dynamischen Prozesse in der Erdatmosphäre: als Zusammenfassung der … Kultur Kultur bezeichnet im weitesten Sinne alle Erscheinungsformen menschlichen Daseins, die auf bestimmten Wertvorstellungen und erlernten Verhaltensweisen … Sonne Die durch die Sonnenstrahlung freigesetzte Energie beruht auf der Kernfusion von Wasserstoff zu Helium, das sogenannte Wasserstoffbrennen in der Proton-Proton- … Sonnensystem Das Sonnensystem ist das Planetensystem, in dem sich die Erde befindet. Es besteht aus der Sonne, acht sie umkreisenden Planeten (von innen nach außen: … Ellipse Eine Ellipse (von altgriechisch ἔλλειψις élleipsis, deutsch ‚das Unterlassen, Ausbleiben, Zurückbleiben') ist in der Geometrie eine spezielle geschlossene Kurve … Erdbahn Nach einem siderischen Jahr nimmt die Erde wieder dieselbe Stellung bezüglich eines (unendlich weit entfernt und ohne Eigenbewegung gedachten) Fixsterns ein. Astronomische Einheit Die Astronomische Einheit ist neben dem Lichtjahr und dem Parsec die wichtigste Einheit unter den astronomischen Maßeinheiten. Sie gehört nicht zum … Erdrotation Die Erdrotation ist die Drehbewegung der Erde um ihre eigene Achse. Die Rotationsachse nennt man Erdachse. Die Erde dreht sich nach Osten. Erdachse Die Erdachse ist die Rotationsachse der Erde. Sie verläuft durch den Massenmittelpunkt des Erdkörpers, das Geozentrum. Im Rahmen des äquatorialen … Jahreszeit Meteorologische Jahreszeiten · Frühling: 1. März–31. Mai · Sommer: 1. Juni–31. August · Herbst: 1. September–30. November · Winter: 1. Dezember–28./29. Februar.