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Emilia Pérez
Emilia Pérez ist ein Spielfilm von Jacques Audiard aus dem Jahr 2024. Der Film ist ein Musical-Thriller und handelt von einem mexikanischen Drogenbaron, …
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Film und Grundkonzept
Emilia Pérez ist ein französischer Spielfilm von Jacques Audiard aus dem Jahr 2024. Der 130 Minuten lange Film verbindet Musical und Thriller; die Originalsprachen sind Spanisch, Englisch und Französisch, die Altersfreigabe lautet FSK 12. Im Mittelpunkt steht ein mexikanischer Drogenbaron, der seine Vergangenheit verlassen und als Frau ein neues Leben beginnen will. Die Titelrolle spielt die spanische transgeschlechtliche Schauspielerin Karla Sofía Gascón.
Zu den wichtigsten Figuren gehören die Anwältin Rita Moro Castro (Zoë Saldaña), Emilia Pérez beziehungsweise Manitas Del Monte (Karla Sofía Gascón), dessen Ehefrau Jessi (Selena Gomez), Gustavo Brun (Édgar Ramírez), Epifanía Flores (Adriana Paz) und der Chirurg Dr. Wasserman (Mark Ivanir). Die Musik stammt von Camille und Clément Ducol, die Kamera führte Paul Guilhaume, den Schnitt übernahm Juliette Welfling.
Handlung
In Mexiko-Stadt verteidigt die brillante, aber schlecht bezahlte Anwältin Rita erfolgreich einen Mann in einem Mordprozess. Danach beauftragt sie der Kartellchef Manitas Del Monte. Er hat bereits vor zwei Jahren eine Hormontherapie begonnen und möchte sich heimlich einer geschlechtsangleichenden Operation unterziehen. Rita findet dafür den aus Tel Aviv stammenden Dr. Wasserman. Manitas täuscht seinen Tod vor; seine Frau Jessi und die Söhne Angel und Diego bringt Rita angeblich zu ihrem Schutz nach Lausanne. Für ihre Arbeit erhält sie 2 Millionen US-Dollar.
Vier Jahre später lebt Manitas als Emilia Pérez. Sie vermisst ihre Kinder und lässt Rita Jessi und die Söhne nach Mexiko zurückholen. Emilia wird ihnen als Cousine von Manitas vorgestellt. Jessi beginnt erneut eine Beziehung mit ihrem früheren Geliebten Gustavo, während Emilia vor allem den Kindern nahe sein möchte. Ein Sohn glaubt sogar, den Geruch seines Vaters wiederzuerkennen.
Nachdem Emilia eine Mutter trifft, die ihren verschwundenen Sohn sucht, gründet sie mit Rita die Nichtregierungsorganisation La Lucecita. Mit Kontakten zu inhaftierten Kartellmitgliedern hilft sie, Leichen früherer Opfer zu identifizieren, und wirbt bei einer Benefizgala Spenden ein. Emilia wird bekannt und geht eine Beziehung mit Epifanía ein, der Witwe eines Kartellopfers.
Jessi will Gustavo heiraten und mit den Kindern aufs Land ziehen. Als sie trotz Emilias Drohungen flieht, wird Emilia entführt. Jessi und Gustavo verlangen 30 Millionen US-Dollar Lösegeld. Bei der Befreiungsaktion kommt es zu einem Feuergefecht. Emilia offenbart Jessi ihre wahre Identität; anschließend sterben Emilia, Jessi und Gustavo bei einem Autounfall. Rita teilt den Kindern Jessis Tod mit und erwägt, ihre Vormundschaft zu übernehmen. Epifanía und andere Frauen erinnern in einem Trauermarsch an Emilia und ihre Wohltätigkeit.
Entstehung und Produktion
Das Treatment, also der Entwurf der Handlung, beruht auf einer Idee Audiards und entstand mit Thomas Bidegain. Inspiriert wurde es von einem Kapitel aus Boris Razons Roman Écoute (2018): Dort interessierte Audiard eine Nebenfigur, ein Transgender-Drogendealer, der von einer geschlechtsangleichenden Operation träumt. Das Filmprojekt wurde im Mai 2019 bekannt. Audiard plante zunächst eine Filmoper, gab diese Idee aber auf, weil sie ihm zu umständlich erschien; die Grundzüge eines „Libretto in vier Akten“ blieben ein wichtiger Ausgangspunkt.
Gedreht wurde ab Frühjahr 2023 vollständig nahe Paris statt an Originalschauplätzen in Mexiko. In Montjoie nahe dem Stade de France entstanden mexikanische Straßenkulissen im Studio. Die Dreharbeiten endeten Anfang Juli 2023. Damien Jalet arbeitete als Choreograf. Camille schrieb die Songtexte mit Hilfe eines mexikanischen Übersetzers und entwickelte die Musik mit Clément Ducol. Die Produktionskosten sollen bei circa 25 Millionen Euro gelegen haben. Die deutschsprachige Synchronisation entstand bei Studio4 GmbH in München; Dialogbuch und Dialogregie stammen von Matthias von Stegmann.
Veröffentlichung, Kritik und Resonanz
Die Uraufführung fand am 18. Mai 2024 im Hauptwettbewerb des 77. Filmfestivals von Cannes statt. Der französische Kinostart war am 21. August 2024, der deutsche am 28. November 2024. Fünf Wochen nach Start wurden in Frankreich zwischen 750.000 und 760.000 Eintritte gezählt. Bis Anfang Januar 2025 spielte der Film international 9,78 Millionen US-Dollar ein, darunter 8,1 Millionen US-Dollar in Frankreich und 906.657 US-Dollar in Spanien. Netflix erwarb die Rechte für USA und Vereinigtes Königreich für 8 Millionen US-Dollar; in den USA war der Film ab 13. November 2024 bei Netflix verfügbar.
Die professionelle Kritik fiel überwiegend positiv aus: Metacritic nannte 71 von 100 Punkten „grundsätzlich positive Bewertungen“, Rotten Tomatoes verzeichnete bei über 200 Kritiken 76 Prozent positive Stimmen und einen Durchschnitt von 6,8 von 10. AlloCiné kam auf 4,1 von 5 Sternen. Deutschsprachige Kritiker lobten häufig die ungewöhnliche Verbindung von Musical, Krimi, Melodram und Themen wie Transgeschlechtlichkeit sowie mexikanischen Drogenkartellen; einzelne Kritiken beanstandeten jedoch Pathos, Theatralik, Songs und die comichafte Handlung.
Das Publikum bewertete den Film auf Rotten Tomatoes deutlich negativer: Von über 5000 Bewertungen waren 17 Prozent positiv, bei durchschnittlich 1,4 von 5 Sternen. Besonders mexikanisches Publikum kritisierte die Darstellung Mexikos, die als unauthentisch empfundene Nutzung des Spanischen und die Akzente. Auch innerhalb der LGBTQ+-Community wurde die Transgender-Repräsentation stark kritisiert.
Auszeichnungen
Emilia Pérez erhielt in der Saison 2024/25 mehr als 350 Nominierungen und gewann über 100 Preise. In Cannes gewann Jacques Audiard den Preis der Jury; Karla Sofía Gascón, Zoë Saldaña, Selena Gomez und Adriana Paz erhielten gemeinsam den Darstellerpreis. Der Film gewann außerdem fünf Europäische Filmpreise, darunter für Film, Regie, Drehbuch, Darstellerin Karla Sofía Gascón und Schnitt.
Bei den Golden Globe Awards 2025 gewann er als Bester Film – Komödie oder Musical, als Bester fremdsprachiger Film, für Zoë Saldaña als Beste Nebendarstellerin und für „El Mal“ als Besten Song. Bei den Oscars 2025 erhielt er 13 Nominierungen und war damit der am häufigsten nominierte nicht-englischsprachige Film in der Geschichte der Oscarverleihung. Gascón wurde als erste offen transgeschlechtliche Schauspielerin in einer regulären Darstellerkategorie, Beste Hauptdarstellerin, nominiert. Gewonnen wurden der Oscar für Zoë Saldaña als Beste Nebendarstellerin und für „El Mal“ als Besten Song. Beim César gewann der Film sieben Preise, darunter für Film, Regie, adaptiertes Drehbuch, Kamera und Filmmusik.