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Emil von Gerliczy
ALTERNATIVNAMEN, Gerliczy, Emil ; KURZBESCHREIBUNG, slowenischer Maler des Expressionismus ; GEBURTSDATUM, 31. August 1871 ; GEBURTSORT, Krain.
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Person und Lebensweg
Emil Felix Ludwig von Gerliczy (* 31. August 1871 in Lukovica in Oberkrain; † 11. Mai 1924 in Zürich) war ein Maler slowenischer Abstammung. Er wurde auf Schloss Wolfsbüchel in Krain geboren und wuchs nach dem frühen Tod seines Vaters bis 1891 unter der Vormundschaft des Marquis von Sozany in Adelsberg (Postojna) auf. Nach sechs Gymnasialklassen und dem Besuch der Kavallerie-Kadettenschule diente er als Oberleutnant in der Österreichisch-Ungarischen Armee. Aus gesundheitlichen Gründen schied er 1897 aus.
Ebenfalls 1897 heiratete er die Baronesse Louise Anna von Korff. Ihr Vermögen ermöglichte dem Paar zahlreiche Reisen und Gerliczy die ausschließliche Beschäftigung mit der Kunst. Beide ließen sich in Dresden nieder, wo er an der Akademie der Bildenden Künste bei Robert Sterl studierte. Er gehörte dem Deutschen Künstlerbund und der Dresdner Künstlervereinigung an. Seit 1907 bewegte er sich im Umfeld junger expressionistischer Künstler wie Conrad Felixmüller, Erich Heckel und Emil Nolde. Er orientierte sich zunehmend an der Künstlervereinigung Die Brücke und stand mit Erich Heckel und Karl Schmidt-Rottluff in Kontakt.
Gerliczy reiste unter anderem zwischen 1911 und 1913 mehrfach ins Tessin sowie nach Osteuropa und Italien. Zu Beginn des Ersten Weltkriegs meldete er sich freiwillig und war unter anderem in Sorok in Galizien stationiert. Nach dem Krieg lebte er zunächst zurückgezogen in Bad Wörishofen und ab 1922 mit seiner Frau in Bad Tölz. Seit 1919 bereisten beide Spanien, Tunesien, Frankreich, Griechenland, Ägypten und die Türkei. Im Mai 1924 starb Gerliczy während einer Reise in Zürich.
Künstlerisches Werk
Gerliczy arbeitete mit unterschiedlichen Techniken: Er schuf Holzschnitte, Lithografien, Linolschnitte, Zeichnungen, Aquarelle und Ölbilder. Zu seinen Motiven, in der Kunst auch Sujets genannt, gehörten vor allem Landschaften von seinen Reisen und Porträts. Seine Aquarelle und Porträts wurden als ausdrucksstark, dramatisch und farbsensibel charakterisiert und dem Expressionismus zugeordnet.
Beispiele sind das „Damenporträt“ von 1910, „Balkon in Palermo“ von 1911 und „Pfeifenrauchender Bauer“ von 1919. Weitere überlieferte Arbeiten sind „Landleute auf einem Karren“, „Akt“, „Südliche Landschaft mit See“ und „Landschaft“, die jeweils vor 1924 entstanden.
Wiederentdeckung und Bestand
Nach Gerliczys Tod im Jahr 1924 geriet sein Werk in Vergessenheit. Anfang der 1980er Jahre wurde es in seinem ehemaligen Wohnhaus in Bad Tölz wiederentdeckt und gelangte anschließend in verschiedene Privatsammlungen und in den Kunsthandel.
Eine unvollständige Teilaufstellung von 1978 nennt 44 Ölbilder, 355 Aquarelle, Zeichnungen und grafische Arbeiten sowie neun Skizzenbücher. Der Wiener Galerist Hans J. Starl erwarb eine repräsentative Auswahl und stellte sie 1984 öffentlich vor.
Ausstellungstätigkeit
Gerliczy beteiligte sich bereits zu Lebzeiten an wichtigen Gruppen- und Themenausstellungen. Dazu gehörten 1910 die erste Ausstellung der Künstlervereinigung Dresden an der Kunstakademie, 1911 und 1912 die Große Aquarellausstellung Dresden sowie 1912 eine Ausstellung in der Galerie Arnold in Dresden. 1914 war er bei „Zeitgenössische Graphik“ in Leipzig und 1917 erneut bei einer Ausstellung der Künstlervereinigung Dresden vertreten.
1920 wurden seine Arbeiten im Kunstverein Bremen, in der Galerie Commeter in Hamburg und in der Ausstellung „Deutscher Expressionismus“ in der Kunsthalle Darmstadt gezeigt. 1921 und 1922 nahm er an den Jahresschauen der Münchener Neuen Secession im Glaspalast in München teil.