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Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Drumlin

Die stromlinienförmigen Körper wurden unter einem sich aktiv bewegenden Gletscher geformt. Sie sind Bestandteil der Grundmoränenlandschaft. Drumlins treten …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Merkmale und Bedeutung
  2. 2. Bildung unter dem Gletscher
  3. 3. Beobachtungen und Modelle
  4. 4. Verbreitung und ähnliche Formen

Merkmale und Bedeutung

Drumlins sind längliche, stromlinienförmige Hügel mit tropfenförmigem Grundriss. Ihre Längsachse zeigt die Eisbewegungsrichtung eines eiszeitlichen Gletschers an. Deshalb können sie helfen, die frühere Fließrichtung von Gletschereis in einer Landschaft zu erkennen.

Typische Drumlins sind mehrere 100 bis mehrere 1000 m lang und 10 bis im Einzelfall über 40 m hoch. Sie entstanden unter einem aktiv bewegten Gletscher und gehören zur Grundmoränenlandschaft. Eine Grundmoräne ist Material, das ein Gletscher am Untergrund ablagert oder mitführt. Drumlins treten häufig nicht einzeln auf, sondern in Gruppen, die fächerförmig oder gestaffelt angeordnet sind.

Bildung unter dem Gletscher

Drumlins bilden sich im Zehrgebiet eines Gletschers, also in einem Bereich, in dem die Ablagerung von Material stärker ist als dessen Abtragung. Dabei entsteht meist Lockersediment in Form von Geschiebemergel. Geschiebemergel ist durch den Druck des Eises verformbar.

Die Grenze zwischen Gletscher und verformbarem Untergrund kann entsprechend der Kelvin-Helmholtz-Instabilität wellenförmig sein. Trifft ein Gletscher auf einen Felshöcker oder eine Steigung, kann seine Grundmoräne aus einem plastischen Gemisch von Wasser und Sedimenten bestehen. Der zunehmende Druck kann Wasser aus diesem Material herauspressen; die subglazialen, also unter dem Gletscher liegenden, Sedimente verfestigen sich dann.

Drumlins können außerdem entstehen, wenn ein späterer Gletscher schon vorhandene Erhebungen oder Sedimente überfährt. Dazu gehören ältere tertiäre Sande oder Moränen aus früheren Gletscherphasen. In beiden Fällen formt die Bewegung des Gletschers das Material zu einem stromlinienförmigen Hügel.

Beobachtungen und Modelle

Radar-Beobachtungen unter dem Rutford-Eisstrom in der Antarktis zeigten erstmals die Entstehung eines Drumlins. Dieser war rund 10 m hoch und knapp 100 m breit. Die Daten schließen aus, dass Drumlins durch selektive Erosion entstehen. Stattdessen muss der Gletscher Lockermaterial zur Form eines Drumlins zusammenschieben.

Mathematische Modelle berücksichtigen instabile Strömungen. Sie deuten darauf hin, dass die typischen Größen von Drumlins durch die Wellenlänge solcher Strömungen erklärt werden können. Diese Strömungen treten auf, wenn die Eisschicht dünner ist als die typische Drumlinlänge, unter bestimmten Umständen aber auch bei beliebigen Eisdicken.

Verbreitung und ähnliche Formen

In Mitteleuropa kommen Drumlins vor allem im alpinen Vergletscherungsgebiet vor. Beispiele sind der Bodenseeraum nordwestlich von Konstanz und nördlich von Lindau, das Eberfinger Drumlinfeld nahe dem oberbayerischen Weilheim sowie das Zürcher Oberland. In Norddeutschland sind sie selten. Ernst Th. Seraphim lokalisierte einige im nördlichen Teutoburger Wald, zwischen Borgholzhausen und Versmold sowie zwischen Bielefeld, Rheda-Wiedenbrück und Verl.

Drumlingebiete gibt es auch im Jungmoränengebiet Irlands, Polens und des Baltikums; dort bedecken sie jedoch nur wenige Prozent der Grundmoränenflächen. Umstritten ist, ob in den Brandenburger Grundmoränenlandschaften Drumlins vorkommen. Der Kleine Rummelsberg gilt dort als möglicher Vertreter. In Nordamerika sind Drumlins dagegen verbreitet.

Oser sehen Drumlins ähnlich, sind aber weniger stromlinienförmig und sehr langgestreckt. Sie entstanden durch Schmelzwasser, das unter dem Gletscher abfloss. Rundhöcker ähneln Drumlins ebenfalls, bestehen jedoch aus Festgestein statt aus Lockermaterial. Sie haben eine leicht andere Form und entstehen durch glaziale Abtragung.

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