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Direct Costing

Sie erfolgt als Teilkostenrechnung und geht von einer Trennung in fixe Kosten und variable Kosten aus. Da die Beschäftigung als einzige Bezugsgröße …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Grundidee und Bedeutung
  2. 2. Berechnung und Organisation
  3. 3. Aussagekraft der Ergebnisse
  4. 4. Grenzen und Kritik
  5. 5. Beispielhafte Auswertung

Grundidee und Bedeutung

Direct Costing, auch Proportionalkostenrechnung genannt, ist eine einstufige Deckungsbeitragsrechnung. Es handelt sich um eine Teilkostenrechnung: Es werden also nicht alle Kosten vollständig auf einzelne Produkte oder Kostenträger verteilt, sondern vor allem die variablen Kosten betrachtet. Variable Kosten sind Kosten, die sich mit der Beschäftigung beziehungsweise Produktions- oder Absatzmenge verändern. Fixe Kosten sind Kosten, die unabhängig von dieser Menge anfallen.

Das Verfahren trennt fixe und variable Kosten und betrachtet die Beschäftigung als einzige Bezugsgröße. Die Ergebnisse werden deshalb vor allem über den Deckungsbeitrag interpretiert. Der Deckungsbeitrag zeigt, welcher Betrag nach Abzug der variablen Kosten von den Erlösen übrig bleibt, um fixe Kosten zu decken und zum Gewinn beizutragen.

Wie andere Kostenrechnungsverfahren ist auch eine rückblickende Analyse mit Direct Costing nicht geeignet, um in einen bereits laufenden betrieblichen Prozess steuernd einzugreifen, weil sie nicht mehr an den abgelaufenen Prozess gebunden werden kann.

Berechnung und Organisation

Die Grundrechnung ist einfach: Von den produktspezifischen Erlösen werden die variablen Kosten abgezogen. Das Ergebnis ist der Deckungsbeitrag. Die fixen Kosten werden nicht einzelnen Kostenträgern zugerechnet, sondern als Block dem gesamten Unternehmen zugeordnet.

Eine weitere Form des Direct Costings ist die Profit-Center-Rechnung. Dabei werden alle Abteilungen eines Unternehmens, die Erträge erzielen, als Profitcenter geführt. Ein Profitcenter ist eine organisatorische Einheit mit eigener Ergebnisverantwortung. Die anfallenden Kosten werden den jeweiligen Abteilungen zugerechnet.

Das operative Ergebnis wird als GOP bezeichnet, also Gross operating profit. Es hat Verantwortungscharakter, weil sichtbar wird, welche Abteilung für welches Ergebnis verantwortlich ist. Indirekte Kosten werden mithilfe von Verteilungsschlüsseln den Profit-Centern zugerechnet. Das Ergebnis zeigt, welchen Anteil die jeweilige Abteilung am Gesamtergebnis des Unternehmens hat; dies hat Darstellungscharakter.

Aussagekraft der Ergebnisse

Wegen der Einfachheit des Verfahrens lassen sich aus Direct Costing nur wenige sichere Schlussfolgerungen ziehen. Ein negativer Deckungsbeitrag bedeutet, dass ein Produkt seine variablen Kosten nicht deckt. Dann kommen vor allem drei Maßnahmen infrage: Das Produkt wird eingestellt, der Verkaufspreis wird erhöht oder variable Kosten werden eingespart.

In besonderen Fällen kann das strategische Marketing auch Produkte mit negativem Deckungsbeitrag weiter herstellen lassen, wenn ihre sortimentspolitische Bedeutung groß genug ist. Damit ist gemeint, dass ein Produkt für das gesamte Angebot oder die Marktposition des Unternehmens wichtig sein kann.

Ist der Deckungsbeitrag positiv, kann daraus noch keine präzise Aussage über das einzelne Produkt abgeleitet werden. Ein positiver Deckungsbeitrag zeigt nur, dass nach Abzug der variablen Kosten ein Betrag übrig bleibt; ob das Produkt insgesamt vorteilhaft ist, lässt sich damit nicht sicher beurteilen.

Grenzen und Kritik

Ein wichtiger Kritikpunkt ist, dass Direct Costing andere Kosteneinflussgrößen als die Beschäftigung vernachlässigt, zum Beispiel Rüstzeiten. Rüstzeiten sind Zeiten, die für das Einrichten oder Umstellen von Maschinen benötigt werden. Dadurch ist die Interpretation der Ergebnisse nur ungenau möglich.

Außerdem steigen Gesamtkosten in der Regel nicht linear mit der Produktionsmenge an, obwohl Direct Costing dies häufig unterstellt. Deshalb ist es nicht gerechtfertigt, variable Kosten automatisch mit proportionalen Kosten gleichzusetzen. In der Praxis wird im Direct Costing oft nicht mit wirklich proportionalen Kosten gerechnet, sondern mit durchschnittlich variablen, also künstlich proportionalisierten Kosten.

Auch der Umsatz steigt nicht immer linear mit der abgesetzten Menge. Daher ist es häufig problematisch, mit proportionalen Verkaufserlösen beziehungsweise konstanten Preisen zu rechnen.

Ein weiterer Mangel betrifft Gemeinkosten. Variable Gemeinkosten werden im Direct Costing den einzelnen Produktarten und Leistungseinheiten zugeschlüsselt, ähnlich wie in der Vollkostenrechnung bei der Ermittlung des Erfolgsbetrags einer Produktart. Gemeinkosten sind Kosten, die nicht direkt einem einzelnen Produkt zugerechnet werden können. Diese Schlüsselung schmälert den Aussagewert der Deckungsspanne.

Auch Periodengemeinkosten, zum Beispiel zeitabhängige Abschreibungen, werden den einzelnen Abrechnungsperioden zugeschlüsselt, nicht aber den verursachenden Kostenträgern. Dadurch verliert der ausgewiesene Periodengewinn an Aussagekraft. Die Schlüsselung der Periodengemeinkosten kann außerdem zu Fehlschlüssen in der Gewinnschwellen-Analyse führen.

Beispielhafte Auswertung

Im Beispiel der Quelle können nur die einzelnen Deckungsbeiträge ausgewertet werden. Alle Produkte weisen einen positiven Deckungsbeitrag auf. Aufgrund dieser Informationen ist es nicht notwendig, ein Produkt zu eliminieren.

In der Beispielrechnung bezeichnet Gewinn den Nettogewinn. Der Deckungsbeitrag bezeichnet dort den Bruttogewinn.

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