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Digital Performer
Digital Performer ist eine Digital Audio Workstation (DAW) der amerikanischen Firma Mark of the Unicorn (MOTU) und wird vorwiegend in amerikanischen …
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Überblick und Bedeutung
Digital Performer ist eine proprietäre Digital Audio Workstation (DAW) des amerikanischen Herstellers Mark of the Unicorn (MOTU). Eine DAW ist eine Software zum Aufnehmen, Bearbeiten, Arrangieren und Mischen von Musik und anderem Audiomaterial. Digital Performer wird vor allem in amerikanischen Tonstudios zur Musikproduktion eingesetzt und ist insbesondere bei Komponisten von Filmmusik beliebt.
Das Programm erschien erstmals 1985 und war der erste für die Macintosh-Plattform entwickelte MIDI-Sequenzer. MIDI bezeichnet Steuer- und Notendaten, mit denen elektronische Instrumente angesprochen werden. Ursprünglich verarbeitete die Software ausschließlich MIDI; Audiofunktionen wurden später schrittweise ergänzt. Als besondere Stärke gilt weiterhin das umfangreiche MIDI-Editing. Daher kombinieren viele Musikproduzenten Digital Performer mit Pro Tools. Digital Performer kann außerdem Digidesign-TDM-Hardware direkt unterstützen.
Die aktuelle Version ist 11.35 vom 13. August 2025. Die Software ist für macOS und Windows verfügbar und besitzt eine deutschsprachige Oberfläche.
Spuren, Instrumente und Mischpult
Digital Performer verwendet streng nach Aufgaben getrennte Spurtypen: MIDI, Mono-, Stereo- und Surround-Audio, Instrument, Aux und Master. Auffällig ist besonders die Trennung zwischen MIDI- und Instrumentenspuren. Eine Instrumentenspur enthält ein virtuelles Instrument und ermöglicht dessen Audio-Mixing. Die Notendaten erhält sie jedoch von einer eigenen MIDI-Spur.
Für jedes virtuelle Instrument wird deshalb normalerweise mindestens ein Paar aus MIDI- und Instrumentenspur benötigt. Shortcuts ermöglichen es, solche Paare oder größere Spurstrukturen schnell anzulegen. Dieses System erleichtert die gleichzeitige Arbeit mit externen Hardware-Synthesizern, auf anderen Computern betriebenen virtuellen Instrumenten und komplexen multitimbralen Instrumenten wie Kontakt oder Omnisphere. Multitimbral bedeutet, dass ein Instrument mehrere verschiedene Klänge oder Parts gleichzeitig wiedergeben kann.
MIDI-Spuren erscheinen auch im Mischpult. Dort besitzen sie Fader und Panoramaregler. Diese erzeugen CC7-Daten für die Lautstärke und CC10-Daten für die Position im Stereobild; beide lassen sich automatisieren.
Schnittstellen und ergänzende Angebote
Digital Performer unterstützt die hauseigene Plug-in-Schnittstelle MAS (MOTU Audio System) sowie Virtual Studio Technology (VST) und Audio Unit. Plug-ins erweitern eine DAW beispielsweise um Instrumente oder Effekte.
MOTU bietet außerdem AudioDesk an. Diese stark vereinfachte Variante enthält keine MIDI-Funktionen. Sie wird den Audio-Interfaces des Herstellers beigelegt, ist aber auch einzeln als Download erhältlich.
Seit 2020 finden wöchentlich englischsprachige Live-Webinare statt. Sie zeigen Funktionen der DAW und ihr Zusammenspiel mit Produkten anderer Hersteller. Gäste aus der Musik- und Filmwirtschaft erläutern dabei ihre praktischen Anwendungsfälle. Gastgeber und Moderator ist Matt LaPoint.
Entwicklung von Performer zur DAW
MOTU veröffentlichte 1985 die erste Version unter dem Namen „Performer“. Der über die grafische Macintosh-Oberfläche bedienbare MIDI-Sequenzer ermöglichte bereits Mehrspuraufnahmen und das Bearbeiten von MIDI-Daten. Ein Vierteltakt umfasst 480 Ticks. Ergänzend war die Notensatzsoftware „Professional Composer“ erhältlich.
Version 3.2 führte 1990 unter anderem den „Chunk“ ein. Ein Chunk ist ein Song oder eine einzelne, aus mehreren Spuren bestehende Sequenz. Mehrere Chunks können nacheinander oder gleichzeitig abgespielt werden, was Liveauftritte und Remixe erleichtert. Das zugehörige MIDI Time Piece bot 8 MIDI-Ein- und 8 MIDI-Ausgänge sowie Konverter von SMPTE zu MIDI-Clock und von SMPTE zu MTC.
Ebenfalls 1990 ergänzte MOTU die Synchronisation digitalen Audiomaterials und nannte die Software fortan „Digital Performer“. Sie war zunächst als Bedienoberfläche für Digidesigns Festplatten-Aufnahmesystem Audiomedia entwickelt worden, aus dem später Pro Tools hervorging. Ihre Besonderheit war die Einbindung von MIDI und Audio in dasselbe Transportsystem. Dadurch ließen sich MIDI-Instrumente und im Studio aufgenommenes Live-Audio gemeinsam aufnehmen und mischen. Weil damalige Computer-CPUs hochwertige Audioaufnahmen noch nicht allein bewältigen konnten, waren zunächst zusätzliche DSP-Karten zur digitalen Signalverarbeitung nötig. Mit leistungsfähigeren Mac-Prozessoren wurden diese Karten nach und nach überflüssig; MOTU entwickelte dafür das eigene MOTU Audio System (MAS).
Wichtige Versionen seit 2009
Digital Performer 7 richtete sich 2009 verstärkt an Gitarristen und Bassisten. Zwölf neue Plug-ins boten Verstärker-, Lautsprecherboxen- und Pedalsimulationen, darunter Fuzz, Distortion und Overdrive, die sich unterschiedlich kombinieren ließen.
Version 8 stellte die DAW auf 64 Bit um. Sie erschien am 27. September 2012 und war erstmals auch für Windows 7 und 8 verfügbar; zuvor lief Digital Performer ausschließlich auf Apple Macintosh.
Im Sommer 2015 erschien Version 9. Sie integrierte den zuvor separat angebotenen Softwaresynthesizer MX4, ergänzte ihn gegenüber der Standalone-Version um 120 Presets und optimierte die Oberfläche erstmals für Retina-Displays.
Version 10 führte 2019 den Content Browser ein. Er ermöglicht innerhalb des DAW-Fensters den Zugriff auf alle im Projekt verwendeten MIDI- und Audioinhalte. Dateien können per Drag-and-drop in das Clips-Window gezogen und dort unmittelbar als Loop live abgespielt werden. Außerdem wurden Beat-Erkennung und Beat-Editing verbessert: Importiertes rhythmisches Audiomaterial wird beim Einfügen in eine Audiospur an das Projekttempo angepasst. Zum Lieferumfang gehören 5 GB Multi-Samples akustischer und elektronischer Instrumente aus verschiedenen Musikgenres.
Version 11 läuft sowohl auf Intel- als auch auf ARM-basierten Apple-Systemen. Mithilfe der Articulation Map sollen sich Orchesterklangbibliotheken wie die Vienna Symphonic Library intuitiver spielen lassen.