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Die Schotte
Kinder ab 10 Jahren haben die Möglichkeit über Improvisation, szenisches Spiel oder Clownerie theatrale Grundkompetenzen zu erwerben. Hier, mitten in der …
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Theater und Arbeitsweise
Das Theater Die Schotte ist eine Kultureinrichtung in Erfurt. Es ist ein Schüler- und Amateurtheater: Kinder, Jugendliche und andere nicht berufsmäßige Theaterinteressierte können dort Theater spielen und lernen. Der Verein wurde 1991, kurz nach der Wende, gegründet und ging aus dem ehemaligen Pionier- und Jugendtheater hervor.
Die Spielstätte liegt in der Schottenstraße in der verkehrsberuhigten Erfurter Altstadt, neben der Schottenkirche. Eine ehemalige, zunächst baufällige Turnhalle wurde mit Geld und Aufwand zu einem Theater mit Bühne sowie Ton- und Lichttechnik ausgebaut. Der Verein hat über 300 aktive Mitglieder.
Kinder ab 10 Jahren können theatrale Grundkompetenzen erwerben. Dazu gehören Improvisation, also das spontane Entwickeln und Spielen von Szenen, szenisches Spiel und Clownerie. Ganzjährig bietet Die Schotte eigene Aufführungen, Workshops, Gastspiele und Festivals für die Schul- und Amateurtheaterszene an. Zum Programm gehören unter anderem Werke von Sophokles, Shakespeare, Molière, Goethe und Büchner.
Künstlerische Leitung
Für die theaterpädagogische Arbeit und die künstlerische Leitung ist Uta Wanitschke verantwortlich. Theaterpädagogik verbindet künstlerische Arbeit mit Lernen und Persönlichkeitsentwicklung.
In den letzten Jahren arbeiteten verschiedene Regisseure und Autoren an Inszenierungen der Schotte, darunter Matthias Brenner, Karl-Heinz Krause, Renate Lichnok, Steffen Wilhelm, Matthias Thieme, Susanne Koschig, Mike Sommerfeldt, Rebekka Kricheldorf, Juliane Kolata, Olaf Müller, Peter Rauch, Reinhard Friedrich und Ingeborg Wolf.
Mehrere Darsteller der Kinderserie Schloss Einstein spielten auch an der Schotte oder besuchten dort Schauspielkurse, darunter Hendrik Annel, Paul Hartmann, Lukas Lange, Helene Mardicke, Kaja Eckert und Lisa Nestler.
Preise und internationale Festivalteilnahmen
Die Schotte erhielt 2000 mehrere Auszeichnungen: bei den 16. Internationalen Theatertagen den Theaterpreis für DIE TRAUMREISE DES KLING LING FU, beim 1. Deutschen Amateurtheatertreffen Stralsund den Theaterpreis für DER DRACHE sowie den Kulturpreis des Landes Thüringen für das hervorragende Kulturangebot von Jugendlichen für Jugendliche.
Es folgten unter anderem mehrfache Auszeichnungen beim Internationalen Festival Venezuela 2003. 2004 nahm das Theater mit IN SEINEM GARTEN LIEBT DON PERLIMPLIN BELISA am XV. Temporales Internacionales del Teatro in Chile teil und erhielt beim 4. Deutschen Amateurtheatertreffen in Sindelfingen den Theaterpreis für DIE JUNGS VON NEBENAN. 2005 nahm Die Schotte mit DIE ODYSSEE am Welt-Amateurtheater-Festival Monaco und mit IN SEINEM GARTEN LIEBT DON PERLIMPLIN BELISA am Festival Internacional de Teatro Amateur de Girona in Spanien teil.
Für ROMEO UND JULIA erhielt das Theater 2012 den Deutschen Amateurtheaterpreis »amarena« und 2013 den Theaterpreis der 29. Theatertage am See in Friedrichshafen. 2018 gewann Die Schotte den Deutschen Amateurtheaterpreis für TSCHICK.
Engagement und spätere Ehrungen
Neben künstlerischen Preisen wurde Die Schotte für gesellschaftliches Engagement gewürdigt. 2008 erhielt sie den Bürgerpreis des Thüringer Ministerpräsidenten für Demokratisches Engagement und Zivilcourage. 2010 folgten der Grete-Unreis-Preis der Stadt Jena für PROBLEM, ALTER? sowie der Ehrenpreis der LIGA der Freien Wohlfahrtspflege in Thüringen e.V. für soziales und künstlerisches Wirken.
Renate Lichnok, Gründerin der SCHOTTE, erhielt 2005 das Bundesverdienstkreuz und 2010 den Deutschen Amateurtheaterpreis »amarena« für ihr Lebenswerk. 2016 bekam Die Schotte die Thüringer Kulturnadel der Thüringer Staatskanzlei; außerdem verlieh der Freistaat Thüringen ihr den Thüringer Bürgerpreis für außergewöhnliches soziales oder politisches Engagement.
2021 feierte Die Schotte ihr 30-jähriges Jubiläum. Nach über 200 Inszenierungen wurde sie mit dem Kulturpreis der Stadt Erfurt für herausragende kulturelle Verdienste geehrt.