Zum Inhalt springen
L

Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Die Judenbuche (1980)

Deutsch. Erscheinungsjahr, 1980 · Länge, 104 Minuten. Stab · Regie · Rainer Horbelt · Drehbuch, Rainer Horbelt nach Annette von Droste-Hülshoff · Produktion …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Film und Umsetzung
  2. 2. Rahmenerzählung und Ausgangslage
  3. 3. Verbrechen, Flucht und Tod
  4. 4. Gestaltung der Verfilmung

Film und Umsetzung

Die Judenbuche ist ein deutscher Fernsehfilm aus dem Jahr 1980 mit einer Länge von 104 Minuten. Regie und Drehbuch stammen von Rainer Horbelt; das Drehbuch basiert auf der gleichnamigen Erzählung von Annette von Droste-Hülshoff. Produziert wurde der Film für den Bayerischen Rundfunk von Helikon-Film München.

Die Verfilmung ergänzt die literarische Handlung durch eine Rahmenerzählung und setzt die Vorlage ansonsten weitgehend wortgetreu um. Gedreht wurde unter anderem im Westfälischen Freilichtmuseum Detmold, auf Schloss Thienhausen und bei der Kilianikirche Lügde.

Rahmenerzählung und Ausgangslage

In der Rahmenerzählung erzählt Annette von Droste-Hülshoff ihrem Freund Levin Schücking bei dessen Besuch auf Rüschhaus von ihrer gerade vollendeten Erzählung. Sie liest aus dem Manuskript vor und bestätigt auf seine Nachfrage, dass das darin genannte „Dorf B.“ Bellersen ist.

Hauptfigur der erzählten Geschichte ist Friedrich Mergel. Sein Vater Hermann Mergel ist ein verarmter Alkoholiker und kommt nach einer Hochzeit in stürmischer Nacht tödlich unter einer Buche zu Fall. Friedrich verdient zunächst als Kuhhirt seinen Lebensunterhalt. Sein Onkel Simon adoptiert ihn, nutzt ihn aber für undurchsichtige Geschäfte. Friedrich freundet sich dabei mit Johannes Niemand an, Simons geistig retardiertem unehelichen Sohn.

Verbrechen, Flucht und Tod

In der Gegend häufen sich Holzdiebstähle durch die sogenannten Blaukittel. Der Oberförster Brandis wird bei deren Verfolgung mit einer Axt erschlagen, nachdem Friedrich ihn in einen Hinterhalt geführt hat. Die Untersuchung des Gutsherrn bleibt ohne Ergebnis. Im Film wird dieser Gutsherr, anders als in der Erzählung, ausdrücklich als August von Haxthausen bezeichnet. Simon hindert Friedrich offenbar als Eingeständnis seiner Schuld an der Beichte.

Bei einer Hochzeitsfeier fordert der jüdische Händler Aaron von Friedrich Geld für eine gelieferte Uhr. Kurz darauf findet man Aarons Leiche im Wald unter einer Buche. Friedrich flieht gemeinsam mit Johannes Niemand, um einer Verhaftung zu entgehen. Eine Abordnung der jüdischen Gemeinde kauft die Buche und lässt die hebräische Inschrift „Wenn du dich diesem Orte nahest, so wird es dir ergehen, wie du mir getan hast“ einritzen.

Achtundzwanzig Jahre später kehrt Friedrich aus türkischer Sklaverei zurück. Er wird irrtümlich für Johannes Niemand gehalten und erhält vom Gutsherrn kleinere Arbeiten und Botengänge. Schließlich findet man ihn an der „Judenbuche“ erhängt. Die bei ihm gefundene Uhr identifiziert ihn als Friedrich Mergel.

Gestaltung der Verfilmung

Der Film hält sich eng an die Literaturvorlage. Stellen, die Annette von Droste-Hülshoff im Original absichtlich offenlässt, werden in der Verfilmung konkret ausgestaltet.

Nicht weiter ausgeweitet werden sozialgeschichtliche Themen: Dazu gehören der Konflikt zwischen Adel und Bauernschaft während der Bauernbefreiung, der sich im organisierten Holzdiebstahl zeigt, sowie der latente Antisemitismus.

Lernvideos zu Die Judenbuche (1980)

Weiterlesen