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Der Besuch der alten Dame (1959)
Der Besuch der alten Dame ist ein deutscher Fernsehfilm aus dem Jahr 1959 in der Produktion des Südwestfunks. Es handelt sich hierbei um eine Verfilmung der …
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Film und Vorlage
Der Besuch der alten Dame ist ein deutscher Fernsehfilm des Südwestfunks aus dem Jahr 1959. Die 115 Minuten lange, deutschsprachige Produktion aus der Bundesrepublik Deutschland verfilmt Friedrich Dürrenmatts Tragikomödie gleichen Namens. Regie führte Ludwig Cremer, das Drehbuch schrieb Dürrenmatt selbst; die Musik stammt von Johannes Aschenbrenner.
Im Mittelpunkt steht Claire Zachanassian, gespielt von Elisabeth Flickenschildt, und ihr ehemaliger Jugendfreund Alfred Ill, gespielt von Hans Mahnke.
Claires Angebot
Die einst wohlhabende Kulturstadt Güllen ist inzwischen verarmt. Deshalb erwarten die Einwohner von der aus dem Ort stammenden Milliardärin Claire Zachanassian eine Spende. Sie setzen dabei besonders auf Alfred Ill, der früher mit Claire befreundet war.
Bei ihrem Empfang verspricht Claire Güllen eine Milliarde: Eine Hälfte soll die Stadt erhalten, die andere die dort lebenden Familien. Ihre Bedingung lautet jedoch, dass Alfred Ill getötet wird. Claire begründet dies mit einer früheren Tat Ills: Als sie von ihm schwanger war, verließ er sie und bestritt die Vaterschaft. Mit den falschen Zeugen Koby und Loby ließ er aussagen, sie hätten mit Claire geschlafen. Das Kind starb mit einem Jahr; Claire prostituierte sich. Koby und Loby wurden auf Claires Veranlassung wegen ihrer Falschaussage „kastriert und geblendet“.
Entscheidung der Stadt
Zunächst weisen die Güllener das Angebot empört zurück. Bald verändert sich jedoch ihr Verhalten: Die Menschen kaufen teure Waren auf Kredit, und selbst Institutionen wie die Kirche geben Geld aus. Ill erkennt, dass die Einwohner bereits mit Claires Geld rechnen. Polizei und Bürgermeister lehnen es ab, Claire wegen Anstiftung zum Mord festnehmen zu lassen.
Der Pfarrer rät Ill schließlich ehrlich zur Flucht, damit die Bürger nicht weiter in Versuchung geraten. Als Ill den Ort mit dem Zug verlassen will, halten die Güllener ihn auf. Später lehnt Claire eine Hilfe ohne Rache ab. Der Lehrer möchte den Fall öffentlich machen und fordert Ill zum Kampf um sein Leben auf. Ill resigniert jedoch, weil er seine frühere Schuld erkennt.
Der Bürgermeister schlägt Ill zunächst einen ehrenvollen Suizid vor. Ill verlangt stattdessen ein Urteil der Bürgerversammlung. Diese beschließt einstimmig, Claires Stiftung anzunehmen – angeblich nicht wegen des Geldes, sondern wegen der Gerechtigkeit. Nach der Vollstreckung des Beschlusses stellt der Arzt als Todesursache einen Herzschlag fest. Claire lässt Ill in einem Mausoleum auf Capri bestatten.
Zeitgenössische Bewertung
TV-kult hebt Elisabeth Flickenschildts starke Präsenz als Claire Zachanassian hervor und nennt auch Rolf Wanka, Hans Mahnke und Robert Taube eindrucksvoll. Die leicht vom Original abweichenden Texte der TV-Aufzeichnung werden dort als kaum störend und in diesem Umfang legitim bewertet.
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