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Depuis le jour
Depuis le jour (frz.: Seit dem Tag) ist eine Enzyklika von Papst Leo XIII., sie datiert vom 8. September 1899. Der Papst wendet sich an den französischen …
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Gegenstand und Bedeutung
„Depuis le jour“ (französisch: „Seit dem Tag“) ist eine Enzyklika, also ein päpstliches Rundschreiben, von Papst Leo XIII. Sie wurde am 8. September 1899 veröffentlicht und richtet sich an den französischen Klerus. Ihr Untertitel lautet „über die Ausbildung des Klerus“. Im Mittelpunkt stehen daher die Auswahl geeigneter Kandidaten und ihre Ausbildung für das Priesteramt, besonders in den Priesterseminaren.
Die Enzyklika gilt als offizielle Quelle zahlreicher Paragrafen des Kanonischen Rechts und als eine Grundlage der Priesterausbildung. Zugleich enthält sie Kritik am Modernismus. Für Leo XIII. ist die wichtigste Voraussetzung für die Ausbildung zum Priester die „Berufung“, also die innere Berufung zu diesem Amt.
Zu Beginn verweist der Papst auf seine Enzykliken „Nobilissima Gallorum gens“ von 1884 und „Au Milieu des Sollicitudes“ von 1892. Er stellt sie in den Zusammenhang mit der apostolischen Mission in Frankreich und geht anschließend auf die Qualität des französischen Klerus ein.
Sprachliche und philosophische Grundlagen
Zur sachgerechten Ausbildung der Priester gehört nach Leo XIII. zunächst das Erlernen der griechischen und lateinischen Sprache. Außerdem sollen die Kandidaten mindestens zwei Semester Philosophie studieren.
Die Philosophie betrachtet Leo XIII. – entsprechend seiner Enzyklika „Aeterni Patris“ von 1879 – als Grundlage für die Reinheit des Glaubens. Maßgeblich ist dabei die Philosophie im Sinne des heiligen Thomas von Aquin. Die philosophische Ausbildung soll somit nicht unabhängig vom Glauben stehen, sondern dessen klare und reine Vermittlung unterstützen.
Theologie, Heilige Schrift und Kirchenrecht
Das Theologiestudium bezeichnet Leo XIII. als Studium der „heiligen Wissenschaft“. Es umfasst drei zentrale Bereiche: dogmatische Theologie, Moraltheologie und das Gesamtwissen über das Kirchenrecht.
Als Grundlage dieser Lehren soll der Katechismus des Konzils von Trient dienen, der auch „römischer Katechismus“ genannt wird. Er bildet damit den gemeinsamen Bezugspunkt für die theologische Unterweisung.
Auch das Studium der „Heiligen Schrift“ soll einen wichtigen Platz einnehmen. Es soll umfangreich und im richtigen Sinne der Exegese erfolgen. Exegese bedeutet die fachgerechte Auslegung biblischer Texte. Leo XIII. hatte diese Forderung bereits in seiner Enzyklika „Providentissimus Deus“ von 1893 formuliert.
Besonders wichtig sind außerdem Kenntnisse des Kirchenrechts und der Rechtsprechung der Kirche. Dadurch sollen die Priesteramtskandidaten auf die rechtlichen und praktischen Anforderungen ihres späteren Amtes vorbereitet werden.
Aufgaben und Haltungen des jungen Klerus
Den neuen Priestern empfiehlt Leo XIII., im Geist der Enzyklika „Rerum Novarum“ von 1891 zu den Arbeitern und in das Volk zu gehen. Die Priester sollen also nicht nur innerhalb kirchlicher Einrichtungen wirken, sondern den Kontakt zur Bevölkerung und besonders zu den Arbeitern suchen.
Zu ihren vorgeschlagenen Aufgaben gehören das Abhalten von Versammlungen, die Gründung von Patronaten sowie der Aufbau von Einrichtungen zur Unterstützung und Hilfe für Arbeiter und deren Familien. Für diese Arbeit sollen sie Briefe und Bücher, Zeitungsartikel und Lesezirkel nutzen.
Zum Schluss nennt Leo XIII. mehrere Eigenschaften, die dem jungen Klerus zum Erfolg verhelfen sollen: Fleiß, Diskretion, Gehorsam und Disziplin. Die Ausbildung soll damit nicht nur Wissen vermitteln, sondern auch eine verantwortungsvolle Haltung und eine geordnete praktische Tätigkeit fördern.