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Das brandneue Testament

Der Film mit Benoît Poelvoorde in der Hauptrolle handelt von Gott, der mit seiner Familie in Brüssel lebt. Film. Titel, Das brandneue Testament. Originaltitel …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Film und Einordnung
  2. 2. Éas Aufbegehren
  3. 3. Folgen der Sterbedaten und Ende
  4. 4. Hintergrund und Auszeichnungen

Film und Einordnung

Das brandneue Testament (Originaltitel: Le tout nouveau Testament) ist eine französischsprachige Komödie aus Belgien, Frankreich und Luxemburg. Regie führte Jaco Van Dormael, das Drehbuch schrieben Van Dormael und Thomas Gunzig. Der 113 Minuten lange Film aus dem Jahr 2015 ist ab 12 Jahren freigegeben.

Im Mittelpunkt steht eine satirische Vorstellung: Gott lebt mit seiner Familie in einer Brüsseler Hochhauswohnung und bestimmt das Leben der Menschen über ein Computerprogramm. Benoît Poelvoorde spielt Gott, Pili Groyne seine zehnjährige Tochter Éa und Yolande Moreau Gottes Frau. Die Musik stammt von An Pierlé, die Kameraarbeit von Christophe Beaucarne und der Schnitt von Hervé de Luze.

Die Premiere war am 17. Mai 2015 bei den Filmfestspielen von Cannes. In Deutschland eröffnete der Film am 1. Oktober 2015 das Filmfest Hamburg und kam am 3. Dezember 2015 ins Kino. Er war die belgische Einsendung für die Oscarverleihung 2016 als Bester Fremdsprachiger Film, wurde aber nicht nominiert.

Éas Aufbegehren

Gott lebt mit seiner Frau und Éa in einer Wohnung ohne Ein- oder Ausgang. Er wird als cholerisch und sadistisch dargestellt: Er tyrannisiert seine Familie, verachtet seinen verstorbenen Sohn Jesus als „Weichei“ und erschwert den Menschen das Leben mit absurden Geboten. Über seinen PC manipuliert er ihr Schicksal; sein Büro ist für die Familie verboten. Als Éa trotzdem hineingeht, wird sie von ihm verprügelt.

Éa rebelliert daraufhin. Sie sendet allen Menschen ihr jeweiliges Sterbedatum und lässt den Computer abstürzen. Ihr Bruder Jesus, der als kleine Figur auf dem Küchenschrank steht, rät ihr, aus der Wohnung zu fliehen und sechs weitere Apostel zu finden. Éa gelangt durch die Waschmaschinentrommel und einen Geheimgang nach draußen. Weil sie die Außenwelt bisher nicht kennt, hilft ihr ein Stadtstreicher dabei, das „Brandneue Testament“ aufzuschreiben: Es soll Éas Handeln und Tun festhalten.

Folgen der Sterbedaten und Ende

Die Nachricht über die persönlichen Sterbedaten verändert die Menschen: Viele verwirklichen ihre Wünsche, kriegerische Auseinandersetzungen werden weltweit eingestellt und die Menschen verlieren ihre Angst. Dadurch verliert Gott seine Macht über sie. Weil sein Computer nicht mehr funktioniert, folgt er Éa durch den Geheimgang, der in einem Waschsalon endet. In der Realität scheitert er jedoch an seinem herrischen Verhalten. Der Rückweg verschwindet, und ein Priester glaubt ihm nicht, als er sich als Gott zu erkennen gibt. Schließlich wird er als vermeintlich illegaler Immigrant verhaftet und soll nach Usbekistan abgeschoben werden.

Éa findet die sechs Apostel und erfährt dabei von den Träumen und Lebensgeschichten verschiedener Menschen. An der Küste versammeln sich Menschen, die dort ihre letzten Stunden verbringen wollen. Ein Großraumflugzeug mit Gott und einer Polizeieskorte droht auf den Strand zu stürzen. Gottes Frau hat inzwischen versehentlich den Rechner neu gestartet und Zugang zum Programm erhalten. Sie widerruft alle Sterbedaten; das Flugzeug gewinnt wieder an Höhe, und die Menschen leben weiter. Das „Brandneue Testament“ wird ein Bestseller. Gott ist in Usbekistan und sucht erfolglos nach einer Waschmaschine, durch die er zurückkehren könnte.

Hintergrund und Auszeichnungen

Eine im Film anklingende Vorstellung, Adam und Eva hätten vor dem Sündenfall in Flandern gelebt und dort mit Gott Niederländisch gesprochen, geht auf Bücher des Humanisten Johannes Goropius Becanus aus dem 16. Jahrhundert zurück. Diese Bücher sind auf Latein verfasst und weder nachgedruckt noch übersetzt worden; die Anekdote gehört in Belgien dennoch zum Allgemeinwissen.

Der Film gewann beim Austin Fantastic Fest den Preis für die Beste Komödie sowie den European Audience Award und den Guerrilla Award beim Biografilm Festival. Beim Filmfest Hamburg war er für den Art Cinema Award nominiert. Beim Europäischen Filmpreis 2015 war er als Beste europäische Komödie nominiert; Sylvie Olivé gewann dort den Preis für das beste Szenenbild.

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