Zum Inhalt springen
L

Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

DIN 461

Die zu den Zahlenwerten gehörenden (senkrecht zu schreibenden) Einheitenzeichen stehen am rechten Ende der Abszissenachse oder am oberen Ende der Ordinatenachse …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Zweck und Grundprinzip
  2. 2. Achsen und Orientierung
  3. 3. Qualitative Darstellung
  4. 4. Quantitative Darstellung
  5. 5. Mehrere abhängige Größen

Zweck und Grundprinzip

Die DIN 461 ist eine Norm für die graphische Darstellung funktionaler Zusammenhänge zwischen fortlaufend veränderlichen Größen in Koordinatensystemen. Ihr Ziel ist eine einheitliche, unmissverständliche und übersichtliche Darstellung in Naturwissenschaft und Technik. Die letzte Ausgabe stammt vom März 1973.

Koordinatenachsen bilden den Rahmen, in dem die Abhängigkeit zweier Variablen vorzugsweise in einem ebenen rechtwinkligen Koordinatensystem qualitativ oder quantitativ gezeigt wird. Eine dritte Variable kann durch Parallelprojektion oder als Parameter einer Kurvenschar beziehungsweise eines Kennlinienfeldes einbezogen werden.

Achsen und Orientierung

Zur schnellen Orientierung werden die Achsen mit den dargestellten Größen beschriftet. Bei quantitativen Darstellungen kommen Zahlenwerte und Einheiten hinzu.

Auch der Schnittpunkt der Koordinatenachsen kann beschriftet werden. Er ist häufig der Ursprung, an dem beide Koordinaten den Wert null haben, muss es aber nicht sein.

Qualitative Darstellung

Eine qualitative Darstellung soll vor allem den charakteristischen Verlauf voneinander abhängiger Größen zeigen. Die Werte steigen vom Schnittpunkt der Achsen aus vorzugsweise nach rechts beziehungsweise nach oben. Eine Pfeilspitze am Achsenende kennzeichnet die Richtung, in der die jeweilige Koordinate wächst.

Die dargestellte Größe wird mit ihrem kursiv geschriebenen Formelzeichen bezeichnet. Dieses steht unter der Pfeilspitze der waagerechten Achse oder links neben der Pfeilspitze der senkrechten Achse und soll ohne Drehen des Bildes lesbar sein. Pfeile können auch parallel zu den Achsen liegen; dann stehen die Formelzeichen an den Pfeilwurzeln. Sind Wörter oder Formeln unvermeidbar, soll die Schrift an der vertikalen Achse von rechts lesbar sein.

Für die Kurven werden auf beiden Achsen stets lineare Teilungen vorausgesetzt. Die angeschriebene Variable darf jedoch eine Funktion einer anderen Größe sein, etwa deren Kehrwert oder Logarithmus. So können linear geteilte Achsen beispielsweise für lg n und 1/T statt unmittelbar für n und T stehen. Skalen fehlen bei der qualitativen Darstellung; markante Punkte dürfen gekennzeichnet werden.

Quantitative Darstellung

Eine quantitative Darstellung muss das Ablesen numerischer Werte ermöglichen. Deshalb trägt jede Achse eine bezifferte Teilung, die Skale. Die Zahlen sollen ohne Drehung des Bildes lesbar sein. Die Nullpunkte von Abszissenachse, also der waagerechten Achse, und Ordinatenachse, also der senkrechten Achse, werden jeweils mit einer Null bezeichnet, selbst wenn beide zusammenfallen. Jede negative Zahl erhält ein Minuszeichen.

Die Skalenteilung kann zu einem Koordinatennetz ergänzt werden. Dessen Beschriftung steht vorzugsweise am linken und unteren Rand.

Die senkrecht geschriebenen Einheitenzeichen stehen am rechten Ende der Abszissenachse beziehungsweise am oberen Ende der Ordinatenachse, jeweils zwischen den letzten beiden Zahlen. Bei Platzmangel darf die vorletzte Zahl entfallen. Ein Einheitenzeichen darf keinesfalls in eckigen Klammern stehen. Bei Winkeln in Grad, Minute oder Sekunde wird es ohne Leerzeichen an jeden Zahlenwert der Skale gesetzt.

Alternativ ist die Schreibweise „Größe durch Einheit“ möglich, beispielsweise d/mm. Dann wird jedoch kein funktionaler Zusammenhang zwischen Größen, sondern zwischen Zahlen dargestellt. Möglich ist auch die Verbindung des Formelzeichens mit Einheit durch das Wort „in“, etwa d in mm.

Für logarithmisch geteilte Achsen werden Zehnerpotenzen empfohlen; Werte zwischen ihnen dürfen abgekürzt beziffert werden. Der Nullpunkt darf außerhalb der dargestellten Fläche liegen, wenn der vorherige Bereich unwichtig ist. Dies heißt unterdrückter Nullpunkt oder „Ausschnittvergrößerung“. Er kann auch unendlich fern liegen, beispielsweise bei einer logarithmisch geteilten Achse.

Mehrere abhängige Größen

Werden mehrere abhängige Variablen über derselben unabhängigen Variablen dargestellt, müssen sie bei Bedarf durch verschiedene Linienarten, etwa Strichlinien und Strich-Punkt-Linien, oder durch Farben unterschieden werden. Die Kurven werden mit der dargestellten Größe, beispielsweise ihrem Formelzeichen, oder mit Hinweiszeichen wie Ziffern gekennzeichnet.

Bei quantitativen Angaben wird für jede Größe eine eigene Skale empfohlen. Mehrere Skalen sind so anzuordnen, dass die Darstellung übersichtlich bleibt.

Weiterlesen