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Düstere Legenden
Düstere Legenden (Originaltitel Urban Legend) ist ein Slasher-Film von Jamie Blanks aus dem Jahr 1998. Film. Titel, Düstere Legenden.
Inhalt5 Abschnitte
Einordnung und Grunddaten
Düstere Legenden (Originaltitel: Urban Legend) ist ein US-amerikanischer Slasher-Film von Jamie Blanks aus dem Jahr 1998. Das Drehbuch schrieb Silvio Horta. Der Film ist 99 Minuten lang, englischsprachig und in Deutschland ab 16 Jahren freigegeben. Im Mittelpunkt steht eine Mordserie an der Pendleton University: Der unbekannte Täter gestaltet die Verbrechen nach sogenannten düsteren Legenden, also verbreiteten Schauergeschichten und modernen Mythen. Die Studierenden erkennen dadurch nach und nach ein gemeinsames Muster zwischen den Todesfällen.
Zu den wichtigsten Figuren gehören die Studentin Natalie Simon, ihre Freundin Brenda Bates, der Zeitungsreporter Paul Gardener, der Student Parker Riley, die Radio-Moderatorin Sasha Thomas, die Universitätspolizistin Reese Wilson und Professor William Wexler. Weitere bedeutende Figuren sind der Dekan Adams, Natalie Mitbewohnerin Tosh Guaneri, Damon Brooks und der Raumpfleger.
Handlung
Während eines nächtlichen Gewitters fährt Michelle Mancini mit dem Auto zu einer Tankstelle. Der stotternde Tankwart Michael McDonnell bittet sie wegen ihrer Kreditkarte ans Telefon. Michelle fühlt sich von ihm bedroht und läuft weg. McDonnell will sie mit dem Satz „da ist jemand auf Ihrem Rücksitz!“ warnen, doch sie hört ihn nicht. Kurz darauf wird sie mit einer Axt erschlagen.
An der Pendleton University erzählt Parker in Sashas Radio-Talkshow von einem Psychologieprofessor, der vor 25 Jahren in der Stanley Hall mehrere Studenten ermordet haben soll. Brenda ruft vor dem Gebäude fünfmal „Bloody Mary“, um die Toten zu wecken. Die Schreie, die sie und Natalie hören, stammen jedoch von Damon, der ihnen einen Streich spielt. In ihrer Wohngemeinschaft überrascht Natalie ihre Mitbewohnerin Tosh beim Sex. Tosh gehört der Gothic-Szene an und nimmt Lithium-Pillen.
Professor Wexler hält eine Vorlesung über düstere Legenden. Er erzählt unter anderem die Geschichte einer Babysitterin, die einen Anruf aus dem Haus erhält. Als Brenda über das klingelnde Handy des Professors lacht, holt Wexler sie nach vorn. Sie soll „Pop Rocks“ essen und Cola trinken. Einer Legende zufolge würden dadurch Magen und Darm platzen; die Studenten beziehen sich dabei auf die Werbung mit Mikey. Damon übernimmt die Aufgabe und täuscht einen Zusammenbruch vor.
Während ein Zeitungsartikel mit der Schlagzeile „Lunatic on Campus“ Unruhe verbreitet, berichten die Fernsehnachrichten über Michelles Tod. Natalie erkennt auf Fotos, dass sie Michelle aus ihrer gemeinsamen Zeit an der Mountain Lake High School kennt. Damon nimmt Natalie mit in den Wald. Dort erzählt er von einer verstorbenen früheren Freundin und versucht, Natalie näherzukommen. Als Damon zum Urinieren in den Wald geht, wird er überfallen. Eine Gestalt in schwarzer Kapuzenjacke erschreckt Natalie. Beim Wegfahren stranguliert sie den über dem Auto an einem Seil hängenden Damon. Als Natalie mit Reese zum Tatort zurückkehrt, sind Damon, seine Leiche und alle Spuren verschwunden.
Da Damon für seine Streiche bekannt ist, glaubt ihr zunächst niemand. Natalie erinnert sich an Wexlers Erzählungen und erkennt auch in Michelles Tod das Muster einer düsteren Legende. In der Bibliothek leiht sie die „Encyclopedia of urban legends“ aus, die zuvor Damon ausgeliehen hatte. Sasha weist sie auf die Legende eines Bandenrituals hin: Wer einem anderen Auto mit den Scheinwerfern aufblinkt, soll ermordet werden.
Tosh lernt in einem Chat eine Person kennen, die behauptet, sich in ihrem Zimmer zu befinden. Der Unbekannte tötet sie dort. Natalie hört im dunklen Zimmer Geräusche, schenkt ihnen aber wegen Toshs vorheriger Sexszene keine Beachtung. Am nächsten Morgen findet sie Toshs Leiche und die blutige Nachricht: „Aren't you glad you didn’t turn the light on“ („Bist du nicht froh, dass du das Licht nicht eingeschaltet hast?“). Reese und der Dekan halten den Tod für einen makaberen Selbstmord.
Paul, der inzwischen von der Verbindung zwischen Natalie und Michelle weiß, bietet Natalie Hilfe an. In seinem Redaktionsbüro entdeckt sie, dass der 25. Jahrestag des Massakers in der Stanley Hall bevorsteht. Der Band der Universitätschronik für das Jahr 1973 fehlt jedoch. Ein mysteriöser Raumpfleger verweist die beiden auf Professor Wexler. In dessen Büro finden sie eine versteckte Kammer mit der schwarzen Kapuzenjacke und einer Axt. Wexler erklärt die Axt als Requisit und bringt sie zum Dekan. Adams weist auf eine Bewährungsstrafe in Natalies Studentenakte wegen grober Fahrlässigkeit hin.
Natalie berichtet Brenda schließlich, was damals geschehen ist. Sie und Michelle hatten nachts die Scheinwerfer-Legende als Streich nachgespielt und ein anderes Auto wiederholt aufblinkend verfolgt. Dessen Fahrer David Evans verlor die Kontrolle über seinen Wagen und starb. Natalie wird seitdem von Schuldgefühlen geplagt. Paul findet inzwischen einen alten Zeitungsbericht: William Wexler war am 24. April 1973 der einzige Überlebende des Massakers in der Stanley Hall. Der Dekan verhängt daraufhin eine Informationssperre. Kurz danach verletzt der Mörder ihn in einem Parkhaus am Knöchel. Adams wird von seinem eigenen Auto überrollt und an den Zacken der Ausfahrt aufgespießt.
Auf einer Party zeigt Paul Natalie den Zeitungsbericht und vermutet, dass die Universität das Massaker vertuscht. Brenda ist enttäuscht, als sie Natalie und Paul sich küssen sieht. Parker macht Paul lächerlich. Kurz darauf erhält Parker einen Anruf mit der Drohung „Heute Nacht stirbst du.“ Die Stimme benutzt Damons Telefonnummer und kündigt die Legende vom Hund in der Mikrowelle an. Parker sieht in der Küche genau dieses Bild und wird auf der Toilette ermordet.
Der Täter dringt in Sashas Radiostudio ein. Natalie hört ihre Hilferufe über das Radio, doch ein Kommilitone hält sie für eine Inszenierung. Auch Reese hört Sasha im Autoradio. Natalie beobachtet, wie Sasha erschlagen wird. Gemeinsam mit Paul und Brenda fährt sie zur Tankstelle. Aus dem Kofferraum hören die Mädchen ein Klingeln und finden dort Wexlers Leiche. Weil der Verdacht auf Paul fällt, fliehen Natalie und Brenda durch den Wald. Brenda verschwindet; Natalie steigt in das Auto des Raumpflegers. Als sie dort die schwarze Jacke sieht, gerät sie in Panik. Der Mörder taucht hinter ihnen auf und drängt sie durch Aufblinken von der Straße.
Natalie flieht zur Stanley Hall. Dort findet sie die Leichen von Parker, Adams und Damon. Brenda liegt in einem Raum zwischen brennenden Kerzen auf einem Bett. Sie überwältigt und fesselt Natalie und erklärt, dass David Evans ihr Freund war. Weil ihr Geliebter durch eine düstere Legende starb, hat Brenda die Mordserie nach solchen Legenden inszeniert. An Natalie will sie nun die Legende vom Nierenklaus verwirklichen.
Reese kommt hinzu, wird von Brenda mit einem Messer angegriffen und von ihr mit einer Pistole bedroht. Paul unterbricht das Geschehen. Reese schießt auf Brenda, die zunächst tot zu sein scheint. Während Natalie und Paul mit dem Auto wegfahren, taucht Brenda jedoch mit einer Axt auf dem Rücksitz auf. Nach einem Kampf stürzt sie von einer Brücke in den Fluss. Ihre Leiche wird angeblich nie gefunden. Im Epilog erzählen Studenten der nächsten Generation die Ereignisse selbst als düstere Legende; abschließend ist Brenda wieder unter den Studenten zu sehen.
Hintergrund und Rezeption
Die Produktionskosten betrugen etwa 14 Millionen US-Dollar. Weltweit spielte der Film über 72 Millionen US-Dollar an den Kinokassen ein. Gedreht wurde vollständig in Kanada; unter anderem diente die Trent University in Peterborough als Kulisse.
In der Rolle des Professors William Wexler ist Robert Englund zu sehen. Die deutsche Synchronfassung entstand bei der PPA Film GmbH Pierre Peters-Arnolds in München. Pierre Peters-Arnolds schrieb das Dialogbuch und führte Synchronregie.
Das Lexikon des internationalen Films bezeichnete den Film als „einen Horrorfilm, der seine diversen Mordfälle zu einer recht spannenden Handlung vereint“. Zugleich stellte die Kritik fest, dass er die üblichen Genre-Konventionen zu keinem Zeitpunkt verlasse und vor allem durch seine zahlreichen drastischen Gewalttätigkeiten auffalle.
Alicia Witt erhielt für ihre Leistung als Natalie Simon eine Nominierung für den Saturn Award in der Kategorie „Beste Leistung von einem jüngeren Schauspieler/Schauspielerin“ bei der Academy of Science Fiction, Fantasy & Horror Films, USA.
Fortsetzungen
Düstere Legenden erhielt zwei Fortsetzungen. Düstere Legenden 2 entstand im Jahr 2000. Der dritte Teil, Düstere Legenden 3, folgte 2005 und erschien direkt auf DVD.
Neuverfilmung
Eine Neuverfilmung wurde im Februar 2020 angekündigt. Dabei sollen moderne Elemente wie Videoplattformen und soziale Netzwerke in die Handlung einfließen. Colin Minihan soll das Drehbuch schreiben und Regie führen. Seit der Ankündigung befindet sich das Projekt in Entwicklung.