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Cs-Klimate

Sie grenzen die drei zugehörigen Klimate Csa, Csb und Csc nach festgelegten hygrischen und thermischen Grenzwerten ein und untergliedern die Klimaklasse C …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Definition und Bedeutung
  2. 2. Grenzwerte und Entstehung
  3. 3. Sommerheißer Untertyp
  4. 4. Sommerwarmer Untertyp
  5. 5. Sommerkalter Untertyp und Einordnung

Definition und Bedeutung

Cs-Klimate sind eines der elf Hauptklimate der effektiven Klimaklassifikation nach Köppen & Geiger in ihren Fassungen von 1918 bis 1961. Sie werden meist als Mittelmeerklimate oder warme sommertrockene Klimate bezeichnet; Köppen nannte sie auch „Etesienklimate“. Sie kommen in den Subtropen und in tropischen Gebirgen vor. Zusammen mit den Cf- und Cw-Klimaten bilden sie die Klimaklasse C.

Kennzeichnend sind trockene, heiße oder warme Sommer, regenreiche milde Winter und viele Sonnenstunden. Dieser Klimatyp prägt die Ökozone der winterfeuchten Subtropen. Namengebend ist der Mittelmeerraum, doch Cs-Klimate kommen auf allen Kontinenten außer der Antarktis vor.

Die Buchstaben kennzeichnen Wärme- und Wassermangelgrenzen, die für das Pflanzenwachstum wichtig sind. C bezeichnet die Temperaturklasse, s die Sommertrockenheit. Die Untertypen Csa, Csb und Csc unterscheiden sich durch die sommerlichen Temperaturen beziehungsweise durch die Zahl der Monate mit einem Mittel über 10 °C. Köppens Grenzwerte vereinfachen die tatsächlichen Verhältnisse stark, sind aber weiterhin die weltweit am häufigsten verwendeten Klimaschlüssel in der Klimageographie.

Grenzwerte und Entstehung

Für die Zuordnung zur Klasse C muss der kälteste Monat eine Mitteltemperatur zwischen 18 °C und −3 °C haben; der wärmste Monat muss im Mittel über 10 °C liegen. Außerdem muss die jährliche Niederschlagssumme oberhalb der Trockengrenze der B-Klasse liegen.

Das Kürzel s steht für ein periodisch sommertrockenes Klima. Der feuchteste Wintermonat muss mindestens dreimal so viel Niederschlag erhalten wie der trockenste Sommermonat; dieser weist weniger als 40 mm Niederschlag auf.

Für das Mittelmeerklima nennt der Artikel zusätzlich einen jährlichen Gesamtniederschlag von über 400 bis maximal 1000 mm und eine Jahresmitteltemperatur von über 14 °C. Die Wintermonate sind humid, also feucht, die Sommermonate arid, also trocken. Das sommerliche Niederschlagsminimum liegt unter 40 mm.

Im trockenen Sommer befinden sich die Gebiete im Bereich des subtropischen Hochdruckgürtels. Dort sinken heiße, trockene Luftmassen ab. In Mittelmeerklimaten am oder nahe dem 40. Breitengrad gibt es keine Zenitalregen; die wenigen Sommerniederschläge entstehen durch Wärmegewitter. Im Winter verlagert sich der Passatkreislauf mit dem Zenitstand der Sonne auf die andere Seite des Äquators. Dadurch gelangen die Gebiete unter den Einfluss der Westwindzone und erhalten zyklonale Regen. Diese Bedingungen führten im Mittelmeerraum zur Entwicklung einer an die Sommertrockenheit angepassten Vegetation.

Sommerheißer Untertyp

Csa heißt sommerheißes Mittelmeerklima und wurde von Köppen auch „Olivenklima“ genannt. Es umfasst im Wesentlichen die Kernbereiche der subtropischen Hartlaubgebiete. Der Buchstabe a bedeutet: Die Sommer sind heiß und schwül, und der wärmste Monat erreicht im Mittel mehr als 22 °C.

Typisch sind Wälder und Gebüschformationen der Hartlaubvegetation sowie trocken-subtropisches Grasland. Diese Vegetation ist häufig durch Feuer geprägt. Für die Kerngebiete der mediterranen Hartlaubvegetation bildet Köppens Klimaschlüssel die Verhältnisse trotz seiner wenigen Parameter vergleichsweise passend ab.

Csa liegt überwiegend an den Westseiten der Kontinente. Sein größtes Gebiet ist der Mittelmeerraum: Es reicht von Südwest-Spanien und Portugal entlang der europäischen Mittelmeerküsten und über fast alle Mittelmeerinseln bis zu den türkischen Küsten und zur Levante. Hinzu kommen große Gebiete an den Nordküsten Marokkos, Algeriens und Tunesiens. Ein breites Band verläuft außerdem entlang der türkisch-syrischen Grenze über den Nord-Irak und die Westabdachung des Zagros-Gebirges in Richtung Persischer Golf.

Weitere große Gebiete liegen in Kalifornien und an der Südwestküste Westaustraliens. Mediterranes Gebirgsklima dieses Typs tritt unter anderem an westlichen Seiten hochasiatischer Gebirge, in der nördlichen Sierra Madre Occidental Mexikos und in Gebirgen nordöstlich von Phoenix auf. Kleinere oder wegen niedrigerer Temperaturen an Csb grenzende Gebiete befinden sich im Rancagua-Becken in Chile und in Swartland im Südwesten Südafrikas. Beispiele sind Sacramento, Valencia, Wellington in Südafrika, Beirut, Taschkent und Perth.

Sommerwarmer Untertyp

Csb ist das sommerwarme Mittelmeerklima; Köppen bezeichnete es auch als „Erikenklima“. Es kennzeichnet die kühleren Randbereiche der subtropischen Hartlaubgebiete. Für b gilt: Die vier wärmsten Monate liegen im Mittel über 10 °C, der wärmste Monat bleibt jedoch unter 22 °C. Der kälteste Monat liegt im Mittel über dem Gefrierpunkt.

Vorherrschend sind Hartlaubwälder und trockenwarme sommergrüne Laubwälder. Waldbrände gehören auch hier zur natürlichen Ökologie. Allerdings reichen die wenigen Parameter des Köppen-Schlüssels bei Csb nicht aus, um die tatsächlichen Grenzen der Hartlaubgebiete genau abzubilden.

Csb ist besonders in Amerika und vor allem in Südamerika der hauptsächliche Typ des Mittelmeerklimas. Es kommt großflächig an der Westküste der USA bis in den Südosten der kanadischen Vancouver-Insel vor. In Südamerika reicht es in Mittel-Chile von der Región de Valparaíso bis zur Metropolregion Santiago, weiter in den Westen der argentinischen Región Patagónica und mit Ausläufern bis in die Provinz Chubut. Auch die Juan-Fernández-Inseln besitzen dieses Klima.

Csb grenzt meist direkt an Csa, entweder in kühleren Breiten oder als submontane Höhenstufe in Gebirgen. In Europa nimmt es vor allem den Nordwesten der Iberischen Halbinsel ein. Kleinere Gebiete liegen unter anderem an Küsten Madeiras und der westlichen Kanaren, im Atlasgebirge sowie in Gebirgen Korsikas, Süditaliens und Griechenlands. Anders als Csa reicht es nicht in den Vorderen Orient. Weitere Gebiete befinden sich im Südwesten der südafrikanischen Provinz Westkap sowie im Südwesten Australiens und an den Küsten South Australias und Victorias.

Weil Köppens Einteilung die unterschiedliche Sonneneinstrahlung in Subtropen und Tropen nicht berücksichtigt, werden auch einige tropische Gebirgsklimate als Csb eingeordnet. Dazu gehören Teile der Anden Kolumbiens und Ecuadors, das äthiopische Hochland und das Mount-Kenya-Massiv. Beispiele für Csb sind Seattle, Victoria in British Columbia, Concepción, Porto, Kapstadt und Augusta in Western Australia.

Sommerkalter Untertyp und Einordnung

Csc bezeichnet das sommerkalte Mittelmeerklima. Es umfasst einige subalpine Bereiche innerhalb der Klimate subtropischer Hartlaubgebiete. Für c gilt: Nur ein bis drei Monate erreichen im Mittel mehr als 10 °C. Csc ist extrem selten.

Köppen hielt diese Kombination für theoretisch und nicht verwirklicht; Neuberechnungen zeigen jedoch, dass sie vorkommt. Trotzdem bleibt Csc ein relativ theoretischer Klimatyp, weil ihm kein eindeutiger Vegetationstyp entspricht. Am ehesten treten knapp oberhalb der Waldgrenze mediterraner Gebirge hartlaubige, xerophytische, also an Trockenheit angepasste, Strauch- und Polsterpflanzen auf. Solche Pflanzen sind allerdings auch für andere Hochgebirgsklimate typisch. Csc schließt sich in der Höhe an Csb an. Auf der im Artikel beschriebenen Karte erscheint es nur auf sehr kleinen Flächen in den Südanden; weitere ermittelte Beispiele sind die Gipfelregion des Haleakalā-Vulkans auf Hawaii, der Westhang des Spotted Buck Mountain westlich des Mount St. Helens, ein Gebiet südwestlich von Balmaceda in Chile und der Südosthang des Monte Cinto auf Korsika.

Moderne Umsetzungen der Köppen-Klassifikation gruppieren die Klassen C und D teilweise stärker nach den klassischen Klimazonen. Dabei werden theoretische, praktisch wenig nützliche Typen mitunter weggelassen; bei den Mittelmeerklimaten wird dann kein Csc ausgewiesen. Andere Klassifikationen ziehen abweichende Kriterien heran: Trewarthas subtropisch trockenes Sommerklima Cs wird ähnlich wie die mediterranen Köppenklimate bestimmt. Troll & Paffen definieren ihre winterfeucht-sommertrockenen Mediterranklimate IV.3 dagegen durch die Zahl der humiden Monate und die natürliche Vegetation. Deshalb weicht ihre räumliche Ausdehnung in manchen Gebieten deutlich von den Cs-Klimaten nach Köppen & Geiger ab.

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