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Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Cross-rhythm

Cross-rhythm, gelegentlich Kreuzrhythmus oder kreuzrhythmisch, ist eine besondere Form der Polyrhythmik und Polymetrik. Alternative Bezeichnungen sind aus …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Begriff und Bedeutung
  2. 2. Grundprinzip
  3. 3. Weitere Formen
  4. 4. Beispiele und Zahlenverhältnisse

Begriff und Bedeutung

Cross-rhythm, auch Kreuzrhythmus oder kreuzrhythmisch genannt, ist eine besondere Form der Polyrhythmik und Polymetrik. Polyrhythmik bedeutet, dass verschiedene Rhythmen gleichzeitig erklingen; Polymetrik bezeichnet das gleichzeitige Auftreten verschiedener Metren, also verschiedener Ordnungen rhythmischer Schwerpunkte.

Bei einem Cross-rhythm entsteht ein länger anhaltender Konflikt zwischen Rhythmen oder Metren. Kurzzeitige Polyrhythmik muss das zugrunde liegende Metrum nicht verändern. Ein länger dauernder und gezielt konstruierter Cross-rhythm greift dagegen das metrische Empfinden an. Deshalb lassen sich Polyrhythmik und Polymetrik in solchen Fällen nicht immer klar voneinander trennen. Die Hemiole, bei der Dreier- und Zweiergliederungen aufeinander bezogen werden, ist eine besondere Form dieses Prinzips.

Grundprinzip

Nach Gerhard Kubik besteht die kreuzrhythmische Technik darin, dass verschiedene Formen eines einzelnen Metrums gleichzeitig erklingen. Dabei liegt der Hauptakzent oder Schwerpunkt eines Rhythmus vor oder nach dem Hauptakzent des anderen. Dadurch entsteht der Eindruck, dass sich die Rhythmen überkreuzen.

In der strengen Bedeutung wird ein identisches rhythmisches Pattern, also ein wiederkehrendes rhythmisches Muster, gegen sich selbst verschoben. Wird eine Stimme beispielsweise eine Achtelnote später gespielt, fallen ihre Akzente nicht mehr zusammen. Stattdessen wechseln sie sich ab und „kreuzen“ sich im Notenbild.

Weitere Formen

Cross-rhythm kann außerdem Rhythmen in unterschiedlichen Metren bezeichnen. Bei deren Wiederholungen verändert sich ihre Stellung zueinander: Einige Akzente fallen zunächst zusammen, liegen später aber gegeneinander versetzt.

Auch nacheinander auftretende verschiedene Metren können zusammengesetzte, also additive Patterns erzeugen. Ihre Akzente liegen entweder von Anfang an an unterschiedlichen Stellen oder verschieben sich im Verlauf gegeneinander. Ein Pattern aus 3+3+2 Sechzehnteln setzt andere Schwerpunkte als eine Gliederung von acht Sechzehnteln in 4+4. Dieses Prinzip kommt etwa in Béla Bartóks „bulgarischen“ Rhythmen aus der Balkan-Folklore vor.

Beim Nacheinander von Dreier- und Zweiertakten spricht man von einer Hemiole. Werden zwei Hemiolen gegeneinander gespielt, können ebenfalls rhythmische Überkreuzungen entstehen.

Beispiele und Zahlenverhältnisse

Ein Beispiel für ein Pattern mit der Gliederung 3+3+2, das in verschiedenen Stellungen erscheint und einem 2/4-Takt – genauer einem 4/8-Takt – gegenübersteht, ist der „Maple Leaf Rag“. Für die Gliederung 3+2+3 ist „The Easy Winners“ ein Beispiel.

In dem beschriebenen Notenbeispiel sind die ersten beiden Zeilen ansonsten identisch, aber um eine Sechzehntelnote und vier Achtelnoten verschoben. Deshalb greifen ihre Schläge fortlaufend ineinander. Die erste und die dritte sowie die zweite und die dritte Zeile stehen jeweils im Verhältnis 3:2. Weil sie sich gegeneinander verschieben, greifen auch ihre Schläge regelmäßig ineinander.

Die dritte Zeile tritt abwechselnd mit der ersten beziehungsweise der zweiten Zeile in ein Wechselspiel verschiedener Metren. Fasst man die beiden oberen Stimmen zusammen, entstehen scheinbar Abstände von Sechzehntelnoten, obwohl in keinem einzelnen System Sechzehntel gespielt werden. Diese Abstände entstehen erst durch die Verschiebung und bilden mit der dritten Zeile ein neues metrisches Wechselspiel im Verhältnis 6:2. Mit einer weniger naheliegenden Deutung lassen sich die oberen Patterns als 2+1 und das untere als 2+2 auffassen. Die Sechzehntelabstände entstehen damit sowohl divisiv durch die Verschiebung als auch durch den additiven Gegensatz der Patterns.

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