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Caisse des Dépôts
Die erste Sparkasse öffnet in Paris im Mai 1818 und gleichzeitig wurde das Livret A, das französische Sparbuch, eingeführt. Durch Gesetz vom 31. März 1837 …
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Überblick und staatlicher Auftrag
Die Caisse des dépôts et consignations (CDC), kurz Caisse des Dépôts, ist ein staatliches französisches Finanzinstitut mit Sitz in Paris. Sie besitzt die besondere Rechtsform eines „Établissement public à statut spécial“. Gegründet wurde sie durch ein Gesetz vom 28. April 1816. Seitdem steht sie unmittelbar unter der Aufsicht und Garantie des französischen Parlaments.
Die CDC verwaltet vor allem gesetzlich geschützte Spar-, Renten- und Staatsgelder und investiert diese langfristig im öffentlichen und privaten Bereich. Dadurch ist sie ein wichtiges Instrument zur Finanzierung der französischen Wirtschaft und öffentlicher Aufgaben. Sie unterstützt insbesondere den sozialen Wohnungsbau, die Stadtentwicklung, Verkehrsinfrastrukturen sowie lokale und regionale Behörden.
Für 2014 werden eine Bilanzsumme von 150 Milliarden Euro und 117.385 Beschäftigte angegeben. Seit 2017 wird die CDC von Éric Lombard geleitet. Außerdem hält sie 50 Prozent an der staatlichen Investitionsbank Bpifrance.
Aufgaben, Finanzierung und Investitionen
Die CDC ist die führende Verwaltungsgesellschaft für französische Spareinlagen, Pensionsfonds und private Investmentfonds, die gesetzlich geschützt sind. Sie gilt außerdem als Marktführer bei der Finanzierung des sozialen Wohnungsbaus sowie in den Bereichen Stadtentwicklung und Verkehrsinfrastruktur. Hinzu kommen ihre Aufgaben als langfristiger Finanzierungspartner für lokale und regionale Behörden und als Investor in die französische Wirtschaft.
Eine wichtige Grundlage ihrer Tätigkeit ist das „Elan 2020“-Programm. Danach fließen Investitionen in vier zentrale Bereiche: kleine und mittlere Unternehmen (KMU), Wohnungsbau, Universitäten und nachhaltige Entwicklung. Für den französischen KMU-Sektor ist ein Förderprogramm von mehr als einer Milliarde Euro vorgesehen. Im überwiegend sozialen Wohnungsbau sollen jährlich 90.000 Wohnungen entstehen. Bei den Universitäten geht es um deren Modernisierung. Zur nachhaltigen Entwicklung zählen erneuerbare Energien, der Schutz der Biodiversität und sozial verantwortliche Investitionen.
Die CDC finanziert sich hauptsächlich durch das Livret A, ein französisches Sparbuch. Dabei handelt es sich um eine liquide, also kurzfristig verfügbare Anlage mit niedrigem, aber steuerfreiem Zins. 2023 betrug der Zinssatz 3 Prozent; der Höchstbetrag lag bei ungefähr 23.000 Euro. Jeder kann ein Livret A eröffnen. Die jährlichen Zuflüsse werden mit rund 40 Milliarden Euro angegeben. Damit finanziert die CDC Investitionen im Umfang von 400 Milliarden Euro. Fast 100 Milliarden Euro entfallen auf Sozialwohnungen, der übrige Betrag auf öffentliche Vorhaben wie Verkehr und Infrastruktur.
Éric Lombard ist der erste Leiter der CDC, der aus der Privatwirtschaft – von BNP Paribas – und nicht aus dem öffentlichen Dienst kam. Unter seiner Leitung sollen neue Investitionsfelder erschlossen werden, darunter der ökologische Umbau einschließlich des Ausbaus der Atomkraft und möglicherweise die französische Verteidigung. 2023 übernahm die CDC gemeinsam mit weiteren Investoren die insolvente Orpea-Gruppe, die in Pflege und Rehabilitation tätig ist. Dadurch wurden nach Darstellung des Artikels 90.000 Arbeitsplätze erhalten und 280.000 Bewohner beziehungsweise Patienten konnten in ihren Einrichtungen bleiben.
Unternehmensbeteiligungen
Die CDC hält 50 Prozent an Bpifrance, der Banque Publique d’investissement. In dieser staatlichen Investitionsbank gingen die zuvor getrennt auftretenden Einheiten CDC Entreprises, Fonds stratégique d’investissement (FSI), FSI Régions und Oséo auf.
Zu den strategischen Beteiligungen der CDC gehören 40 Prozent am Lebensversicherer CNP Assurances, 39 Prozent an der Immobiliengesellschaft Icade und 100 Prozent an der Immobiliengesellschaft SNI. Das Infrastrukturunternehmen Egis befindet sich vollständig im Besitz der CDC. Hinzu kommen Beteiligungen von 42 Prozent am Tourismusunternehmen Compagnie des Alpes und 40 Prozent an Belambra Clubs.
Mit Stand April 2011 hielt die CDC außerdem 70 Prozent am Verkehrsunternehmen Transdev und 5,2 Prozent am Umweltdienstleister Veolia Environnement.
Entstehung und historische Entwicklung
Die CDC entstand nach der napoleonischen Herrschaft in einer Zeit hoher französischer Staatsverschuldung. Napoleons Herrschaft der Hundert Tage hatte die Finanzlage weiter verschärft; 1814 musste Frankreich Kredite zu 8 Prozent Zinsen aufnehmen. Finanzminister Louis-Emmanuel Corvetto schlug König Ludwig XVIII. deshalb die Gründung eines neuen Finanzinstituts vor. Da die Banque de France wegen Napoleon Bonapartes früherer Stellung als ihr erster Aktionär weiterhin eng mit ihm verbunden wurde, sollte eine neue Institution geschaffen werden.
Die am 28. April 1816 gegründete CDC nutzte Einlagen und bei Notaren hinterlegte Gelder zum Kauf von Staatspapieren und damit zur Finanzierung der Staatsschuld. Das Gründungsgesetz stellte den Fonds in besonderer Weise unter die Aufsicht und Garantie der gesetzgebenden Gewalt. Diese Regelung besteht weiterhin in § 518-2 des französischen Währungs- und Finanzgesetzes.
1818 empfahl der Fabrikant, Naturwissenschaftler und Bankier Benjamin Delessert dem Finanzminister Corvetto, Sparkassen und Sparbücher einzurichten. Damit sollten die Spareinlagen der wachsenden Mittelschicht gewonnen und die Finanzierung der CDC sowie der Staatsschuld verbessert werden. Im Mai 1818 eröffnete in Paris die erste Sparkasse; zugleich wurde das Livret A eingeführt. Durch das Gesetz vom 31. März 1837 kamen die auf diesen Sparbüchern gesammelten Gelder unter die Kontrolle der CDC.
Nachdem der Staatshaushalt 1822 wieder ausgeglichen war, begann Finanzminister Jean-Baptiste de Villèle, Mittel der CDC zur Förderung der industriellen Entwicklung Frankreichs einzusetzen. Das erste entsprechende Darlehen diente der Sanierung des Hafens von Dünkirchen. 1823 beteiligte sich die CDC an der Compagnie des quatre canaux, der „Gesellschaft der vier Kanäle“. Sie sollte an einem von Louis Becquey ausgearbeiteten Plan zum Aufbau eines französischen Kanalsystems mitwirken.
Die Finanzierung langfristiger Infrastruktur- und Entwicklungsprojekte blieb eine zentrale Aufgabe. Als neueres Beispiel nennt der Artikel die Mitfinanzierung des Geothermieheizkraftwerks Rittershoffen im Elsass im Jahr 2012.