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Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft

... Dekarbonisierung und mehr Klimaschutz in der Wirtschaft. Mit einem ambitionierten Klimaschutzgesetz sollen Unternehmen dazu verpflichtet werden, ihren …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Aufgabe und Organisation
  2. 2. Ziele und politische Arbeit
  3. 3. Öffentliche Initiativen
  4. 4. Klima und Energie
  5. 5. Kreisläufe, Gründungen und Landwirtschaft

Aufgabe und Organisation

Der Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft e. V. (BNW, bis 2021 UnternehmensGrün) ist ein bundesweit tätiger Zusammenschluss von Unternehmen, Selbständigen, Stiftungen und Verbänden. Er will den Umweltschutz fördern und die Positionen einer sozial und ökologisch nachhaltigen Wirtschaftsweise in politische Entscheidungen einbringen. Nach eigenen Angaben ist der gemeinnützige Verein überparteilich, finanziell unabhängig und verfolgt keine wirtschaftlichen Interessen.

Der Verband wurde im Juli 1992 in Stuttgart von 15 Unternehmern als Lobbyverband für kleine und mittlere Unternehmen und umweltgerechtes Wirtschaften gegründet. Sitz und Geschäftsstelle befinden sich heute in Berlin. Zur Mitgliederzahl nennt der Artikel unterschiedliche Angaben: In der Übersicht stehen 700 Mitglieder, im Einleitungstext mehr als 700 Mitglieder mit Stand September 2023 und an anderer Stelle rund 660 Organisationen. Der ehrenamtliche Vorstand besteht aus elf Personen; die Geschäfte führt Katharina Reuter.

Ziele und politische Arbeit

Der BNW vernetzt sozial und ökologisch nachhaltige Wirtschaftsakteure, stärkt ihren Austausch und vertritt ihre Interessen gegenüber der Politik. Im Mittelpunkt steht die Transformation zu einer zukunftsorientierten Wirtschaft. Dazu verfolgt der Verband mehrere Ziele:

  • Unternehmen sollen stärker ökologisch wirtschaften und soziale Verantwortung übernehmen.
  • Die Wettbewerbsfähigkeit sozial und ökologisch nachhaltiger Unternehmen soll durch soziale Kreativität gefördert werden.
  • Regionale sowie klein- und mittelbetriebliche Wirtschaftsstrukturen sollen gestärkt werden.
  • Förder-, Steuer- und Abgabenpolitik sollen stärker am Umweltschutz ausgerichtet werden.
  • Beschaffungs- und Investitionspolitik sollen sich stärker an ökologischen Kriterien orientieren.

Der Verband entwickelt seine politischen Positionen unter anderem auf Jahrestagungen, Exkursionen und Anhörungen. Bei halbjährlichen „Berlintagen“ führt er Gespräche mit Abgeordneten und Ministerien. Regionalgruppen ergänzen diese Arbeit vor Ort, während Fachgruppen einzelne Themen bearbeiten.

Öffentliche Initiativen

Der BNW bringt Vorschläge für nachhaltigeres Wirtschaften in die öffentliche und politische Diskussion ein. Er veröffentlicht Pressemitteilungen und gemeinsam mit seinen Mitgliedern erarbeitete Maßnahmenkataloge. Außerdem arbeitet er mit anderen Organisationen und Verbänden zusammen und bezieht teilweise Unternehmen außerhalb seiner Mitgliedschaft ein. Ein Beispiel ist ein gemeinsam mit dem Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft organisierter Unternehmensappell, an dem im November 2021 insgesamt 777 Unternehmen beteiligt waren.

Klima und Energie

Im Bereich Klimaschutz unterstützte der Verband 1999 die Verabschiedung des Gesetzes zum „Einstieg in die neue Steuerreform“. Diese als „Ökosteuer“ bekannte Reform erhöhte Mengensteuern auf Energieverbrauch beziehungsweise umweltschädliches Verhalten und senkte zugleich die Kosten für effizientere oder emissionsärmere Techniken. Dadurch sollte umweltschonendes Verhalten gefördert werden; in der Folge wurde eine Verringerung der Treibhausgasemissionen festgestellt.

Im März 2019 initiierte der BNW gemeinsam mit fünf weiteren Verbänden Entrepreneurs for Future. Die branchenübergreifende Wirtschaftsinitiative unterstützt Fridays for Future und verlangt eine schnelle Dekarbonisierung, also die Verringerung kohlenstoffbedingter Emissionen, sowie mehr Klimaschutz in der Wirtschaft. Ein ambitioniertes Klimaschutzgesetz soll Unternehmen zu einem Beitrag zur Einhaltung des 1,5-Grad-Ziels verpflichten. Nachhaltige Initiativen sollen zusätzlich gefördert werden.

2021 veröffentlichte der BNW mit Plan A einen digitalen Emissionsrechner. Unternehmen können damit ihre CO₂-Emissionen nach dem GHG-Protokoll automatisiert berechnen: in den Scope-Kategorien 1 und 2 sowie in den Scope-3-Unterkategorien Commuting und Business Travel, also Arbeitswege und Geschäftsreisen.

Eine wichtige Grundlage der Energiewende ist das 2000 in Kraft getretene Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), an dessen Verabschiedung der BNW laut Artikel maßgeblich mitwirkte. Die Förderung erneuerbarer Energien zählt zu seinen Kernanliegen. Mitglieder wie Naturstrom, Polarstern und Prowind setzen erneuerbare oder besonders effiziente Energiesysteme ein.

Kreisläufe, Gründungen und Landwirtschaft

Die Kreislaufwirtschaft ist eine zentrale Forderung des BNW. Ihr Ziel ist es, Rohstoffe und Produkte möglichst lange in wirtschaftlichen Kreisläufen zu halten. 2021 startete der Verband gemeinsam mit dem Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft eine entsprechende Initiative. Bereits 2020 veranstaltete er mit der Assoziation ökologischer Lebensmittelhersteller die Tagung „Kreislaufwirtschaft: So gelingt es in den Unternehmen“, auf der Fachleute und Unternehmen konkrete Maßnahmen vorstellten. Der BNW ist außerdem Mitglied des Cradle to Cradle e. V.

Für Start-ups wirkte der Verband im Konsortium der DIN SPEC 90051-1 mit. Neben dieser Norm entstand ein praktisches Werkzeug zur Bewertung der Nachhaltigkeit von Start-ups. Außerdem unterstützt der BNW junge Unternehmen mit Veranstaltungen zur Vermittlung von Kompetenzen.

Bei der Novelle des Agro-Gentechnik-Gesetzes 2007/2008 setzte sich der Verband für einen besseren Schutz der ökologischen Landwirtschaft vor gentechnischen Verunreinigungen ein. Ein von ihm beauftragtes Rechtsgutachten zeigte Gefahrenquellen auf und diente dazu, auf das laufende Gesetzgebungsverfahren einzuwirken.

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